Stubnmusi mit Gesellschaftskritik

Kultur: Wellküren sorgen mit Seitenhieben auf Politik für Stimmung in coronakonform besetztem Bürgerzentrum

Elsenfeld
2 Min.

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Für eine richtig gute Stimmung sorgten die Wellküren am Samstag mit ihrem Programm Abendlandler im Elsenfelder Bürgerzentrum. Foto: Miriam Weitz
Foto: Miriam Weitz

Bereits zweimal war der Auftritt der Wellküren wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Am Samstagabend war es dann endlich so weit. Die drei von der Kleinkunstbühne Kochsmühle engagierten Well-Schwestern standen mit ihrem aktualisierten Programm »Abendlandler« auf der Bühne des Elsenfelder Bürgerzentrums und animierten das Publikum im halb besetzten Saal zu Begeisterungsstürmen.

Halb besetzt deshalb, weil wegen der Hygieneregeln nicht alle Plätze besetzt werden konnten. Das Team des Arbeitskreises Kul-Tour, Betreiber der Obernburger Kabarettbühne, hatte die Voraussetzungen für einen coronakonform gesteuerten Ablauf vorbildlich gelöst.

Start ins Herbstprogramm

Die Wellküren sorgten neben einem Mix aus Instrumental-Musik, Gesang und witzigen Pointen mit einem kräftigen Schuss Gesellschaftskritik und Seitenhieben auf die Politgrößen gleichzeitig auch für den Start ins Herbstprogramm der Obernburger Kleinkunstbühne. Wegen des zu erwartenden Kartenansturms für den Auftritt einiger Künstlerinnen und Künstler bekommt sie in Kooperation mit dem Markt Elsenfeld das Bürgerzentrum zur Verfügung gestellt.

So auch am Samstagabend. Mit Blasinstrumenten betreten die Wellschwestern die Bühne, spielen zünftig auf und sorgen so für den ersten von den Gästen rhythmisch beklatschten Stimmungsmacher. Im Lauf des Abends zeigen sie die instrumentale Vielfalt, die sie aus dem Effeff beherrschen.

Einfallsreich und virtuos

Ob Hackbrett, Harfe, Gitarre, Tuba, Saxofon, Posaune oder die von ihnen entwickelte »Nonnentrompete« mit »euphorisierender Wirkung« - die drei aus der musikalischen Großfamilie Well aus Günzlhofen zeigen Einfallsreichtum und beweisen ihre Virtuosität. Auch gesanglich sind sie gut aufeinander abgestimmt. Einige ihrer Beiträge stammen unverkennbar aus der in Südbayern angesiedelten »Stubnmusi« mit melodischem Dreigesang. Im konkreten Fall haben sie die anheimelnden Melodien mit gesellschaftskritischen Texten ausgeschmückt.

»Schau'n mer, dass die Leit' gut drauf san«, resümierte Moni Well, Nummer 15 aus dem Reigen der 17-köpfigen Familie, die unverkennbar als Frontfrau des Trios agiert und mit starkem Körpereinsatz ihre Rolle ausschmückt. Ihre beiden Schwestern Burgi (Nummer acht) und Bärbi (Nummer 11) sind aber keineswegs mundfaul und unterstützen sie mit einem beherzten Griff in die Pointenkiste und mit Sologesang. Das wirkt keineswegs einstudiert, sondern mutet an, als sprudele es als spontaner Einfall aus ihren Mündern.

Amüsante Rockversionen

Auch vor Elementen aus der Rock- und Popmusik schrecken sie nicht zurück, wobei der Ideenreichtum der instrumentalen Ausführung zugleich amüsiert und auf Bewunderung stößt. Als Beitrag zum Abschluss - neben den vom Publikum geforderten Zugaben - präsentiert das Damentrio am Samstag ein »Stubenmusical«, bestückt mit Einsprengseln aus der aktuellen Tagespolitik, deftig und heftig, bei der nicht nur »Markus, der Wandelbare« glänzt und den laschen Herrscher aus Westfalen in den Schatten stellt, sondern sein Einsatz für die Insektenrettung den Hummeln sogar ein leises Summen der Bayernhymne entlockt. «Schee woar's« würde der eingefleischte Bajuware sagen, und der Unterfranke klatscht Beifall dazu.

Hintergrund: Stimmen zum Auftritt der Wellküren

Petra Balonier, Publikumsgast , Elsenfeld:

Die Karte habe ich per Zufall erhalten, weil eine Dame sie schon vorher für den verschobenen Termin hatte und jetzt nicht kommen konnte. Schön, dass kulturelle Veranstaltungen wieder stattfinden können und ich sie mit meinen Freundinnen besuchen kann. Die Wellküren finde ich toll. Die Mischung aus Musik, Gesang, witzigen Texten und eingestreutem Sarkasmus ist super. Ich bin total begeistert!

Petra Beck, Eisenbach, vom Kochsmühlen-Team:

Ich habe schon regelrecht mit den Hufen gescharrt und bin froh, dass es nach dem langen Lockdown mit dem Auftritt der Wellküren wieder losgeht. Ich brauche die Kulturangebote und das ganze Drumherum. Natürlich genießt die Kochsmühle dabei Priorität, aber ich fahre auch gerne mal zu Kleinkunstveranstaltungen in andere Orte. Heute Abend bin ich im Bürgerzentrum als ehrenamtliche Helferin des Vereins und um die Wellküren zu genießen. ()

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