Neue Idee für ein Museumskarree

Obernburger Stadtrat: Weiterentwicklung des Römermuseums und Architektenwettbewerb angedacht - Zwei Gegenstimmen

Obernburg
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Ein denk­mal­ge­schütz­tes Häu­schen aus dem Jahr 1576 in der Obe­ren Gas­se 13, nicht weit da­von das Rö­mer­mu­se­um, da­zwi­schen das Ge­bäu­de Un­te­re Gas­se 2, das für den Ab­riss be­stimmt ist:

Da könnte doch ein städtebaulich attraktives Ensemble entstehen, das der Öffentlichkeit die Geschichte Obernburgs über rund 2000 Jahre präsentiert. Mit dieser Idee für ein »Museumskarree« befasste sich der Stadtrat am Donnerstag.

Der Vorschlag der Verwaltung kam für einige Räte doch etwas überraschend. Bürgermeister Dietmar Fieger erläuterte ihn. Konkret gehe es im Moment nur um Zweierlei: Soll man sich im Rathaus weiter damit befassen und Vorarbeit leisten? Und soll vorsorglich für diese eventuelle Einzelmaßnahme zunächst für die Vorbereitung ein Zuschussbedarf im Rahmen der Städtebauförderung bei der Regierung von Unterfranken angemeldet werden? Für beides gab es nach anfänglichem Zögern und einiger Diskussion im Gremium ein deutliches Ja bei zwei Gegenstimmen.

Eine davon kam von Jürgen Wolf (AL). Der sah es mit Hinweis auf zwei Kindergartenneubauten und andere kostenträchtige Aufgaben sowie zu erwartende finanzielle Einbußen durch die Corona-Pandemie »zum jetzigen Zeitpunkt als absolut nicht vertretbar« an, einen Beschluss zu fassen, der Geld kostet und der strapazierten Verwaltung zusätzlich Arbeit macht. Fieger hielt ihm entgegen: Es gehe um die Chance, unter Einbeziehen des Anwesens Obere Gasse 13, das erhalten werden müsse, etwas Schönes zu machen; wer einen ersten Schritt nicht tue, könne nichts bewegen.

Vision beschrieben

Und das ist die Vision: Fürs Karree wären Römermuseum und das sanierungsbedürftige Einzeldenkmal durch einen modernen Bau zu verbinden. Dafür wäre ein Wettbewerb auszuschreiben, den Städteplaner Rainer Tropp vorbereitet und begleitet. Zusammen mit der Regierung seien die Kosten dafür auf etwa 120 000 Euro brutto inklusive Preisgeld geschätzt, so Fieger; die Regierung würde sich mit 60 Prozent an den zuwendungsfähigen Kosten beteiligen.

Womöglich Ausgrabungen nötig

Für Neubau und Nebenkosten kalkuliert Tropp grob und nur anhand der Kubatur mit 2,5 Millionen Euro. Über Zuschüsse könne erst nach dem Wettbewerb mit Regierung und Denkmalpflege gesprochen werden, berichtete der Bürgermeister. Möglicherweise würden archäologische Untersuchungen des Baugrunds, möglicherweise sogar Ausgrabungen notwendig.

Beim Bauen wäre zu beachten, dass dies im Überschwemmungsgebiet des Mains geschähe. Außerdem wäre vorab in etwa zu ermitteln, wie teuer der laufende Betrieb des Museumskarrees käme. Darauf könnte der Architektenwettbewerb Hinweise geben. Soll es ein großer hochbaulicher werden oder ein kleiner unter Fachbüros der Region? Die Verwaltung ist beauftragt, die Informationen einzuholen, die für eine Entscheidung notwendig sind. Wortmeldungen der Räte zeigten aber schon, dass sie zur kleinen Variante neigen und örtliche Fachleute wie Eric Erfurth, den Leiter des Römermuseums, einbezogen wissen wollen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!