Rote Zahlen bei Wasser und Abwasser in Röllbach

Gebührenerhöhung ab April 2022 denkbar

Röllbach
3 Min.

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Die Wasser- und Abwassergebühren könnten in Röllbach ab April 2022steigen, auch wegen der in absehbarer Zeit anstehenden Sanierung der Kläranlage.
Foto: Marco Burgemeister
Müs­sen sich die Röll­ba­cher im nächs­ten Jahr auf höhe­re Kos­ten für Was­ser und Ab­was­ser ein­s­tel­len? Die Fra­ge blieb in der Sit­zung des Ge­mein­de­rats am Mon­tag im Pfarr- und Ju­gend­heim zwar of­fen – doch deut­lich wur­de auch, dass die Ge­büh­r­en­sät­ze an­ge­ho­ben wer­den müs­sen, da­mit auch künf­tig ei­ne Kos­ten­de­ckung er­reicht wer­den kann.

Nach Angaben des beauftragten Kommunalberatungsbüros aus Veitshöchheim ist im noch aktuellen vierjährigen Kalkulationszeitraum, der seit 2018 gilt und der zum 31. März 2022 ausläuft, eine Unterdeckung im Wasser- und eine Überdeckung im Abwasserbereich zu verzeichnen. Bei den Wassergebühren wäre die logische Folge in Bezug auf eine Kostendeckung eine Gebührenerhöhung.

Es war bei der Wasserversorgung in einem Beispiel die Rede von einer Erhöhung von bisher 1,10 auf 1,85 Euro pro Kubikmeter, um auf eine Kostendeckung zu kommen. Ob es aber dann auch tatsächlich dazu kommt, steht noch nicht fest, da es nur ein Kalkulationsbeispiel war. Beim Abwasser stellt sich die Situation dann noch komplexer dar, es könnten anhand - eine von mehreren Möglichkeiten - mittels Gebührenerhöhung Rücklagen gebildet werden: Damit würde im Bereich der Abwassergebühren mit dieser Steigerung dann auch die in den nächsten Jahren anstehende Sanierung der Kläranlage mit berücksichtigt.

Ob der Gemeinderat den Vorschlägen und Möglichkeiten wie von Kommunalberatung präsentiert folgt oder davon abweicht, bleibt abzuwarten. Einen Beschluss zur Erhöhung oder eine Festlegung, ob überhaupt und in welcher Höhe, gab es am Montag noch nicht. Vielmehr soll der Gemeinderat sich nun in den nächsten Wochen und Monaten Gedanken darüber machen, wie die Gebühren künftig aussehen sollen.

Die Gemeinde Röllbach war in der Vergangenheit bereits schon - um ihren Bürgern entgegenzukommen - mit ihren Gebühren im Wasserbereich unter einer Kostendeckung geblieben. Letztendlich würde eine solche Vorgehensweise dann aber über den Haushalt finanziert werden müssen. Bürgermeister Michael Schwing betonte mehrfach, dass die vorgestellten Zahlen noch keine beschlossenen Steigerungen darstellen.

Gemeinderat in Kürze

Wirtschaftswege: Im Bereich am Wasen wurden Wirtschafts- und Zufahrtswege innerhalb eines Gesamtpakets zur Ausbesserung schadhafter Trassen erneuert. Sofort fällt die neue Oberfläche an der Gabelung Richtung Schützenhaus auf, die nun erstmals asphaltiert ist. Der Bürgermeister begrüßte, dass, obwohl ursprünglich nicht als sanierungsbedürftig angesehen und im Leistungspaket enthalten, dieser Abschnitt "versehentlich" erneuert wurde. Diese Arbeiten wurden ohne Mehrkosten für die Gemeinde mit einbezogen. Bis auf einige Restarbeiten - es müssen beispielsweise noch die Ränder den Böschungen und den anschließenden Bereichen angepasst werden - ist der Abschnitt ab Beginn des Wasenweges Richtung Klotzenhof Großheubach bis hinauf zum Röllbacher Waldparkplatz fertig. Auch andere, zuvor sanierungsbedürftige Wegabschnitte auf Röllbacher Gemarkung wie Teile des Rosshofer Weges sind mittlerweile erneuert worden.

