Lauter alte Bekannte

Kommunaler Haushalt: Stadt Miltenberg will Begonnenes weiterbringen: Mildenburg, Kinderkrippen, Gemeinschaftshaus

Miltenberg
3 Min.

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Von außen ist der ehemaligen Synagoge am Nordhang des Schlossbergs kaum anzusehen, dass ihr Kern aus dem Mittelalter stammt. Erkennbar ist noch das Rundfenster, das den Gebetsraum erhellte.
Foto: Georg Kümmel
Noch steht das Gerüst, doch der neue Putz ist schon dran: Das große Projekt Mildenburgsanierung wird in diesem Jahr fertig.
Foto: Anja Keilbach
Bereits laufende Projekte zu Ende bringen und andere große Vorhaben erst später angehen - das ist die Strategie des Haushalts 2011, den der Stadtrat Miltenberg am Dienstag verabschiedet hat. Bei den dicken Brocken im Investitionsplan finden sich daher vor allem alte Bekannte aus dem vergangenen Jahr wieder:
Die Sanierung der Mildenburg, die Einrichtung zweier Kinderkrippen, der Hochwasserschutz fürs Schwarzviertel und das Wenschdorfer Gemeinschaftshaus.
Bürgermeister Joachim Bieber lobte den Etat als »soliden Haushalt, der ohne Kraftakt und finanzielle Klimmzüge erstellt wurde« und der Raum für das lasse, »was wir gemeinsam für vorrangige Projekte halten.« Denn dank gut gefülltem Sparbuch lassen sich die Vorhaben ohne Neukredite verwirklichen (siehe »Zahlen und Fakten«).
Insgesamt 2,6 Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr selbst oder mit anderen Trägern verbauen. Davon gehen 750 000 Euro in den Umbau der Mildenburg zum Diözesanmuseum, das im Juli eröffnet werden soll. Für das insgesamt 2,8 Millionen Euro teure Projekt erhält die Stadt in diesem Jahr 700 000 Euro an Zuschüssen.
Zuschuss für Sportvereine
Mit 500 000 Euro beteiligt sie sich in diesem Jahr am Kinderkrippen-Ausbau der katholischen Kindergärten St. Josef Breitendiel und Maria-Hilf in Miltenberg-Nord; 100 000 Euro erhält die Stadt hierfür an staatlichen Fördermitteln. In die Fertigstellung des 440 000 Euro teuren Dorfgemeinschaftshauses Wenschdorf steckt die Stadt heuer 266 000 Euro - zwei Drittel des Geldes wurden schon im letzten Jahr bereitgestellt und wegen Bauverzögerungen noch nicht abgerufen. Für den Hochwasserschutz im Schwarzviertel werden 220 000 Euro Eigenanteil bereitgehalten.
Neu hinzugekommen, aber unaufschiebbar ist der Straßen- und Kanalsanierung Im Pfaffig. 150 000 Euro sieht der Haushalt in diesem und weitere 40 000 Euro im Jahr 2012 dafür vor; allerdings müssen sich die Bürger mit 170 000 Euro beteiligen. Ein dickes Zuschusspaket ist für die Sportvereine geschnürt: 194 000 Euro sieht das Budget für Bauprojekte beim Miltenberger Spielverein (MSV) und dem Ruderclub (MRC) vor. Möglich wurde es durch einen Haushaltsrest aus den Vorjahren von 169 000 Euro, der nun um 25 000 Euro aufgestockt wird.
Salzsilo und Synagoge
Zudem sind weitere vergleichsweise kleine Projekte geplant. Für 70 000 Euro baut die Stadt ein Silo, um künftig größere Mengen Streusalz dann kaufen und einlagern zu können, wenn es günstig zu haben ist. Für 65 000 Euro geht die Energiesanierung des Rathauses im Rahmen des Konjunkturpakets weiter. In den Ausbau der Feuerwehr-Infrastruktur fließen 50 000 Euro. Nach wie vor hofft die Stadt, die ehemalige jüdische Synagoge im Schwarzviertel kaufen zu können. Im Haushalt sind dafür bis zu 50 000 Euro vorgesehen.
Im Verwaltungshaushalt der laufenden Ausgaben beanspruchen Personalkosten von 4,9 Millionen Euro den Löwenanteil. Eine Million Euro sind für Ausgleichszahlungen an Grundstücksbesitzer im neuen Gewerbegebiet Furchäcker II vorgesehen. Dieses Geld sei aber gut angelegt betonte Bürgermeister Joachim Bieber: »Die Stadt erhält dafür nämlich Baugrundstücke« für Gewerbebetriebe.
Knapp über 800 000 Euro verlangt der Unterhalt sozialer Einrichtungen vor allem im Bereich der Kinderbetreuung, 750 000 Euro fließen in den laufenden Unterhalt von Schulen.
Außerdem bemerkenswert bei den Unterhaltskosten ist die Hangsicherung über dem Schwarzviertel und der Mainzer Straße, die mit 300 000 Euro zu Buche schlägt. Die Instandhaltung von Straßen und Schildern kostet, nicht zuletzt aufgrund der Winter-Schlaglöcher, 112 000 Euro.
Die Zurückhaltung 2011 hat allerdings Auswirkungen auf die Haushalte 2012 und später: In den Folgejahren wird die Kreisstadt einiges zu stemmen haben. Insgesamt 5,7 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil am Hochwasserschutz für das Schwarzviertel. Mindestens drei Millionen Euro sind für die Grundschulsanierung vorgesehen.
Etwa 1,3 Millionen kostet insgesamt die Bahnbrücke in der Breitendieler Straße. Knapp eine Million Euro steuert die Stadt für die Umgehungsstraßen-Ausfahrt Miltenberg-Nord auf Großheubacher Gemarkung bei.
Für die Sanierung des Kindergartens und den Ausbau des Feuerwehrhauses muss die Stadt voraussichtlich 380 000 Euro Eigenanteil aufbringen, für den Radweg nach Kleinheubach sind 200 000 Euro einkalkuliert. Auch im Straßenbau herrscht Investitionsbedarf, gibt Kämmerer Ludwig Klein zu bedenken: Viele Erschließungsstraßen sind über 30 Jahre alt und müssen erneuert werden - auch mit Anliegerbeiträgen der Bürger. Sabine Dreher
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