»Spielplatz der Kulturen« in Michelstadt

Blick in den Odenwald: Touristen kehren zurück, kulturelle Anbieter schließen sich zusammen - Weniger Neu-Infektionen

Odenwaldkreis
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Ein beliebtes Ausflugsziel im nördlichen Odenwald: Am "Lützelbacher Schlößchen" befindet sich ein Modell eines römischen Numeruskastells. Unweit davon verlief die Grenzlinie, der Odenwaldlimes. Foto: Manfred Giebenhain
Foto: Manfred Giebenhain
Der Au­tor des heu­ti­gen Blicks in den Oden­wald hat die tou­ris­ti­schen Kenn­zah­len des ers­ten Quar­tals aus­ge­wer­tet. Wie­der auf­wärts geht es auch bei den kul­tu­rel­len An­ge­bo­ten; zum Bei­spiel in Mi­chel­stadt, wo ein Bünd­nis aus meh­re­ren Ver­an­stal­tern ein Som­mer­pro­gramm mit rund 50 Ein­zel­ver­an­stal­tun­gen zu­sam­men­ge­s­tellt hat. Die Lo­cke­run­gen wir­ken sich auch auf die Be­su­cher­re­ge­lung am Er­ba­cher Kreis­kran­ken­haus aus.

Weniger Gäste: Nach entbehrungsreichen Monaten dürfen die Hotels und Beherbergungsbetriebe im Odenwald sich wieder über Gäste freuen. Ganz anders ausgesehen hat es im ersten Quartal, in dem die Zahl der Übernachtungen nach Angaben der Odenwald Tourismus GmbH (OTG) im Vergleich zum Vorjahr um 48,1 Prozent eingebrochen war. In den 59 geöffneten Betrieben betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 6,5 Tage. In der vorliegenden Statistik lag die ZahI der geöffneten Beherbergungsbetriebe im Januar 2019 und 2020 noch bei 92 beziehungsweise 93. Der Einbruch auf 57 in diesem Jahr führt die OTG auf das seit November 2020 bestehende Verbot touristischer Übernachtungen zurück. Erlaubt waren nur Übernachtungen von Dienst- und Geschäftsreisenden. Im Januarvergleich wurden mehr als 10.000 Übernachtungen weniger gezählt: 7112 (2021) gegenüber 17.741 (2019).

Vom Hessischen Statistischen Landesamt werden nur Betriebe ab zehn Betten erfasst. Auch unter Einbeziehung der Betriebe mit weniger als zehn Betten ist das Buchungsaufkommen im ersten Quartal deutlich hinter den Ergebnissen der beiden Vorjahre zurückgeblieben. Zur aktuellen Entwicklung heißt es: "Die bereits jetzt für die Sommermonate Juni bis August getätigten Buchungen liegen aktuell bei 50 Prozent des Buchungsaufkommens von 2019." Die OTG geht davon aus, dass etliche Gäste sich "sehr kurzfristig" für einen Urlaub im Odenwald entscheiden werden.

Mehr Kultur: Mit den weitreichenden Öffnungsschritten kehrt auch die Kultur wieder zurück. In Michelstadt hat ein Bündnis aus mehreren Anbietern ein Programm auf die Beine gestellt, das aus einem Mix aus Musik, Theater, Tanz, Lesungen, Comedy und Sport besteht. Mit von der Partie seien überwiegend Künstler aus der Region. Die Bühne betreten werden auch bekannte Namen wie Rodgau Monotones, Mundstuhl, Rebell Comedy, Merqury, Bobbin B und Tilman Döring (Poetry Slam). Alle Veranstaltungen finden ausschließlich im Freien statt - jeweils zu den aktuell geltenden Hygieneregeln. Hauptaustragungsort wird das Freigelände am ehemaligen Ponyhof (Nähe Waldschwimmbad) sein, wo pro Veranstaltung bis zu 250 Besucher zugelassen werden. Das Programm trägt den Titel "Spielplatz der Kulturen" und besteht aus rund 50 Einzelveranstaltungen, die von Anfang Juli bis Ende September geplant sind.

Einzelheiten zu den Auftrittsterminen und zum Online-Kartenerwerb werden noch bekannt gegeben, hat Fritz Krings vom Verein Sound of the Forest mitgeteilt. Der Verein mit Sitz in Bad König hat für mehr als ein halbes Dutzend Kooperationspartner die Regie übernommen und federführend einen Förderantrag beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gestellt. Neben dem Bühnenprogramm und den Sport- und Spielangeboten am Ponyhof wird auch Musik und Straßentheater in der Altstadt von Michelstadt (voraussichtlich ohne Eintrittsgebühren) geboten.

Neue Regeln: Die Infektionszahlen gehen kontinuierlich weiter zurück. Am Dienstag betrug die Zahl der bekannten positiven Corona-Testergebnisse 4419 (vor einer Woche: 4396). Davon gelten 4190 (4144) Personen als genesen. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 170. Der Infektionssaldo liegt bei 59 (82). Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Mittwoch nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts 23,8 (34,1). Auf den Corona-Stationen des Gesundheitszentrums in Erbach werden derzeit sechs Patienten behandelt (keiner auf der Intensivstation). In Klinken außerhalb des Kreises befinden sich sieben weitere Patienten. Die Zahl der im Erbacher Impfzentrum verabreichten Impfdosen ist auf rund 47.000 gestiegen. Diese verteilen sich auf 31.000 Erst- und 16.000 Zweitimpfungen. Nach Angaben des Hessischen Sozialministeriums sind bis einschließlich der 22. Kalenderwoche durch die Ärzte im Kreisgebiet 16.800 Impfungen vorgenommen worden.

Für das Erbacher Kreiskrankenhaus gelten seit Mittwoch neue Besuchsregeln. Der neuen Verordnung nach dürfen Patienten innerhalb der ersten sechs Tage ihres Aufenthaltes bis zu zwei Besuche von jeweils bis zu zwei Personen erhalten. Ab dem siebten Tag des Aufenthalts können die Patienten täglich Besuche von jeweils bis zu zwei Personen empfangen. Die Besuchszeiten sind täglich von 15 bis 17 Uhr. Die Intensivstation sowie die Covid-Station sind von dieser Regelung ausgenommen. Am Eingang des Krankenhauses findet eine Zugangskontrolle statt. Es werden Name, Anschrift, Telefonnummer und Besuchszeit jedes Besuchers erfasst, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. Die Klinik bittet Besucher, das Formular von der Homepage herunterzuladen und zuvor auszufüllen. Zusätzlich ist einer der nachfolgenden Nachweise schriftlich vorzulegen: Vollschutzimpfung, negativer Bürgertest (nicht älter als 24 Stunden), negativer PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder Genesenen-Nachweis. Weiterhin gelten die Hygiene- und Abstandsregeln. Die Klinik bittet Besucher, sich vor dem Besuch über die aktuell geltenden Regelungen auf der Homepage www.gz-odw.de oder telefonisch zu informieren.

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