Kreis setzt auf Frischluft statt auf Filtertechnik

Hygiene: Geplante Nachrüstung der Landkreisschulen mit dezentralen Raumluftanlagen wird rund 4,5 Millionen Euro kosten

Miltenberg
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In der De­bat­te um die Aus­stat­tung der Schu­len mit Luft­fil­ter­ge­rä­ten hat der Fach­be­reich Bau des Land­rat­samts klar Po­si­ti­on be­zo­gen. Der Kreis Mil­ten­berg wird sol­che Ge­rä­te nicht flächen­de­ckend für sei­ne Schu­len be­schaf­fen und statt­des­sen wei­ter in Lüf­tungs­an­la­gen in­ves­tie­ren.

Raumlufthygiene sei für den Landkreis »schon vor Corona« ein wichtiges Thema gewesen, versicherte Kreisbaumeister Andreas Wosnik den Mitgliedern des Bauausschusses bei der Sitzung am Montag. Deshalb habe man bei den laufenden Generalsanierungen der Gymnasien die Klassenräume mit Raumluftanlagen ausgestattet.

Die entsprechende Technik hatten die Kreisräte zuvor bei der Besichtigung der Baustelle des Johannes-Butzbach-Gymnasiums in Augenschein nehmen können. »In den Schulen, in denen die Technik bereits im Einsatz ist, hat sich gezeigt, dass sie für den Schulbetrieb sehr geeignet ist«, so Wosnik weiter. Die pauschale Empfehlung zu Filtergeräten habe die Kreisverwaltung daher sehr überrascht. »Da hat sich gezeigt, dass manche politischen Entscheidungen mehr von Schnelligkeit geprägt sind, als von sachlich fundierter Auseinandersetzung mit der Thematik«, sagte Landrat Jens Marco Scherf.

Der Eindruck, dass mobile Filtergeräte für einen sicheren Unterricht unerlässlich seien, sei falsch, erläuterte der Kreisbaumeister. Schon gar nicht könnten sie das Lüften ersetzen. Zwar könnten die Filtergeräte Partikel, Viren und Bakterien aus der Raumluft herausfiltern, sie verringerten jedoch weder den Kohlendioxid-Gehalt noch verbesserten sie den Sauerstoffgehalt. Auch mit Filtern bleibe regelmäßiges Stoßlüften notwendig.

Der Landkreis Miltenberg setzt daher auf Lüftungstechnik, die eine ausreichende Sauerstoffversorgung und die Beseitigung der Aerosole durch Luftaustausch sicherstellt. Ältere Schulen sollen mit dezentralen Anlagen nachgerüstet werden. Eine Umfrage habe hier einen »nicht unerheblichen Investitionsbedarf ergeben«, kündigte Wosnik an. Die Rückmeldungen aus fünf Schulen hat er bei Kosten von rund 17 000 pro Klassenraum auf Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro hochgerechnet. Der Kreis könne auf eine Förderung von rund einem Drittel hoffen; ein entsprechender Antrag werde gestellt.

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