Platz für Depot, Archiv und Jugend

Architektenwettbewerb: Stadt Miltenberg will für 3,8 Millionen Euro das Ohliger-Gelände neu gestalten

Miltenberg
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Die Stadt Miltenberg erhofft sich durch eine Neugestaltung des Ohliger-Geländes eine Verbesserung der Stadteingangssituation aus Richtung Westen. Hier sollen Architekten und Landschaftsplaner Gebäude für ein Museumsdepot, Archiv und ein Jugendzentrum planen, auch die Freiflächen sollen ansprechend gestaltet werden.
Foto: Winfried Zang
Rund 3,8 Mil­lio­nen Eu­ro lässt sich die Stadt Mil­ten­berg die Neu­ge­stal­tung des Stadt­ein­gangs­be­reichs auf dem Oh­li­ger-Ge­län­de kos­ten. En­de die­ser Wo­che wird ein Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb ver­öf­f­ent­licht, durch den sich die Stadt in­ter­es­san­te Vor­schlä­ge er­hofft.

»Dieser Bereich stört mich seit vielen Jahren«, sagt Bürgermeister Helmut Demel und meint damit das seit mehreren Jahren nicht genutzte Ohliger-Gelände, das früher eine Autowerkstatt und einen Autohandel beherbergte.
Grundstück gekauft
Das Grundstück hat die Stadt vor wenigen Wochen von einer Bank erworben. Die genaue Kaufsumme will Demel nicht nennen, »aber ein Schnäppchen war es nicht.« Er spielt damit auf eine Vorleistung der Stadt in Höhe von rund 290 000 Euro an, um den Hang zu sichern. Die vorherigen Eigentümer hätten dazu finanziell nicht herangezogen werden können, so Demel, so dass die Stadt die Kosten habe übernehmen müssen.
In einer Sitzung des Ferienausschusses, in der fast alle Stadträte anwesend waren, habe der Stadtrat im vergangenen Sommer einmütig dem Kauf des Geländes zugestimmt, erinnert sich Demel. Man sei sich einig gewesen, die Chance für eine Neugestaltung des Geländes zu ergreifen.
Ideen, was hier geschaffen werden kann, gibt es zur Genüge, führt Markus Lorenz vom Bauamt der Stadt aus: Man braucht beispielsweise Platz für ein Museumsdepot und für das Stadtarchiv - bislang wurden die »Schätze« an mehreren Orten, verteilt über die ganze Stadt, gelagert. Das könnte sich durch einen Neubau ändern, hofft der Fachmann. Damit wären auch Pläne obsolet, am Bauhof einen Neubau zu errichten oder das Telekom-Gebäude im Fährweg zu nutzen.
Unterstützung für das Vorhaben hat die Stadt bei der Regierung von Unterfranken gefunden, die laut Bürgermeister »großzügige Zuschüsse« aus dem Städtebauförderungsprogramm fließen lassen will. Dazu ist ein Architektenwettbewerb unter Regie des Büros Bäumle (Darmstadt) notwendig (siehe Hintergrund).
Freianlage einplanen
Die Aufgabe für die Fachleute ist es zum einen, Pläne für ein Museumsdepot und ein Archiv mit einer Gesamtnutzfläche von 1300 Quadratmetern sowie für ein Jugendzentrum mit 400 Quadratmeter Fläche zu erstellen. Auch sollen die Freianlagen auf 11 100 Quadratmetern geplant werden. »Ich fände es beispielsweise sehr schön, wenn man den Sandsteinhang gut sehen könnte«, meint Helmut Demel dazu. Die Architekten sollen sich darüber hinaus in einem städtebaulichen Ideenteil Gedanken machen, wie man auch das Mainzer Tor nutzen kann. Am 12. Juni soll das Preisgericht den Siegerentwurf küren.
»Die Zeit bis dahin werden wir für eine Altlastenuntersuchung des Geländes nutzen«, erläutert Markus Lorenz und weist auf den sportlichen Zeitplan hin. Um keine Zeit zu verlieren, hatte der Bauausschuss am Montagabend beschlossen, bereits jetzt den Abbruch der bestehenden Gebäude beim Landratsamt Miltenberg anzuzeigen. Das ist notwendig, da auf dem Gelände eine Veränderungssperre liegt. Falls sich beim Wettbewerb herausstellen sollte, dass Teile der bestehenden Gebäude weiter genutzt werden können, würde der Abbruch dementsprechend geringer ausfallen.
Sobald der Siegerentwurf feststeht, werde man Lorenz zufolge die Ausschreibung für die Werksplanung auf den Weg bringen, so dass möglichst früh im Jahr 2016 mit dem Bau begonnen werden kann. »Auch die Förderanträge müssen im zweiten Halbjahr gestellt werden«, sagt Lorenz, der weiß, dass viel Arbeit auf ihn zukommt: »Unter Umständen müssen wir vier Anträge für die einzelnen Projekte stellen.«
»Ende 2016 wollen wir fertig sein«, fasst Bürgermeister Helmut Demel das ehrgeizige Vorhaben zusammen und verhehlt dabei nicht den Zeitdruck - schließlich müssen die Fördermittel bis dahin abgerufen sein.
Winfried Zang

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