Miltenberger Vize-Landrat kandidiert in Walldürn

SPD: Thorsten Meyerer in zwei Bundesländern aktiv

Miltenberg
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Thorsten Meyerer ist bislang stellvertretender Landrat und Kreisrat im Kreis Miltenberg. Nun kandidiert er im baden-württembergischen Neckar-Odenwald-Kreis.
Foto: Harald Schreiber - Main-Echo
Thors­ten Meye­rer ist stell­ver­t­re­ten­der Land­rat und Kreis­rat im Kreis Mil­ten­berg. Er war bis März 2019 Klin­gen­ber­ger Stadt­rat und Vor­sit­zen­der des dor­ti­gen SPD-Orts­ve­r­eins. Nun kan­di­diert er für den Ge­mein­de­rat Wall­dürn und den Kreis­tag des Ne­c­kar-Oden­wald-Krei­ses. Ist das zu­läs­sig?

Der 45-Jährige wohnt seit etwa zwei Jahren in Walldürn, hatte bislang seinen Erstwohnsitz aber weiterhin in Klingenberg. Vor sieben Wochen kam sein zweites Kind zur Welt, erzählt er im Gespräch mit unserem Medienhaus. Es sei klar geworden: »Wir werden wohl langfristig in Walldürn bleiben.« Daraufhin habe er sein Stadtratsmandat niedergelegt, sich aber entschlossen, Kreistag und Landratsstellvertretung beizubehalten. »Der Stadtrat ist aufwendiger als der Kreistag«, erklärt Meyerer.

Mehrere Szenarien möglich

Als er umgezogen sei, habe er sich bei der örtlichen SPD vorgestellt. Bei deren Listenaufstellung für die Kommunalwahlen sei noch Platz gewesen. Wegen seiner Listenplätze sei es jedoch nicht sehr wahrscheinlich, dass er in den Gemeinderat oder Kreistag gewählt werde.

Ein frühzeitiges Zeichen für eine Bürgermeisterkandidatur in Walldürn sei seine Kandidatur aber nicht. »Das hätte ich mir vor zehn Jahren vorstellen können.« Jetzt wolle er aber die Zeit mit seinen Kindern genießen. Er betont: »Ich habe mich 17 Jahre lang für die Wähler eingesetzt, aber das Leben bringt Veränderungen mit sich.«

Klingenbergs Bürgermeister Ralf Reichwein (CSU) betont auf Nachfrage unseres Medienhauses, dass es im Stadtrat nie ein Problem gewesen sei, dass Meyerer in Walldürn gewohnt habe. Reichwein habe ihn als loyalen Politiker erlebt, der nie seinen eigenen Vorteil gesucht habe. Ob Meyerer sein Amt als stellvertretender Landrat und Kreisrat weiterhin ausüben könne, sei hingegen Sache des Landkreises.

Nur einem Kreistag angehören

Landrat Jens Marco Scherf (Grüne) sagte, dass es mehrere Szenarien gebe. Würde Meyerer als Gemeinderat in Walldürn gewählt, könnte er seine im Kreis Miltenberg behalten. »Durch unterschiedliche Gesetzeslagen in Bayern und Baden-Württemberg ist das rechtlich unproblematisch«, erklärte Scherf. In Baden-Württemberg sei der Erstwohnsitz nötig, um gewählt zu werden. In Bayern reiche seit einigen Jahren auch ein Zweitwohnsitz. Sollte Meyerer als Kreisrat im Neckar-Odenwald-Kreis gewählt werden, müsste er seine Ämter im Kreistag laut der Landkreisordnung abgeben. »Da kann er nicht Diener zweier Herren sein«, sagte Scherf.

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