Mitreißende Instrumentalkunst

Konzert: Das Trio Ice Blue Orchestra liefert im Beavers ungewöhnliche Kompositionen ab - Innovative Gruppe

Miltenberg
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

1903mb_orchestra4.jpg
Das Ice Blue Orchestra präsentiert im Miltenberger Beavers eigenständige Instrumentalkunst.
Foto: Marco Burgemeister
»Rock Mc­Jazz meets Clas­si­cal« als selbst au­f­er­leg­te und tref­fen­de Gen­re-De­fini­ti­on: Mit dem Ice Blue Or­che­s­t­ra, des­sen Mit­g­lie­der aus Mün­chen und Wei­mar stam­men, gab es am Don­ners­tag im Bea­vers ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che For­ma­ti­on zu hö­ren.
Das Trio besteht aus H.H. Babe an Bass und Keyboard, Keyboarder Reiner Winters und Schlagzeuger und Perkussionist Holger Röder. Die Drei bestachen durch ausgefeilte Instrumentalkompositionen. Das Stück »Awake«, das einen Tagesablauf vom Sonnenaufgang bis hin zur abendlichen Ruhe akustisch umsetzt, war ein gelungener Einstieg: Atmosphärische Keyboardflächen ließen wohlige Schauer aufkommen. Dazu gesellte sich allmählich eine langsame Pianomelodie. Babe und Winters gaben ein sich gegenseitig prima ergänzendes Duo an ihren Tasteninstrumenten ab, bevor Röder mit schmissigem Schlagzeugspiel einsetzte. Die drei Musiker bauten - zum ersten, aber nicht zum letzten Mal - einen immens hohen Spannungsbogen auf. Rhythmisch anspruchsvoll, mit vielen Breaks und Tempowechseln durchsetzt, bahnte sich »Awake« seinen Weg. Es folgte rund zwei Stunden lang ein buntes Sammelsurium geschickt ausgeklügelter Werke. So überzeugte beispielsweise die kleine, als Trio dargebotene Etitüde »Four and Five«. Wie metaphorisch das Ice Blue Orchestra musizieren kann, bewies »Wyatt Earps Last Success«, eine Instrumentalperle, die dem Wildwest-Helden gewidmet ist. »Stellt euch vor, Wyatt Earp steigt von seinem Pferd, geht in einen Salon und dann passiert Folgendes ...«, so Babes Ansage. Was dann passierte, war ein in sich stimmiges, dicht gewobenes Instrumentalstück, das Western-Flair verbreitete. Die Band lässt sich nach eigener Angaben unter anderem von Ereignissen, aber auch von anderer Musik zu ihren Kompositionen inspirieren.
Ideenlieferanten
So diente die Stummfilmzeit als Ideenlieferant für das Werk »Als die Bilder laufen lernten«. Weltpremiere im Beavers: Von ihrer aktuell fertiggestellten, aber noch nicht veröffentlichten CD »Catwalk Drama« gab es einen Vorgeschmack mit »Carthago«. Das Ice Blue Orchestra unterstrich mit seinem Konzert eindrucksvoll, dass es noch innovative Gruppen gibt, die fähig sind, abseits aller Normen herausragende Musik zu liefern. Marco Burgemeister
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!