Straßenzustände und Infrastruktur: Geschäftsführer Marc Steenken des in Laudenbach ansässigen Ingenieurbüros ISB erläuterte dem Gremium die Vorgehensweise zur Erstellung einer möglichen Straßenzustandserfassung und eines Infrastrukturatlasses. Hintergrund der Einladung des Experten war, dass das Thema Straßensanierung und -Unterhalt Kommunen vor immer größere Herausforderungen stellt. Anstatt Straßen, die augenscheinlich in einem schlechten Zustand sind, einem Sanierungskonzept zuzuordnen, welches priorisiert abgearbeitet wird, sieht die Vorgestellte Methode die ganzheitliche Bewertung einer Straße unter Berücksichtigung der Kanal- und Wasserleitungen vor. Mittels Infrastruktur- und Maßnahmenplan können vorhandene finanzielle Mittel optimal verteilt und kritische Straßen identifiziert und dann einem Sanierungskonzept zugeordnet werden. Für 20 Straßenkilometer würden bei Zusage zur Umsetzung des Konzepts Kosten von rund 20.000 Euro entstehen, dazu nochmals 15 000 Euro für die Erstellung einer gesamtheitlichen Infrastrukturplanung. Eine mögliche Vergabe des Auftrags würde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Jahresrechnungen 2018 und 2019: Am 6. Dezember 2021 fanden die örtlichen Prüfungen der Jahresrechnungen 2018 und 2019 statt. Bürgermeister Michael Schwing gab für die in zwei Tagesordnungspunkte aufgeteilten Sachverhalte die Leitung der Sitzung an seinen Stellvertreter, den zweiten Bürgermeister Christian Speth (Röllbacher Liste) ab. Dieser wiederum erteilte Gremiumsmitglied Michael Berninger (Röllbacher Liste) als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses das Wort, der kurz einige Eckdaten zur erfolgten örtlichen Prüfung präsentierte. Nach den dem Gremium und unseren Medienhaus vorliegenden Unterlagen beträgt das Jahresrechnungsergebnis 2018 im Verwaltungshaushalt 3,42 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 1,14 Millionen Euro. Im Folgejahr 2019 beträgt das Jahresrechnungsergebnis im Verwaltungshaushalt 3,987 Euro und im Vermögenshaushalt 1,33 Millionen Euro. Für beide Jahre stellte das Gremium jeweils einstimmig die erwähnten Summen fest und erteilte die Entlastung für den ersten Bürgermeister.

Stromliefervertrag: Schwing gab Beschlüsse aus der nicht-öffentlichen Sitzung vom 22. November 2021 bekannt. Unter anderem stimmte das Gremium darin für einen neuen Stromliefer- und Sonderrahmenvertrag, verbunden mit der Vereinbarung einer neuen Preisregelung sowie der Entrichtung eines jährlichen mengenabhängigen Dienstleistungsentgeltes mit der EZV Energie- und Service Untermain. Die Laufzeit reicht vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2023.

Baumaßnahme In den Vierteln/Im Steinig: Für die Baumaßnahme In den Vierteln/Im Steinig stimmte der Gemeinderat in gleicher nicht-öffentlicher Sitzung für die Vergabe eines Baugrundgutachtens. Dabei wurde der Vergabevorschlag des Ingenieurbüros ISB (Laudenbach) angenommen, die Erstellung des Gutachtens kosten 9334 Euro.

Jugendförderung in Vereinen: Der Bürgermeister informierte, dass die Förderung der Vereine für das Jahr 2021 wertmäßig analog zum Jahr 2019 verlaufen soll. Bei Vereinsjubiläen wie zum 50- oder 75-jährigem Bestehen werden fünf Euro pro Jahr gespendet. Die Obergrenze des Spendenbetrages liegt bei 500 Euro.

Erneuerung Wasserleitung: Schließlich gab das Gremium in vorangegangener, nicht-öffentlicher Novembersitzung per Beschluss der Verwaltung den Auftrag, dem Miltenberger Landratsamt das gemeindlichen Einverständnis zur Vergabe der Leistung zum Neubau eines Radweges zwischen Röllbach und Schmachtenberg mit Verlegung einer neuen Wasserleitung an die Firma Stix mit anteiligen Kosten für die Gemeinde in Höhe von 162.458 Euro zu erteilen. Damit folgte die Gemeinde Röllbach den vorliegenden Vergabevorschlägen. Die Rechnungsstellung an die Gemeinde übernimmt das Landratsamt.

Ehrenplakette für Berthold Speth: Wie Schwing mitteilte, erhielt der ehemalige Zweite Bürgermeister Berthold Speth von Landrat Jens Marco Scherf die Ehrenplakette des Landkreises Miltenberg.

Löschwassertanks und Mitfahrerbänke: Der Bürgermeister gab schließlich noch bekannt, dass am Grüngutplatz mittlerweile zwei Löschwassertanks vom Bauhof und einheimischen Firmen eingebaut und vom Bauhof drei Mitfahrerbänke - an den Ortsausgängen nach Mönchberg, Röllfeld und Großheubach - installiert worden seien.

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