Mit Petition gescheitert, aber obenauf

München/Kreis Miltenberg
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Hans-Jürgen Fahn. Foto: Harald Schreiber
Foto: Harald Schreiber
Mit 70 : 53 hat der Baye­ri­sche Land­tag am Mitt­woch ei­ne Pe­ti­ti­on der Kirch­zel­le­rin Su­san­ne Wör­ner ab­ge­lehnt. Da­rin ha­ben rund 3000 Un­ter­zeich­ner ge­for­dert, dass künf­tig al­le in Un­ter­fran­ken aus­ge­bil­de­ten Jung­leh­rer in der Re­gi­on blei­ben. Auch die Ge­mein­den Großwall­stadt, Mönch­berg, Lei­ders­bach, (al­le Kreis Mil­ten­berg) so­wie Gold­bach (Kreis Aschaf­fen­burg) ha­ben die Pe­ti­ti­on un­ter­stützt.
Enttäuschung nicht all zu groß
Bei dem Erlenbacher Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Fahn (FW), der in einer Pressemitteilung über das Abstimmungsergebnis informierte, hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Der Grund: Überraschend hatte vor einer Woche der Bezirksverband des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes bekanntgegeben, dass laut Kultusministerium 77 Prozent der Junglehrer im Schuljahr 2017/18 in Unterfranken bleiben sollen. Nur 50 von 166 Pädagogen sollen dieses Mal als Folge des Lehrerausgleichs nach Oberbayern abgegeben werden, wo es steigende Schülerzahlen gibt. Diese Quote steht im Gegensatz zur Praxis der Staatsregierung der vergangenen Jahre, als nur wenige Junglehrer am bayerischen Untermain bleiben durften.
»Beispiel von Bürgerferne«
Kritik übt Fahn an seinem CSU-Kollegen Berthold Rüth, der um die Probleme bei der Lehrerversorgung in seiner Heimat wisse und dennoch gegen die Petition gestimmt habe. »Das ist das Gegenteil von Bürgernähe und ein Paradebeispiel von Bürgerferne«, so Fahn.
Der Freie Wähler fordert, dass die Lehrerversorgung für Unterfranken dauerhaft auf eine solide Basis gestellt werde. Er verlangt einen Plan zur Rückführung von Pädagogen nach Planungsregionen beziehungsweise Landkreisen. Bislang werde nur der Familienstatus berücksichtigt.
Fahn will, dass Planstellen früher vergeben und die Lehrer früher über ihre Einsatzschule informiert werden, damit die Junglehrer nicht, wie das am bayerischen Untermain häufig der Fall war, beruflich in die benachbarten Bundesländer Hessen und Baden Württemberg abwandern. Auch eine Neustrukturierung und Aufstockung der Mobilen Reserve ist Fahn ein Anliegen.
Unterfranken benachteiligt
Lehrer sollten künftig nicht nach Schülerzahlen zugeordnet werden, sondern nach Bedarf (Klassen- und Lerngruppen). Derzeit sei der Untermain aufgrund der seit 15 Jahren rückläufigen Schülerzahlen benachteiligt. Zusätzlich solle es Bedarfszuweisungen für kleine Schulen geben. In Unterfranken gebe es 40 Prozent kleine Schulen, in Oberbayern nur 20 Prozent.
Schließlich fordert Fahn die Übertragung des »Söder-Modells« für Finanzbeamte auf Lehrkräfte, um den ländlichen Raum zu stärken. Es könne nicht sein, dass jedes Jahr aufs Neue um eine bessere Lehrerversorgung gekämpft werden müsse. Manfred Weiß
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!