Mediterranes Feuer im kühlen Steinbruch

Italienische Nacht: 450 Besucher in Mömlingen

Mömlingen
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Sopranistin Sieglinde Zehetbauer beherrscht im klingenden Steinbruch alle Themen der italienischen Opernarien, von Koketterie über Liebe bis Eifersucht. Foto: Patricia Pitz
Foto: Patricia Pitz
Der Weg für die rund 450 Gäs­te zum klin­gen­der Stein­bruch in Möm­lin­gen hat sich ge­lohnt. Die ita­lie­ni­sche Nacht er­wies sich als ge­lun­ge­ne Ko­ope­ra­ti­on des Land­k­rei­ses Mil­ten­berg mit sei­nem Kul­tur­herbst, dem Geo-Na­tur­park Berg­stra­ße Oden­wald und der Ge­mein­de, die noch im­mer ihr Ju­bi­läums­jahr fei­ert.
Ein Bühnenbild hatten die Protagonisten nicht nötig, der wunderschön leuchtende Buntsandstein gab dem Abend trotz kühler Temperaturen den besonderen Touch. Die Akustik tat ihr übriges.
Gaukler, Trommler, Licht
Die Gäste hatten nur den Lampions zu folgen, die zwischen den Bäumen aufgehängt waren. Dabei heizten ihnen der witzige Gaukler und Feuerkünstler Gregorius sowie der Percussionist Joss Turnbull an der iranische Kelchtrommel Tombak ein. Dazu gab es Klang und Lichtinstallationen im und um den Hochbehälter .
»Vergessen sie mal, dass sie vielleicht etwas unterkühlt im Mömlinger Steinbruch sitzen, sondern stellen sie sich vor, sie seien in Italien«, schwärmte der Leiter des musikalischen Projektes, Markus Elsner, von der mediterranen Strahlkraft der ausgewählten italienischen Opernarien. Liebe, Koketterie, Eifersucht, Drama und Herzschmerz - alle Themen der Oper wurden aufs Schönste von Sopranistin Sieglinde Zehetbauer und Tenor Han-Bo-Jeon vorgetragen. Begleitet wurden sie hervorragend vom Süddeutschen Kammerorchester und Pianist Elsner moderierte dazu treffend.
Mit Schwung gegen Kälte
Kurze Schlenker, etwa nach Ungarn, zum Czardas von Vittorio Monti oder zum Triumphmarsch aus der Aida in als Kammermusik-Version brachten etwas Schwung in die Menge. Der war auch dringend nötig, wie ein Helfer bemerkte: »Wenn die Musik etwas fetziger wäre, würden die Leute nicht frieren.«
Nach der Pause kam es zum erwarteten Duett der Solisten und das Publikum erfuhr den Grund für den späten Zeitpunkt: »Wenn die Liebenden gleich am Anfang zusammen kommen, endet das meist mit der Trennung«, schmunzelte Elsner.
So wählten die Künstler bewusst jenen fröhlicheren Teil aus Giacomo Puccinis »La Bohème«, der von der Leidenschaft der Liebenden zeugt. Von feuriger Zuneigung erzählte »Il baccio« von Luigi Araditi oder auch die »Mattinata« von Ruggero Leoncavallo. Patricia Pitz
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