Schlagschatten ist vermeidbar

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Das Freu­den­ber­ger Vor­ha­ben ist nach ak­tu­el­ler Pla­nung in drei­er­lei Hin­sicht rück­sicht­los:

• Gegenüber der Collenberger Bevölkerung: Die Lage der Windräder lässt erkennen, dass die Fechenbacher Bürger, gegebenenfalls auch die Bürger von Reistenhausen, vom Schlagschatten in den Spätherbst- und frühen Wintermonaten betroffen sein werden. Hierbei handelt es sich nicht um »wachsweiche« Argumente, sondern Schlagschatten ist als gesundheitsschädliche Immission gerichtlich anerkannt. Wenn der Betreiber auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben hinweist, bedeutet dies immer noch, dass die Collenberger Bürger mit bis zu 30 Stunden Schlagschatten im Jahr belastet werden können.
• Gegenüber dem Landschaftsbild: Die Auswirkungen wären viel geringer, wenn die Windkraftanlagen so geplant würden, dass sie aus dem engen Tal nicht zu sehen sein würden. Im Naturpark Altmühltal ist mit der Einbeziehung von Talreliefprofilen ein Ausgleich zwischen den Zielen des Naturparks und der Erarbeitung von Potenzialflächen für die Windkraft erreicht worden.
• Für das Ziel der Bindung von Treibhausgasen: für die Bekämpfung des Treibhauseffekts spielt der Wald eine wichtige Rolle, da er der Atmosphäre Kohlendioxid entzieht. Windkraftanlagen an Standorten zu planen, wo zunächst Waldbestände gerodet werden müssen, kann keine ernsthafte Option sein, wenn man Treibhausgase reduzieren möchte. Es ist ein falsches Umweltverständnis wenn der Mensch meint, die natürlichen Regelungsmechanismen der Natur durch technische Lösungen zu ersetzen.
Zumindest zwei der drei Punkte lassen sich durch ein wenig Rücksichtnahme heilen:
• Gegenüber der Bevölkerung von Collenberg könnten die Stadt Freudenberg und der Betreiber sich verpflichten, einen »Null-Minuten-Schattenwurf« für die Wohngebiete zu garantieren. Es gibt Windkraftbetreiber, die dies aus Rücksichtnahme gegenüber der Bevölkerung anbieten. Ich empfehle den Collenbergern, dies der Stadt Freudenberg vorzuschlagen. Sollte die Stadt Freudenberg sich darauf kurzfristig nicht einlassen, empfehle ich den Collenberger, sich unmittelbar ein Schattengutachten für die Wohngebiete von Reistenhausen und Fechenbach erstellen zu lassen, um die eigenen Rechte zu sichern. Zudem sollte in diesem Fall jeder Einwohner beim Betreiber die Schlagschattendaten für seine Wohnung anfordern.
• Um die wertvolle Tallandschaft bei Collenberg zu bewahren, kann das Rechenmodell aus dem Altmühltal wiederverwendet werden und durch eine Anpassung der Standorte die wertvolle Tallandschaft erhalten bleiben. Selbst wer unter unseren Kreispolitikern den Windkraftausbau in weitgehend intakten Naturräumen befürwortet, sollte sich allein aus Rücksichtnahme für die Belange Collenbergs einsetzen, um zumindest den Schlagschatten zu vermeiden. Die Unterstützung hätte Collenberg verdient, denn gerade die Gemeinden im Südspessart kämpfen besonders mit dem demografischen Wandel, wie es nicht zuletzt die vielen Verkaufshinweise deutlich machen, wenn man von Collenberg Richtung Wertheim fährt. Andreas Rinner, Mönchberg

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