Mömlinger Hallenbad könnte in drei Jahren öffnen

Sanierung: Mömlinger Bürgermeister über Umbau, der womöglich 2018 startet - 25 Meter Becken gewünscht

Mömlingen
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Streetart: Profis haben die Fassade des Hallenbads in ein riesiges Kunstwerk verwandelt. Ein Teil der Graffiti soll nach dem Umbau erhalten bleiben.
Foto: Nicole Koller
Das leere Becken des Mömlinger Hallenbads diente am Kunstwochenende im Mai als Ausstellungsraum. Geht es nach Bürgermeister Siegfried Scholtka, soll an dieser ein 25 Meter langes neues Schwimmbecken entstehen.
Foto: Nicole Koller
»Karls­bad« könn­te das neue Möm­lin­ger Hal­len­bad hei­ßen. Mit dem Na­men spielt Bür­ger­meis­ter Sieg­fried Scholt­ka auf Karl Muth an - ehe­ma­li­ger Ba­de­meis­ter und gro­ßer Kämp­fer für die Sa­nie­rung des ma­ro­den Bads, das 2012 sch­lie­ßen muss­te. Seit­her legt die Ge­mein­de 80 000 Eu­ro pro Jahr für das Schwimm­bad auf dem Schul­berg zu­rück.

Rund 4,5 Millionen Euro würde die Sanierung kosten, die Bürgermeister Siegfried Scholtka vorschwebt - mit größerem Becken, Café und Eltern-Kind-Bereich.
Abzüglich des angesparten Guthabens, der Spenden und der zu erwartenden Zuschüsse betrage die Finanzierungslücke 1,25 Millionen Euro. Scholtka ist zuversichtlich, bald mit der Planung beginnen zu können. 1,5 Millionen Euro sind in den Haushalt 2018 für das Hallenbad eingestellt. Die Ortsgruppe der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) habe zugesagt, die Schwimmaufsicht für den öffentlichen Badebetrieb zu übernehmen, der momentan Donnerstag- und Freitagabend, Samstagnachmittag und Sonntagmorgen vorgesehen ist. Die restlichen Zeiten wären Schulschwimmen und Kursen vorbehalten.
Nicht alle überzeugt
Nicht alle Mömlinger sind überzeugt von dem Millionenprojekt. Die finanzielle Belastung für die Gemeinde ist manchen Bürgern zu hoch. Auch im Gemeinderat gibt es Skeptiker. Dennoch rechnet Scholtka mit breiter Zustimmung im Gremium. »Ich denke, dass alle den Schritt mitgehen - trotz einiger Bedenken.«
Der Bürgermeister stellt den Kosten einen hohen Nutzen gegenüber: Schulschwimmen sowie Trainingsmöglichkeiten für die DLRG wären vor Ort möglich, ebenso therapeutische Angebote und Gesundheitsvorsorge für Jung und Alt, was die Attraktivität der Wohngemeinde steigern würde.
Das Bad will der Bürgermeister an das bestehende Nahwärmenetz anschließen. Wichtig: »Die Betriebskosten müssten zu 100 Prozent gedeckt sein.« Das Bad soll sich durch Kursgebühren, Eintrittsgelder und Schulnutzung tragen.
Schwimmen wichtiger denn je
Schwimmen sei heute wichtiger denn je, sagt Scholtka mit Blick auf den Bewegungsmangel vieler Kinder und Jugendlicher. Auch für Senioren und Menschen mit Rückenleiden sei Schwimmen ein idealer Sport.
Einiges habe sich in den vergangenen zwei Jahren getan. Nach Gesprächen mit der Regierung und einer Gemeinderatsklausur schrieb der Bürgermeister alle Schulen im Umkreis an, die Interesse an Schwimmunterricht im Mömlinger Hallenbad haben könnten. Zusagen erhielt er aus Obernburg, Großwallstadt, Erlenbach, und Großostheim - insgesamt kämen 76 Schwimmklassen zusammen.
Wie viele Klassen für den Zuschuss nötig sind, hängt von zwei Kriterien ab. Bleibt es bei einer Einzelübungsstätte (16,66 Meter), muss die Gemeinde 40 Klassen vorweisen, entsteht eine Doppelübungsstätte (25 Meter), wären es 70 Klassen. Vorausgesetzt, die Maßnahme zählt als Sanierung. Stuft die Regierung das Projekt als Neubau ein, erhöhen sich die benötigten Schwimmklassen auf 60 (16,66 Meter) beziehungsweise 105 (25 Meter).
Wettkampffähiges Becken
Der Bürgermeister tendiert zum Neubau eines wettkampffähigen 25-Meter-Beckens. Da jedoch der Teil des Gebäudes erhalten bleiben soll, in dem sich Vorraum, Umkleiden, Toiletten und Duschen befinden, geht der Umbau seiner Meinung nach als Sanierung durch. Macht 70 nötige Schwimmklassen, die er bereits vorweisen könne. Stimmt die Regierung zu, das Projekt trotz neuen Beckens als Sanierung zu werten, rechnet Scholtka mit Zuschüssen von rund zwei Millionen Euro.
Wann die Mömlinger wieder im eigenen Hallenbad ihre Bahnen drehen werden, kann der Bürgermeister noch nicht sagen. Läuft alles wie geplant, könnte der Umbau Ende 2018 beginnen. Rund zwei Jahre später würde das Bad eröffnen. Erster Badegast soll Karl Muth sein, sagt Bürgermeister Scholtka, doch stehe es um die Gesundheit des 89-Jährigen gerade nicht zum Besten. »Ich hoffe sehr, dass er bei der Eröffnung dabei ist.«
Nicole Koller

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