Makelloses Gesamtkunstwerk

Konzert: Sulzbacher Blasorchester brilliert vor 500 Zuhörern in Main-Spessart-Halle - Kongeniale Rehse-Brüder

Sulzbach
1 Min.

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Studioreife Klangkunstwerke: Die 50 Akteure des Symphonischen Blasorchesters Sulzbach konzertieren vor 500 Gästen auf hohem Niveau.
Foto: Benjamin Bohlender
Ein Kon­zert der Su­per­la­ti­ve ha­ben die Mu­si­ker des Ju­gend- und des Sym­pho­ni­schen Bla­s­or­ches­ters am Sonn­ta­g­a­bend in der mit 500 Zu­hö­rern aus­ver­kauf­ten Main-Spess­art-Hal­le in Sulz­bach ge­bo­ten. Tech­nisch oh­ne je­den Ma­kel be­sta­chen bei­de En­sem­b­les durch ta­del­lo­ses, aus­drucks­star­kes Zu­sam­men­spiel.

Wesentlichen Anteil am Gesamtkunstwerk hatten die kongenialen Gebrüder Rehse: Der beherzt agierende Dirigent Winfried Rehse hatte exquisite Literatur zusammengestellt, über die Edelweiß-Vorsitzender Markus Rehse informierte. Das Jugendblasorchester eiferte dem ambitionierten Erwachsenenorchester in Präzision und Spielfreude nach: Beim dreisätzigen »Where the River flows« und dem karibisches Lebensgefühl trefflich spiegelnden Werk »Antigua Bay« lieferten die knapp drei Dutzend Akteure in jungen Jahren eine verblüffende Glanzleistung.
Beseelte Seemannslieder
Mit dem ursprünglich »politischen« Konzertmarsch »Hands across the Sea« wählte das Orchester einen progressiven Auftakt. Rehse formte den Klangkörper künstlerisch nuanciert - stets akkurat, aber dynamisch flexibel und reibungslos harmonisch. So auch bei der beseelt vorgetragenen nautischen Rhapsodie »The Seafarer«, in der der Brite Haydn Wood fünf wohlbekannte Seemannslieder, etwa »Drunken Sailor«, brillant verknüpft. Auch bei der symphonischen Tondichtung »Finlandia« von Jean Sibelius bewiesen die 50 Musiker, dass sie an ihren Instrumenten, darunter Englischhorn, Fagott oder Bassklarinette, wahre Könner sind.
Jacob de Haans Komposition »Sa Musica«, in der Jana Reis im lyrischen Zwischenteil mit glockenheller Stimme ein spanisches Gedicht sang, widmete sich der Musik der Balearen. Nicht nur hier waren die effektvollen Elemente von Schlagwerkern und Percussionisten, mit Tamburin, Gong oder Röhrenglocken beschäftigt, eine Bereicherung. Das Konzertwerk »Rikudim« (hebräisch: Tanzen) verband jüdische Musiken, orientalische Klänge und unregelmäßige Taktarten in einer Suite aus vier Sätzen. Die Sulzbacher meisterten die herausfordernde Rhyth᠆mik, oft überraschende Harmonik und diffizilste Läufe im Holzsatz mit scheinbarer Leichtigkeit.
Von der Piaf zu Tim und Struppi
Die »Hommage à Edith Piaf« erinnerte mit einem gefälligen Medley aus vier berühmten Chansons an die große französische Sängerin, die besonders an dem verträumten Baritonsolo oder dem kraftvoll-impulsiven Posaunenpart ihren Spaß gehabt hätte.
Mit den Musicalmelodien zum Comic »Tim und Struppi im Sonnentempel« endete das »ausgedruckte« Programm. Das begeisterte Publikum entließ die Künstler aber erst nach zwei Zugaben in den Feierabend und belohnte sie mit stehenden Ovationen.
Benjamin Bohlender

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