Künftig liefert Bio-Caterer das Mittagessen für Sulzbachs Ganztagsschüler

Service des Fördervereins an Herigoyen-Schule wird aus Kostengründen beendet - Koch-Arbeitsgruppen gehen weiter

Sulzbach
2 Min.

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Das Team der offenen Ganztagsschule von links nach rechts: Schulhund Kosmo, Vorsitzende des Fördervereins und Heilpädagogin Sabine Lemke, Sozialarbeiterin Lisa Knorr, Pädagogischer Leiter Matthias Englert, Vorsitzende des Elternbereits Nadia Trautmann und Bürgermeister Martin Stock.
Foto: Miriam Weitz
Der Mit­tags­spei­se­plan in der He­ri­go­y­en-Schu­le in Sulz­bach ist ge­sund, ab­wechs­lungs­reich, bunt und bie­tet al­les, was Kin­der lie­ben. Das liegt da­ran, dass der Plan ak­tiv von den Kin­dern in der Of­fe­nen Ganz­tags­schu­le mit­ge­stal­tet wird. Ge­kocht wird von den Mit­g­lie­dern des För­der­ve­r­eins. Der­zeit wer­den et­wa 180 Kin­der be­t­reut und verpf­legt. Doch da­mit wird zum gro­ßen Be­dau­ern von Sa­bi­ne Lem­ke, Vor­sit­zen­de des För­der­ve­r­eins, und ih­rer Vor­stands­kol­le­gin Chris­tia­ne Krau­se bald Schluss sein.

Ab dem nächsten Schuljahr wird sich ein Bio-Cateringunternehmen um das Mittagessen in der Offenen Ganztagsschule kümmern. Der Grund ist banal: die Kosten. Derzeit wird für die Kinder in der schuleigenen Küche gekocht. Das ist mit Beginn des neuen Schuljahrs aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht mehr möglich. Damit der Förderverein weiter für die Kinder kochen könnte, müsste im Rahmen der Generalsanierung eine komplett neue Küche entstehen.

Knackpunkt sind nicht die Räumlichkeiten, sondern vielmehr die Ausstattung. Es werden beispielsweise eine Abluftanlage und ein Fettabscheider benötigt, wenn selbst gekocht wird. Liefert jedoch ein Bio-Cateringunternehmen, müssen die Speisen nur aufgewärmt werden. Dafür wird nur eine abgespeckte Küchenversion benötigt, die natürlich auch günstiger ist. Im Gemeinderat wurde mehrheitlich entschieden, dass ab dem neuen Schuljahr ein Bio-Cateringunternehmen das Mittagessen für die Kinder liefern soll.

Sabine Lemke ist traurig. »Wir würden gerne weiter für die Kinder kochen.« Sie hat viel Herzblut in die Offene Ganztagsbetreuung gesteckt, ebenso wie Christiane Krause, deren berufliche Wurzeln im Cateringbereich liegen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin bringt Sabine Lemke den Kindern viel über das Thema Ernährung bei.

Vielfältig und gesund

Es gibt eine weitere Besonderheit: Mag ein Kind eine Speise nicht, kann es dies sagen und dann kommt dieses Essen auch nicht auf den Teller. Außerdem können die Kinder wählen, was und wie viel sie haben möchten. Das Team sorgt zusammen mit den Schülern für einen bunten und gesunden Speiseplan. Die Küche reicht von »normal« über vegetarisch und vegan bis hin zu Halal, zu Lebensmitteln, die aus islamischer Sicht zulässig sind. Auch auf eventuelle Unverträglichkeiten und Allergien wird geachtet.

Zudem wird den Kindern Tischkultur beigebracht und sie dürfen dem Küchenpersonal beim Kochen gerne zusehen. Gegessen wird übrigens nicht von Plastikgeschirr, sondern von Tellern aus Porzellan. Es liegt in der Natur der Sache, dass dabei das ein oder andere Teil zu Bruch geht, wenn es vom Tablett fällt. Matthias Englert, pädagogischer Leiter der offenen Ganztagsschule, betont den Lerneffekt für jedes Kind.

Highlights für die Schüler sind die Koch-Arbeitsgemeinschaften (AGs) »essperimentelle« Küche für die Erst- bis Viertklässler und die »SchmExperten« für junge Köche aus den Jahrgangsstufen 5 und 6. Insgesamt gab es über 60 AG-Anmeldungen. Darüber freuen sich Sabine Lemke und ihr Team. Diese AGs sollen nach Auskunft des Fördervereins weitergeführt werden, auch wenn das Mittagessen nun einem Caterer übergeben wird.

Ratsmehrheit hat entschieden

Bürgermeister Martin Stock (CSU) ist voll von dem Konzept der Offenen Ganztagsschule überzeugt. Er spricht von einer Erfolgsgeschichte und ist beeindruckt von ehrenamtlichem Engagement des Fördervereins. Aber als Rathauschef muss er auf die Kosten achten und sich der demokratischen Mehrheit im Gemeinderat beugen, was die Mittagsverpflegung betrifft. Diese war für den Bio-Caterer. Er betont aber auch, dass nicht alle Entscheidungen in Stein gemeißelt sind.

Nadia Trautmann, Vorsitzende des Elternbeirats, hält es ebenso für wichtig, dass für die Kinder frisch und gesund gekocht wird. Das scheint ihrer Auffassung nach aber leider noch nicht überall angekommen zu sein. Sie und Sabine Lemke sind sich einig »Was die Zukunft bringt, haben die Eltern und die Kinder in der Hand.«

Hintergrund:

Die Herigoyen-Schule gründete 2006/2008 die offene Ganztagsschule in Kooperation mit einem Förderverein. Derzeit besteht das Personal aus einem Erzieher, einer Sozialarbeiterin einer Heilpädagogin und pädagogischen Fachkräften sowie Bundesfreiwilligendienstlern.

Die gesunde und ausgewogene Ernährung ist ein Kernthema der offenen Ganztagsschule und hat von Anfang an einen großen Beitrag zum Erfolg des vom Förderverein ehrenamtlich unterstützten Konzepts beigetragen.

mwz

Hintergrund

Das Team der offenen Ganztagsschule von links: Schulhund Kosmo, Vorsitzende des Fördervereins und Heilpädagogin Sabine Lemke, Sozialarbeiterin Lisa Knorr, Pädagogischer Leiter Matthias Englert, Vorsitzende des Elternbereits Nadia Trautmann und Bürgermeister Martin Stock.

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