Potenzial überschätzt, Risiken unklar

Windkraft: Kritiker melden sich in Mönchberg zu Wort

Mönchberg
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Die The­men En­er­gi­wen­de und Wind­kraft sind bei den Bür­gern in al­ler Mun­de. Aus die­sem Grund or­ga­ni­sier­te die Bür­ger­in­i­tia­ti­ve Zu­kunft Mönch­berg am Sams­tag ei­ne In­fo­ver­an­stal­tung im Pfar­r­heim. Als Re­fe­ren­ten tra­ten And­reas Rin­ner und der Bad Or­ber Eck­hard Kuck vor gut 100 Zu­hö­rern auf.
Rinner ging auf die Regionalplanung zum Windkraftausbau ein und kritisierte die Überlegungen des Bundesverbandes Windenergie Unterfranken, die Abstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung von einem Kilometer auf 600 Meter zu verkürzen. Auch erklärte er, dass Eingriffe in das Landschaftsbild durch Windkraftanlagen nicht durch Ausgleichsmaßnahmen kompensierbar seien. Diese fehlende Kompensationsmöglichkeit wird durch eine finanzielle Zuwendung der Betreiberfirma an den Landkreis, auf dessen Gebiet Windkraftanlagen errichtet werden, ersetzt.
Die Höhe der einmaligen Zahlung ist laut Rinner von der Anzahl der Anlagen, deren Höhe und der Werthaltigkeit des Landschaftsbildes abhängig. Es gibt vier Wertstufen für Landschaftsbilder. Mönchberg und Schmachtenberg fallen in die Stufen zwischen drei und vier - dies hätte hohe Ausgleichszahlungen für Investoren zur Folge und könnte diese davon abhalten, in der Gemeinde überhaupt Windräder bauen zu wollen. Nach Meinung der Bürgerinitiative würde der Bau von Windkraftanlagen auf Mönchberger Gemarkung den Charakter der Gemeinde verändern.
Landschaft wird »Industriebrache«
Eckhard Kuck stellte im Anschluss zunächst einen kurzen Abriss über den heutigen Stand der Energiewende dar. »Es reicht nicht aus, nur die deutschen Atomkraftwerke abschalten zu wollen, genauso wichtig ist es, die Abschaltung von Atomkraftwerken auf europäischer Ebene zu forcieren«, so Kuck. Er monierte, dass das Ausbreiten der Windkraftanlagen auch in wertvollen und dicht besiedelten Landschaftsteilen Menschen und Tieren zunehmend die Rückzugsmöglichkeit nehmen und Mittelgebirgslandschaften in Indus᠆triebrachen verwandle. Auch erklärte Kuck, dass seinen Recherchen zufolge die lokale Wertschöpfung der Windenergie und das Windenergiepotenzial allgemein häufig überschätzt werden. Daher seien viele Windparks schon heute nicht profitabel.
Kuck ging auf die gesundheitlichen Implikationen des Betriebs von Windrädern ein. Die Anlagen wandeln den Wind in Strom sowie hörbaren und nicht hörbaren Schall, den sogenannten Infraschall, um. Die von Infraschall ausgelösten Beschwerden bei Menschen könnten Herzrasen, Angststörung, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Rücken- und Genickverspannung sein, so Kucks Annahme. Auf jeden Fall müsse seiner Meinung nach Infraschall besser erforscht werden. Als mögliche Lösung erklärte Kuck, dass Deutschland genügend Windkraftanlagen habe - diese müssten nur gleichmäßiger verteilt und so umgerüstet werden, dass sie auch bei wenig Wind viel Strom erzeugen. Ein Ansatz wäre die Erhöhung der Volllaststunden der Anlagen. Marco Burgemeister
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