Polizeiaktion: Damit Ältere sicherer E-Bikes fahren

Verkehrssicherheit: Die Polizeiinspektionen Miltenberg und Obernburg bieten kostenlose Trainings für die Generation 50 plus an - Steigende Unfallzahlen

Miltenberg
2 Min.

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Übung ist gefragt: Pedelecs sind nicht so einfach zu steuern. Foto: Zacharie Scheurer (dpa)
Foto: Zacharie Scheurer
Seit dem elek­trisch be­trie­be­ne Fahr­rä­der (Pe­de­l­ecs, E-Bi­kes) boo­men, kehrt auch bei vie­len äl­te­ren Men­schen die Lust am Ra­deln zu­rück. Dem ge­gen­über steht die Ge­fahr von Un­fäl­len. Um die­se Ge­fahr zu mi­ni­mie­ren, bie­ten die Po­li­zei­in­spek­tio­nen Obern­burg und Mil­ten­berg kos­ten­lo­se Kur­se an:

»Mein schnelles Fahrrad« heißt das Projekt und richtet sich an »Radfahrende 50+ auf Pedelecs« (siehe Hintergrund).

Pedelec? E-Bike? Eine kleine Begriffserklärung vorweg: Landläufig werden die elektrisch betriebenen Fahrräder, die zuhauf auf unseren Straßen unterwegs sind, zwar als E-Bikes bezeichnet. So ganz richtig ist das jedoch nicht. E-Bikes sind die Fahrräder, die auch rein elektrisch fahren ohne dafür in die Pedalen treten zu müssen. Das, was wir tagtäglich auf unseren Straßen sehen, sind Pedelecs: Fahrräder, deren elektrischer Antrieb den Fahrer nur beim Treten in die Pedalen unterstützt, sonst nicht.

Im Trend

Besonders die Einschränkungen während der Corona-Zeit haben den Trend zu Pedelecs forciert. Die Verkaufszahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr verkauften Fahrradhändler&Co. bereits zwei Millionen Pedelecs. 2014 lag die Zahl noch bei rund 480.000. Mehr Pedelecs auf den Straßen bedeutet, dass sich die Wahrscheinlichkeit von Unfällen erhöht. Zahlen bestätigen dies. Die Polizei meldete im Jahr 2014 laut Statistischem Bundesamt genau 2245 Pedelecunfälle mit Personenschaden, im Jahr 2021 registrierten die Beamten 17.285. Auffällig dabei für das Jahr 2021 ist: »Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet wurden, waren im Durchschnitt 55 Jahre alt«, ermittelten die Statistiker des Bundesamtes. Und das, obwohl immer mehr Jüngere auf Pedelecs umsteigen. Bei älteren Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, sich bei einem Sturz schwer oder tödlich zu verletzen als bei jüngeren, schlussfolgern die Statistiker.

Fachleute vom Allgemeinen deutsche Fahrradclub (ADFC) weisen darauf hin: Elektroräder reagieren anders als gewohnt. Jahrelang kein Fahrrad gefahren und dann auf ein Pedelec steigen - da kann's schon mal wackelig werden. Nicht nur der Schub des Motors beim Anfahren kann gewöhnungsbedürftig sein.

Auch deshalb sind Pedelec-Unfälle oft selbst verschuldet, ohne dass ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt ist. Das sagte Jonas Hurlin vom Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) kürzlich der Nachrichtenagentur »dpa«. Für ihn ist das ein Zeichen, dass »das Gefühl für Geschwindigkeit, Bremsverhalten und Kurvenverhalten erst erlernt werden muss«. Hurlin hält Elektroräder grundsätzlich für stadttauglich - wenngleich etwas mehr Übung nötig ist, um sie richtig zu beherrschen.

Die Kurse der Polizei

Genau da setzen die Kurse der hiesigen Polizeien an. Nachdem diese schon in Aschaffenburg oder Alzenau Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehr Sicherheit auf den Zweirädern bringen, stehen nun Fachleute im Kreis Miltenberg älteren Pedelec- oder E-Bike-Lenkern zur Seite.

Ziel der Trainings ist laut Polizei: »Den richtigen Umgang mit den Pedelecs im geschützten Raum zu üben und dabei an Sicherheit zu gewinnen. Tipps, Tricks und praktische Übungen sollen den Kursteilnehmern die Besonderheiten des Geschwindigkeits- und Bremsverhaltens der Räder näher bringen.«

Hintergrund: So nehmen Sie an den Trainings der Polizei teil

Kurse: Termine für die jeweiligen Kurse sind die Sonntage am 28. August, 4. September, 11. September, 18. September. Die kostenfreien Trainings beginnen immer um 10 Uhr. Sie dauern etwa zwei Stunden.

Kurs-Ort: Die Trainings findet in der Jugendverkehrsschule auf dem Übungsplatz der Gebietsverkehrswacht Obernburg, neben der Mittelschule (Oberer Neuer Weg 41) statt.

Anmeldung: Wer einen der kostenfreien Kurse besuchen möchte, meldet sich entweder per Mail oder Telefon an.

Mailadresse:

pp-ufr.obernburg.pi@polizei.bayern.de Telefonnummer: 06022 629 118

Sonstiges: Die Kurse werden mit rund zehn Teilnehmern belegt. Zur Teilnahme werden ein eigenes Pedelec sowie der eigene Fahrradhelm benötigt.

Die Polizeiinspektionen Obernburg und Miltenberg kooperieren für diese Aktion mit der Gebietsverkehrswacht. (mai)

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