Spannender Mix aus Rock und Kirchenmusik

Konzert: Das Duo Koester/Berger zeigt in Miltenbergs Kirche St. Jakobus auch vor Metal-Stücken keine Scheu

Miltenberg
1 Min.

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Klangraum-Matinée in St. Jakobus: Das Duo Koester/Berger in Aktion.
Foto: Beatrice May
Die wir­k­lich un­ge­wöhn­li­che Paa­rung der In­stru­men­te Or­gel und E-Gi­tar­re konn­ten die Be­su­cher der Klan­graum-Ma­ti­née am Sams­tag in der Pfarr­kir­che St. Ja­ko­bus er­le­ben. Ei­ne hal­be Stun­de lang be­rausch­ten Rock­mu­si­ker Hol­ger Koes­ter aus Lud­wigs­ha­fen und Kir­chen­mu­si­ker Horst Ber­ger aus Bu­chen das Pu­b­li­kum mit ih­rem kon­tra­st­rei­chen Pro­gramm.
Kompositionen gibt es für diese Kombination an Instrumenten keine, und so stammten die Arrangements aus den Federn der Musiker selbst. Solostücke für Orgel oder Gitarre wurden um das jeweils andere Instrument originell ergänzt. Ein spannendes und gelungenes Experiment war es auch, Werke von Metal-Bands zu präsentieren - eine in Kirchen wohl eher selten gehörte Musik.
Virtuoses Spiel von Beginn an
Mit »Baroque« von Joseph Satriani, im Original ein Solostück für Gitarre, legten die beiden Musiker gleich zu Beginn ein virtuoses Spiel vor. Auch bei Carlos Santanas »Europa« stand die E-Gitarre im Mittelpunkt, und Koester stand dem Original in nichts nach, während Berger an der Orgel einen sanften Klangteppich unterlegte. Melancholische Töne bestimmten »All Alone«, ebenfalls eine Komposition des Gitarristen Joseph Satriani. Orgel und E-Gitarre verschmolzen hier zu einer intensiven Rocknummer. Das wohl mit Abstand bekannteste Orgelwerk, die Toccata in d-moll von Johann Sebastian Bach, brachte die klassische Musik zurück in die Kirche. Doch der Wechsel zwischen gewohnten Orgelmelodien und verzerrtem Gitarrensound machte auch dieses Stück zu einem neuartigen Hörgenuss.
»Nothing else matters« von Metallica und »Future World« von Helloween setzen anschließend einen starken Kontrast zu Bachs Toccata. In der Instrumentalversion füllten die beiden Metal-Songs den Kirchenraum klanglich bis in den letzten Winkel aus. Besonders unter die Haut ging das berühmte Gitarrenvorspiel des Metallica-Hits, das Koester emotional interpretierte, bevor sich die Orgel zunächst dezent dazu gesellte. Im weiteren Verlauf vereinten sich Orgel- und Gitarrenpassagen zu einem mitreißenden Hörerlebnis. Als kleine Zugabe hatten die beiden zum Schluss noch »Air« von Bach dabei.
Noch ein Geheimtipp
Die Klangraum-Matinée am Samstagvormittag scheint noch ein Geheimtipp zu sein. Doch die Besucher, die den Weg in die Pfarrkirche gefunden hatten, waren begeistert. Die Verknüpfung von Rock- und Kirchenmusik wird bei den beiden Musikern zu einem spannenden Crossover, das Lust auf mehr macht. Beatrice May
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