Neue Rot-Kreuz-Rettungswache in Sulzbach

Kreisverband des Roten Kreuzes froh über idealen Standort - Auch Leidersbach besser erreichbar

Sulzbach
3 Min.

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Die Sulzbacher Rettungswache wurde am Samstagvormittag im Rahmen einer Feierstunde offiziell in Betrieb genommen.
Foto: Martin Roos
Symbolische Schlüsselübergabe. BRK-Kreisvorsitzender Thomas Rothaug (links) überreichte symbolisch den Schlüssel des neuen Rettungsdienststandortes an den stellvertretenden Leiter des Rettungsdienstes Jörg Kuhn (Zweiter von rechts). Mit den beiden freuen sich Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer (rechts) und Standortbürgermeister Martin Stock (Zweiter von links).
Foto: EXT-RoosM
Gro­ßer Tag für das Ro­te Kreuz und für Sulz­bach. Ei­ne neue Ret­tungs­wa­che wur­de dort am Sams­tag of­fi­zi­ell in Be­trieb ge­nom­men.

Auf 240 Quad­r­at­me­tern Fläche ste­hen im ehe­ma­li­gen Nor­ma-Ge­bäu­de in der Spessart­stra­ße Au­f­ent­halts­räu­me, Toi­let­ten und Ga­ra­gen zur Ver­fü­gung. Kreisvorsitzender Thomas Rothaug erinnerte in seiner Festansprache zur Eröffnungsfeier, dass vor fast genau einem Jahr auf dem Parkplatz eine provisorische Unterkunft in Containern bezogen wurde. Nach umfangreichen Umbauarbeit im ehemaligen Supermarkt könne nun eine Rettungswache in Betrieb genommen werden, die der erstmals vorliegenden DIN-Norm entspricht.

Zahl der Notfälle gestiegen

Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement hatte in einer 207-seitigen Trend- und Strukturanalyse (TRUST III) im August 2016 für den Versorgungsbereich der Rettungswache Obernburg aufgrund des stark gestiegenen Notfallaufkommens und zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Leidersbach empfohlen, einen neuen Stellplatz in Sulzbach einzurichten und täglich stundenweise mit einem Rettungswagen zu besetzen. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung hatte das Gutachten bestätigt und das Projekt Sulzbach für fünf Jahre ausgeschrieben.

Die Investitionen in den Standort inklusive Personal- und Sachkosten betragen rund 500 000 Euro jährlich. Insgesamt wurden zehn Arbeitsplätze geschaffen. Rothaug betonte, dass es bei der Standortsuche viele Ideen und Gespräche gab. Im August 2017 hatte man noch einen anderen Standort im Blick, der aber die Kriterien zur Verbesserung der Hilfsfrist für Leidersbach nicht wie notwendig erfüllt hätte. Im Herbst 2017 sei man durch Zufall auf diesen aus rettungsdienstlicher Sicht idealen Standort gekommen: abseits des Wohngebiets, überschaubar finanzierbar und mit dem Eigentümer kurzfristig umsetzbar.

Rothaug hob hervor, dass die Bürger im Landkreis Miltenberg ein funktionierendes Hilfeleistungssystem des Roten Kreuzes gewohnt seien und es als selbstverständlich empfinden. Mit Hinweis auf Bestrebungen gerade vonseiten der EU, daran Einiges zu ändern, warnte Rothaug davor, funktionierende Einrichtungen der Daseinsvorsorge durch Fehleinschätzungen und -entscheidungen langfristig zu beschädigen. Udo Röthlein, Referent des BRK-Rettungsdienstes Franken und stellvertretende BRK- Bezirksgeschäftsführer Unterfranken, ging in seiner Ansprache auf die Krankenhausschließungen und die schwindende Hausarztdichte auf dem Land ein. Hier sei zwangsweise der Rettungsdienst gefragt. Man werde sich darauf einstellen müssen, nicht mehr das kleine Krankenhaus um die Ecke, sondern weiter entfernte Zentralkliniken anfahren zu müssen.

Landtagsabgeordneter und Mitglied des BRK-Kreisvorstands Berthold Rüth betonte, dass im Kreisverband Profis und Ehrenamtliche eng zusammenarbeiten. Die Vergaberichtlinien seien eine große Herausforderung und die Diskussionen über Ausschreibungen seien in der Politik angekommen. Er sei guter Dinge, dass sich nun etwas bewege. Thorsten Meyerer hob als Stellvertreter des Landrats hervor, dass eine gute Gesundheitsvorsorge für die Menschen und die Entwicklung im Landkreis von größter Bedeutung sei. Das BRK sei ein höchst verlässlicher Partner und eine feste und unverzichtbare Größe.

Für Mitmenschen tätig werden

»Tutti Fratelli - wir sind alle Brüder«, zitierte Sulzbachs Bürgermeister Martin Stock den Leitspruch von Rotkreuzgründer Henry Dunant nach der Schlacht von Solferino. Handlungsmaxime des Roten Kreuzes sei, tätig werden und die Dinge in die Hand nehmen, statt sie klaglos hinzunehmen. Den hohen Stellenwert des Roten Kreuzes zeige die Zahl von vier Millionen Mitgliedern und über 400 000 Ehrenamtlichen.

Pfarrerin Martina Haas und Diakon Karl Heinz Klameth segneten die Räume und erzählten die Geschichte von der Heilung des Gelähmten. Vorsitzender Thomas Rothaug überreichte dem stellvertretenden Leiter des Rettungsdienstes Jörg Kuhn symbolisch den Schlüssel für die Rettungswache.

Der neue Standort in Sulzbach ist montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr, freitags und samstags rund um die Uhr und sonntags von 8 bis 22 Uhr mit einem Rettungstransportwagen (RTW) und je einem Rettungsassistenten beziehungsweise einem Notfall- und Rettungssanitäter besetzt. Insgesamt werden wöchentlich 110 Stunden geleistet.

Hintergrund: Rettungsdienst im Landkreis Miltenberg

Der BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg ist seit über 70 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Miltenberg rettungsdienstlich aktiv. Der Rettungsdienst hat die Aufgabe, bei Notfallpatienten Maßnahmen zu Erhaltung des Lebens oder zur Vermeidung gesundheitlicher Schäden einzuleiten, sie transportfähig zu machen und unter fachgerechter Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete nächsterreichbare Einrichtung zu befördern. Dabei steht heute nicht mehr der möglichst schnelle Transport des Notfallpatienten im Vordergrund. Entscheidend kommt es vielmehr auf die Wiederherstellung der Vitalfunktionen am Ort des Notfallgeschehens und auf deren Erhaltung während des Transports durch qualifiziertes ärztliches und nichtärztliches Personal an. Außerdem hat der Rettungsdienst im Rahmen von Krankentransporten die Pflicht, Nicht-Notfallpatienten (Kranke, Verletzte oder sonstige Hilfsbedürftige) nötigenfalls Erste Hilfe zu leisten und sie unter fachgerechter Betreuung zu befördern. Die nächstgelegene integrierte Leitstelle erreicht man unter der vorwahlfreien Notrufnummer 112 (ro/Quelle: BRK-Kreisverband).

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