Museumsdepot hat Priorität

Stadtentwicklung: Miltenberger Bauamt hat Vielzahl von Aufgaben zu schultern - Provisorium für Grundschule?

Miltenberg
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Eine Bauruine soll verschwinden: Die Stadt Miltenberg hat das Gelände des ehemaligen Autohauses Ohliger am Würzburger Torgekauft. Die Entwicklung des Areals hat für den Stadtrat oberste Priorität.
Foto: Sabine Balleier
Das Fir­men­ge­län­de des ehe­ma­li­gen Au­to­hau­ses Oh­li­ger in Mil­ten­berg hat den Be­sit­zer ge­wech­selt: Die Spar­kas­se hat das Areal am Main­zer Tor an die Stadt ver­kauft. Die­se will dort nach Aus­kunft von Bür­ger­meis­ter Hel­mut De­mel das lan­ge ge­plan­te Mu­se­ums­de­pot un­ter­brin­gen - und ei­ne Frei­zeit­fläche für Ju­gend­li­che, mög­li­cher­wei­se so­gar ein Ju­gend­zen­trum.
Raumnot bei den Kindern
Insbesondere für das Bauamt bedeutet die Begleitung solcher Vorhaben viel Arbeit. Dabei steht die Verwaltung auch an anderen Stellen unter Druck: Der städtische Kindergarten platzt aus allen Nähten, und die Grundschule gerät ebenfalls in Raumnot. Um die anfallenden Arbeiten zu bewältigen, bräuchte das Bauamt nach Einschätzung des Bürgermeisters dringend noch einen weiteren Mitarbeiter - einen Architekten oder Ingenieur. Aber es sei schwierig, jemanden zu finden.
Die Entwicklung des Ohliger-Geländes hat Demel zufolge derzeit Priorität. Bereits seit den Sommerferien ist die Verwaltung damit befasst, das Areal zu entwickeln. Unterstützung erhalten die Miltenberger dabei vom Freistaat. Der Stadtrat war in einer Klausurtagung im vergangenen Jahr übereingekommen, dem Projekt den obersten Platz auf der Aufgabenliste einzuräumen - dies auch, um Fördermöglichkeiten bestmöglich auszuschöpfen. Denn nach ersten Entwürfen könnte der Bau geschätzte 3,8 Millionen Euro verschlingen.
Pläne für Depot im Sommer
Laut Demel hatten sich 56 Architekturbüros für die Planung des neuen Stadtentrees interessiert. In einem Auswahlverfahren hat der Rat 15 davon ausgesucht, die Vorschläge erarbeiten. Voraussichtlich noch im März entscheiden sich die Fraktionen für einen davon. »Die Pläne sollen im Juli oder August fertig sein«, erklärt Demel. Der Architekt soll dabei auch das Mainzer Tor und den einstigen Verlauf der Stadtmauer mit einbeziehen.
Der Bürgermeister erhofft sich, dass der bislang verwahrlost wirkende Stadteingang damit ein ansprechendes Erscheinungsbild erhält. »Wir haben uns das Gelände angeschaut«, sagt Demel. »Das geht so nicht.« Deswegen habe die Stadt mit der Sparkasse verhandelt und das Areal schließlich kaufen können. Den Vorwürfen der Vorbesitzerin Olly Ohliger, die Stadt habe den Verkauf des Anwesens an einen Investor verhindert und sie gewissermaßen kalt enteignet, hält der Bürgermeister entgegen: »Die Stadt hat die Hangsicherung für das Gelände zahlen müssen.« Deswegen sei der Erwerb für die Kommune alles andere als günstig gewesen.
Notgruppe im Turnraum
Neben dem Stadtentree muss sich die Verwaltung derzeit dringend Gedanken um die Situation im Kindergarten machen. Schon jetzt kann die Stadt die große Nachfrage der Eltern nur befriedigen, indem sie im Turnraum eine Notgruppe eingerichtet hat. »Und wir müssen jetzt planen, wo wir weitere Gruppen unterbringen«, erklärt der Bürgermeister. »Wir werden in einem zusätzlichen Gebäude eine zweite städtische Kita einrichten müssen.«
Eine Umfrage über den Betreuungsbedarf der Miltenberger Eltern habe »erstaunliche« Rückmeldungen zur Folge gehabt. »Aber wenigstens haben wir jetzt eine saubere Planungsgrundlage«, meint Demel. Laut Gesetz müssten Eltern zwar ihre Kinder bis zu 20 Kilometer weit in den Kindergarten fahren. »Aber das können wir niemandem zumuten.«
Und die Probleme setzen sich fort: Der Ansturm im Kindergarten setzt sich in der Grundschule fort. Auch dort fehlt es an Raum. In der Sitzung am Mittwochabend soll der Stadtrat die Weichen für eine Zwischenlösung stellen. Denn obwohl lange bekannt ist, dass die Schule dringend saniert werden muss, gibt es bislang keine Grundsatzentscheidung. Kämmerer Ludwig Klein hatte zuletzt erklärt, man müsse auch einen kompletten Neubau in Erwägung ziehen. Demel hofft, dass die Stadt nach einer Grundsatzentscheidung des Rats 2016 in den Architektenwettbewerb gehen kann.
Erweiterung am Grauberg?
»Das schaffen wir dieses Jahr nicht«, sagt der Bürgermeister. Das bedeutet aber auch, dass voraussichtlich eine komplette Generation Grundschüler mit einer provisorischen Raumlösung wird vorlieb nehmen müssen. Demel selbst favorisiert derzeit eine Erweiterung der Grundschule am Grauberg - möglicherweise auf der anderen Seite der Setzgasse oberhalb des Friedhofs. »Damit muss sich der Stadtrat beschäftigen«, erklärt er, »wenn die anderen Projekte durch sind.«
Sabine Balleier
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