Mit acht Jahren schon hoch im Sattel

Pferdesport: Sue Sakulas tritt beim Reitturnier in Eichenbühl zu ihren ersten großen Prüfungen an - Mutter und Schwester als Vorbilder

Eichenbühl
2 Min.

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Sue Sakulas stellt sich mit Momo den Prüfungen.
Foto: ACKERMANN HELGA
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» Ich will Dressurreiterin werden. « Sue Sakulas, acht Jahre
Foto: HELGA ACKERMANN
Der gro­ße Tag ist da. Der Helm sitzt, die Hand­schu­he sind an­ge­zo­gen, die Drei­ecks­zü­gel an der Tren­se ein­ge­s­tellt. Sue Sa­ku­las, acht­jäh­ri­ge be­geis­ter­te Rei­te­rin aus Großh­eu­bach, ist am Frei­tag beim Ei­chen­büh­ler Reit­tur­nier zu ih­ren ers­ten gro­ßen Prü­fun­gen an­ge­t­re­ten. Zu­nächst mit »Max«, ei­nem Po­ny, das Ma­ria Ro­se von der gleich­na­mi­gen Reit­schu­le zur Ver­fü­gung stell­te.

Sue Sakulas muss mit Max und vier anderen Reiterinnen in das Viereck, um sich der Prüfungskommission zu stellen. Nacheinander zeigen die Kandidaten, dass sie ihre Ponys gut im Schritt und dann auch im Trab führen können. Kerzengerade sitzt Sue auf ihrem Pferd, die Zügel straff in parallel und eng beieinander geführten Händen lenkt sie Max auf die Kommandos der Prüfer in den Zirkel oder in der ganzen Bahn, dabei wechselt sie die zwei Schrittarten des Pferdes.
Unterricht seit zwei Jahren
Seit zwei Jahren nimmt Sue nun Reitunterricht. Sie sei quasi mit Pferden großgeworden, erzählt ihre Mutter Melanie, die selbst leidenschaftliche Springreiterin ist. »Ich reite aber schon fünf Jahre«, ergänzt die kesse Sue. Vieles schaut sie sich von ihrer drei Jahre älteren Schwester Lynn ab, die länger im Sattel sitzt und sich mit Kommentaren wie »Sitz gerade im Sattel« nicht zurückhält. Sue ist arg aufgeregt.
Das Einreiten auf Max unmittelbar vor der Prüfung beruhigt sie ein wenig. In der nächsten halben Stunde zeigt sich, ob das Training erfolgreich war. Die Familie hat ihr Leben um den Pferdesport arrangiert. Sie haben ein eigenes Pferd, das gepflegt werden will. Zum Leidwesen von Sue ist es für eine Prüfung für sie noch zu groß. Die Mädels der Familie sind werktags immer von 17 bis 19 Uhr im Eichenbühler Reitstall, um zu striegeln, zu füttern und auszumisten. Aufgaben für Sue: die Koppel oder den Platz »abäppeln«“ und das Pferd striegeln.
Vertrauen zum Tier aufbauen
Ohne das Säubern des Pferdes darf keiner reiten, so die Mama. Es ist sinnvoll, denn dabei könne man gut herausfinden, wie die Stimmungslage des Pferdes ist, bevor man sich auf ein Tier mit so viel Kraft setzt.
Nicht jeder Tag ist gleich und Vertrauen von Pferd zu Reiter sollte vorher aufgebaut werden. Bei Turnierfahrten steht auch Papa Christoph zur Seite und unterstützt nach den Angaben seiner drei Frauen wo er kann.
Sue wünscht sich ein eigenes Pferd, denn »Looping« müssen sie sich teilen. Das heißt, jeder hat seine Reittage, damit das Pferd nicht zu sehr belastet wird, doch Sue würde gern viel öfter reiten. »Ich muss immer warten, bis meine Schwester oder die Mama das Pferd müde gemacht haben, dabei kann ich das auch alleine«, erzählt sie im Brustton der Überzeugung.
»Sue hat Ehrgeiz und Talent, das merkt man«, sagt Mutter Melanie über ihre Kleine. Wo sie selbst und ihre große Tochter Probleme haben, ein Pferd »auszusitzen«, mache Sue das ganz locker und wundere sich dann über die Problematik anderer.
Auf die Frage nach der Vereinbarkeit des Hobbys mit der Schule erklärt Sue ihren Stundenplan. „Das passt ganz gut, nach den Hausaufgaben geht es in den Stall“. Im Herbst kommt sie in die dritte Klasse. Was sie mal werden will, weiß sie noch nicht. Ein Ziel hat sie aber: sie will unbedingt Dressurreiterin werden.
Erleichtert und stolz
Sue sitzt nicht lange beim Gespräch, sie springt umher wie ein Pingpongball. Denn noch ist es nicht geschafft, die zweite Prüfung auf Momo, einem weiteren Pferd aus dem Reitstall Rose steht an. »Wir haben uns schon daran gewöhnt«, sagt die Mutter und lächelt. »Bei aufregenden Sachen ist sie immer so drauf.« Und
nach der Prüfung: Ein strahlendes Gesicht, sie hat es geschafft. Stolz reitet eine sichtlich erleichterte und stolze Sue aus dem Parcours.
Helga Ackermann

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Impressionen vom Reitturnier in Eichenbühl
Foto: Helga und Siegmar Ackermann |  50 Bilder
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