Synagogenplatz in Klingenberg wird neu gestaltet

Stadtrat: Klingenberger Gremium plädiert mehrheitlich für Projekt - Diskussion über Kosten von 148 000 Euro

Klingenberg a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Der Weg zur Um­ge­stal­tung des Sy­na­go­gen­plat­zes ist frei. Laut Käm­me­rer Chris­ti­an May­er liegt die Zu­sa­ge der För­de­rung jetzt vor. Bür­ger­meis­ter Ralf Reich­wein nann­te in der Stadt­rats­sit­zung am Di­ens­tag die ak­tu­ell er­mit­tel­ten Kos­ten für die bau­li­che Um­set­zung mit et­wa 148 000 Eu­ro, die fast voll­stän­dig för­der­fähig sei­en.

Bei einem Fördersatz von etwa 60 Prozent rechnet die Stadt mit einem Zuschuss in Höhe von etwa 88 000 Euro.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Stadtrat Klingenberg entschieden, den Synagogenplatz in Klingenberg neu zu gestalten und dazu Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm zu beantragen. Allerdings sollte erst mit der Umgestaltung begonnen werden, wenn ein Bescheid über den Förderantrag vorliegt, was nun der Fall ist.

Außerdem hatte die Verwaltung seinerzeit den Antrag auf vorzeitigen Baubeginn gestellt, der mit Bescheid vom 9. April ebenfalls genehmigt wurde. Erstellt ist mittlerweile auch der Entwurfsplan. Für Planung, Grundstückserwerb und Abbruch des bestehenden Gebäudes wurden bereits 36 000 Euro ausgegeben. Mayer erläuterte auf Nachfrage, dass in den ermittelten Gesamtkosten diese Ausgaben enthalten sind. Für die weiteren Maßnahmen stehen demzufolge noch Mittel von 110 000 Euro zur Verfügung.

Rund 60 000 Euro Eigenanteil

Je nach der exakten Förderhöhe bekäme Klingenberg für etwa 60 000 Euro Eigenanteil einen anständig gestalteten Platz. Reichwein ergänzte, dass bei Rücknahme des Förderantrags oder wesentlich geänderter Ausführung keine Zuschüsse fließen beziehungsweise ein neuer Antrag gestellt werden müsse. Alternativ müsse die Stadt alleine die Belastung tragen, würde aber in letzter Konsequenz für eine abgespeckte Version, dann ohne Zuschüsse, in etwa den gleichen Betrag aufwenden müssen wie für die beschlossene Variante. Auch die bereits ausgegebenen 36 000 Euro müsse sie dann alleine aufbringen.

Aktueller Anlass für die erneute Debatte war der Antrag der CSU-Fraktion, das Vorhaben noch einmal zu überdenken. Für sie ist der historische Hintergrund über das Vorhandensein einer Synagoge nicht gesichert und daher in diesem Kontext der Kostenaufwand zu hoch. Harald Fischmann (Grüne) erklärte, dass im jüdischen Glauben jeder geistlich genutzte Platz eine Synagoge und unstrittig ein Raum mit dieser Nutzung vorhanden gewesen sei.

Damit war aber das Thema Einsparmöglichkeiten bei der Realisierung nicht vom Tisch. Neben einer weniger aufwendigen Gestaltung der Mitte wurde auch der Einbau einer kostengünstigeren, wassergebundenen Decke vorgeschlagen, was von anderen Ratsmitgliedern aber als nicht nachhaltig genug angesehen wurde.

Albert Fuchs (SPD) stellte fest, dass eine komplett abgespeckte Version sicherlich trotzdem noch um die 50 000 Euro kosten würde. Rechnet man die bereits ausgegebene Summe dazu, läge man für diese Variante bereits bei knapp 90 000 Euro und damit etwa im gleichen Bereich wie die beschlossene Variante mit Förderung.

Horst Heuß (FWT) bemängelte, dass sich die Kosten der Maßnahme spürbar erhöht hätten und nicht sicher sei, ob im kommenden Jahr für die Realisierung noch genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. »Wir müssen was machen, aber doch nicht für 150 000 Euro«, war er überzeugt.

Künftig vorsichtiger entscheiden

Dass was gemacht werden muss, darüber war sich das Gremium einig. Franz Josef Weber (SPD) sah es für künftige Entscheidungen so, dass man rechtzeitig intervenieren oder vorsichtiger bei Entscheidungen sein sollte, bei denen das Gremium nicht zu 100 Prozent dahintersteht. Jetzt sollte das Projekt aber durchgezogen werden.

Bei der anschließenden Abstimmung plädierten zwölf Ratsmitglieder für die Umgestaltung des Synagogenplatzes wie geplant, sechs waren dagegen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!