Rüth wird Mitglied und spendet

Spessartbad Mönchberg: CSU-Abgeordneter, Förderverein und Gemeinde wollen gemeinsam um Erhalt kämpfen

Klingenberg a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Annäherung im Schwimmbadstreit: (von rechts) CSU-Landtagsabgeordneter Berthold Rüth, Stefan Brück, geschäftsleitender Beamter des Marktes Mönchberg, sowie Daniela Schmitt, Wolfgang Stanger und Renate Jestrich vom Förderverein. Fotos: Manfred Wei
Foto: Manfred Weiß
Das Mönchberger Spessartbad sorgt in diesen Tagen für Gesprächsstoff.
Foto: Manfred Weiß
In Mün­chen vor­sp­re­chen und künf­tig ge­mein­sam agie­ren: Auf die­ses Vor­ge­hen ha­ben sich am Mon­tag der CSU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ber­t­hold Rüth und Ver­t­re­ter des För­der­ve­r­eins Spess­art­bad Mönch­berg ver­stän­digt. Ei­nen He­bel, um die Ge­mein­de bei ih­ren not­wen­di­gen Re­pa­ra­tu­ren und Er­neue­run­gen in dem sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Bad zu un­ter­stüt­zen, fan­den die Par­tei­en je­doch nicht. Im­mer­hin:
Die versuchte Annäherung endete mit Rüths Ankündigung, Vereinsmitglied werden zu wollen.
Der Mönchberger Kampf ums Schwimmbad hatte in den vergangenen Wochen viel Staub aufgewirbelt. Mit der Unterstützung von 1050 Bürgern versuchte Bürgermeister Thomas Zöller (FW) Druck auf die Staatsregierung auszuüben. Die Sammelpetition, die eine stärkere Förderung kommunaler Bäder zum Ziel hatte, wurde jedoch in München von der CSU-Mehrheit im Ausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport zurückgewiesen. Der für einen Rathauschef ungewöhnliche Vorstoß brachte Zöller prompt den Vorwurf Rüths ein, Parteipolitik zu betreiben. Im Gegenzug warfen die Schwimmbadfreunde dem Abgeordneten aus Eschau vor, sich nicht für das Spessartbad einzusetzen.
Diesem Eindruck versuchte Rüth, von dem die Initiative zu dem Gespräch in der CSU-Kreisgeschäftsstelle in Röllfeld ausgegangen war, entgegenzuwirken. »Mein Heimatschwimmbad ist mir wichtig. Ich springe pro Jahr einmal vom Fünfer.« Nach dieser munteren Einführung sparte der Abgeordnete nicht mit Kritik. Mönchbergs Bürgermeister Zöller warf er vor, in der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck zu erwecken. Der Betrieb des Spessartbades sei »klipp und klar« eine freiwillige Leistung des Marktes Mönchberg und die Einrichtung daher außerhalb der Schulsportförderung nicht zu bezuschussen. Das sei akzeptierte Leitlinie aller kommunalen Spitzenverbände.
Unstrittiges Thema
Rüth versicherte, dass ihm die bayerische Schwimmbad-Problematik bewusst sei. »Das Thema ist unstrittig.« Daher habe er sich intensiv dafür eingesetzt, dass ein 1995 ausgelaufenes Fördermodell neu aufgelegt wird. Jedoch seien ab 2015 mit dem Flüchtlingsstrom und den Folgen unerwartete, gewaltige finanzielle Herausforderungen auf das Land zugekommen. Seine Bemühungen werde er fortsetzen. Mit einem positiven Ergebnis sei jedoch nicht vor dem bayerischen Doppelhaushalt der Jahre 2019/20 zu rechnen. Rüth erklärte sich bereit, gemeinsam in München vorzusprechen und dort nach einer Lösung zu suchen. Seine Hoffnung setzt er zunächst auf das EU-Förderprogramm Leader, mit dem Vorzeigeprojekte bürgerschaftlich geprägter Regionalentwicklung unterstützt werden.
Mönchbergs Bürgermeister Zöl- ler nahm wegen eines Seminars in Nürnberg nicht an dem Treffen in Röllfeld teil. Dafür parierte der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Stefan Brück Vorwürfe Rüths. Mönchberg habe das EU-Förderprogramm sehr wohl abgeklopft. Gespräche mit Leader-Manager Jürgen Jung im Landratsamt Miltenberg hätten jedoch ergeben, dass es nicht in Anspruch genommen werden könne. Eschauer Jahreszuschüsse von zuletzt je 3400 Euro seien ebenso ein »Tropfen auf den heißen Stein« wie Geldbeträge, die laut Rüth über ein Sonderprogramm Kinderschwimmen der Kreisjugendpflege zu erlangen wären. »Wir kommen mit diesen Mitteln nicht weiter« , so Brück.
Er verwies auf die hohe Summe von rund 100 000 Euro, welche die Gemeinde heuer für die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens aufbringen müsse. Etwa weitere 200 000 Euro würden in den kommenden Jahren für den Folienaustausch im Schwimmerbecken benötigt. Und: »Auch das Thema Badtechnik wird noch auf uns zukommen.«
Stanger: Miteinander reden
Deutlich wurde mit zunehmender Gesprächsdauer, dass »es schwer wird« - so Rüth -, neue Geldquellen zu erschließen. Der Abgeordnete erklärte sich bereit, gemeinsam mit Thomas Zöller in München nach einem Weg zu suchen. Auf die Frage von Daniela Schmitt vom Förderverein, weshalb er nicht als Vereinsmitglied einen Beitrag für sein »Heimatschwimmbad« leiste, sagte Rüth sofort seinen Eintritt zu und legte mit der Ankündigung einer Spende nach. Wolfgang Stanger machte deutlich, worauf es im weiteren Prozess vor allem ankommt: »Ihr müsst miteinander reden!« Gemeint sind Rüth und Zöller.
MANFRED WEISS
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!