Randnotizen: Schnelltest mit Doppelbock

Georg Kümmel über neu entdecktes Corona-Wundermittel

Miltenberg
1 Min.

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Es ist ja nicht so, dass Po­li­ti­ker bis­lang all­zu vie­le taug­li­che Mit­tel zur Be­kämp­fung der Pan­de­mie ent­deckt und er­folg­reich an­ge­wandt hät­ten.

Immerhin, an ihrem zentralen Rezept »Kontakte beschränken« hält die in ihrem Tagesgeschäft sonst als eher wendig bekannte Zunft mit einer Hartnäckigkeit fest, die bislang nur Andi Scheuer bei der Pkw-Maut an den Tag legte. Und die beiden anderen bekannten Maßnahmen »Impfen« und »Testen« kommen zwar täglich zigtausendfach zum Einsatz, aber immer noch fehlt es an Impfstoff und Schnelltests.

Da ist es eine gute Nachricht, dass der Europaabgeordnete Dr. Müller-Lügenscheidt aus Breitendiel einen Vorschlag gemacht hat, der deutlich gefälliger und bekömmlicher ist als Donald Trumps eigenwilliger Therapieansatz »Desinfektionsmittel«.

Dass der ehemalige Prokurist der Brauerei Faust auf die Heilkraft des Bieres setzt, ist weder überraschend noch neu. Schrieb doch schon die Heilige Hildegard von Bingen, dass der Gerstensaft »den Leib kräftigt und die Regeneration fördert«. Gegen Corona darf's ruhig was Stärkeres, also - passend zu Fastenzeit - Doppelbock sein.

Hohe Dosierung

Mit seiner Dosierungsanleitung »500 Milli-Hektoliter oral« hat sich der Politprofi aber entweder vertan oder er stellt Impfwillige vor eine echte Herausforderung. Denn die Dosis 500 malgenommen mit 100 (Hekto) und geteilt durch 1000 (Milli) ergibt stolze 50 Liter, wäre aber verteilt auf den für andere Vakzine empfohlenen Impfzeitraum von zwei bis drei Wochen zu schaffen.

Ein zusätzlicher günstiger, von Müller-Lügenscheidt nicht erwähnter Effekt ist bei dieser Medikamentation, dass Doppelbock überdies als Schnelltest taugt. Bekanntlich gehören ja Geruchs- und Geschmacksverlust zu sichersten Anzeichen einer Corona-Erkrankung. Wer also vor geplanten Begegnungen mit Mitmenschen einen Krug leert und feststellt »Aha, Starkbier« kann unbesorgt das Haus verlassen.

Wie alle Schnelltests ist leider auch dieser nicht ganz verlässlich. Denn wer zum Bier greift, trinkt und nichts schmeckt, ist nicht zwangsläufig corona-positiv, sondern hat nach langen Doppelbock-Testreihen vielleicht nur versehentlich ein Helles erwischt.

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