Personalplan für neues Jugendzentrum gefordert

Miltenberger Stadtentrée: Bundschuh und Oswald wollen regelmäßige Öffnung sicherstellen - Demel weist Grünen-Kritik zurück

Miltenberg
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Eine Bauruine ist inzwischen verschwunden: Auf dem ehemaligen Ohliger-Gelände am Mainzer Tor sollen Jugendzentrum, Museumsdepot und Stadtarchiv entstehen. Foto: Sabine Balleier
Foto: Sabine Balleier
Für das ge­plan­te Ju­gend­zen­trum am Main­zer Tor ver­mis­sen zu­min­dest ein­zel­ne Mit­g­lie­der des Mil­ten­ber­ger Stadt­rats ein Be­triebs­kon­zept. »Wir müs­sen den Per­so­nal­be­darf pla­nen«, for­der­te Jo­han­nes Os­wald (Li­be­ra­le Mil­ten­ber­ger) am Mitt­woch in der Sit­zung. »Ich möch­te das ma­chen, be­vor wir über die In­ves­ti­ti­on ent­schie­den. Der Ju­gend­treff muss auch of­fen sein.«
Über den Neubau von Jugendzentrum, Museumsdepot und Stadtarchiv gibt es hinter
verschlossenen Türen seit einiger Zeit Auseinandersetzungen. Nach den zuletzt öffentlich genannten Zahlen kalkuliert die Stadt für des Vorzeigeprojekt auf dem ehemaligen Ohliger-Gelände momentan mit Kosten von 9,2 Millionen Euro. In welcher Höhe Zuschüsse fließen könnten, ist unklar. Die Unzufriedenheit einiger Stadträte mit dem Fortgang der Planungen klang bislang öffentlich kaum an; zuletzt war sie in den Haushaltsberatungen in einer kurzen Bemerkung von Werner Heimberger (Freie Wähler) zu spüren. Er hatte gefordert, »bestimmte Großprojekte« kritisch zu hinterfragen.
Treff oft geschlossen
Dass nun die Themen Öffnungszeiten und Personal für das künftige Jugendzentrum zur Debatte stehen, geht auf eine Anfrage des MWG-Stadtrats Hubertus Bundschuh am Mittwoch zurück. Der derzeitige Jugendtreff in der Mainstraße sei sehr oft geschlossen, bemängelte er. Dessen Betrieb hat die Stadt an die Caritas abgegeben. Da nun ein Neubau geplant sei, müsse man sich auch Gedanken um die Öffnungstage und die Resonanz bei den Jugendlichen machen, meinte Bundschuh.
Bürgermeister Helmut Demel erklärte, es sei »bedauerlich«, dass der Jugendtreff so oft geschlossen sei. Aber bei Urlaub oder Krankheit des Personals sei es für den Betreiber schwierig, die Öffnung zu gewährleisten. »Ich sehe da im Moment aber auch keine Lösung«, sagte Demel - oder die Stadt müsse auf eigene Kosten jemanden einstellen. Dem hielt Bundschuh entgegen, die Stadt habe den Betrieb des Jugendtreffs seinerzeit der Caritas überlassen, weil diese versichert habe, es sei genügend Personal vorhanden, um die Öffnung zu gewährleisten. Derzeit aber sei die Tür an der Mainzer Straße vor allem an Brückentagen auffällig oft verschlossen, kritisierte Bundschuh.
Wünsche berücksichtigt
An fehlender Resonanz liegt das nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht. »Es halten sich schon Jugendliche dort auf«, sagte er. Deren Wünsche deckten sich im Übrigen mit dem, was die Stadt am Mainzer Tor geplant habe. Vorgesehen hat Architekt Martin Bez fünf Räume: ein Foyer mit einer Art Bar, Kraft-, Musik- und Gruppenraum sowie einen großen Saal mit Boulderwand.
Zu Beginn der Sitzung hatte Helmut Demel unabhängig von der Personaldiskussion einen Vorwurf des Grünen-Kreisverbandes entschieden zurückgewiesen, er beteilige die Jugendlichen zu wenig an den Vorarbeiten für das Jugendzentrum. Kreisvorsitzender Marcel Schmidt hatte erklärt, die Stadt habe Kinder und Jugendliche im Vorfeld dazu weder befragt, noch würden diese jetzt bei der Erarbeitung des Konzepts aktiv einbezogen. »Das ist Ignoranz«, entgegnete Demel am Mittwoch darauf. Die Jugendlichen seien nach ihren Wünschen gefragt worden, und auch der Kommission, die den Architektenentwurf ausgewählt hatte, hätten ein oder zwei Jugendliche angehört. Außerdem gebe es in Miltenberg zweimal im Jahr Gesprächsrunden mit Schülern. Sabine Balleier

Kommentar: Stadtrat stellt richtige Fragen
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