Kirchzellern geht ein kaltes Licht auf

Warum das Bayernwerk auf LED-Technik umstellt

Kirchzell
3 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Von An­woh­ner­pro­b­le­men mit der auf LED um­ge­s­tell­ten Stra­ßen­be­leuch­tung be­rich­te­te Bür­ger­meis­ter Ste­fan Schwab in der Ge­mein­de­rat­sit­zung am Frei­tag in Kirch­zell. Das Bay­ern­werk hat im Fe­ri­en­ge­biet »Am Son­nen­hang« be­reits da­mit be­gon­nen, die Stra­ßen­lam­pen auf LED um­zu­s­tel­len.

Mehrere Anwohner dort hätten sich unmittelbar nach Austauschbeginn an die Gemeindeverwaltung gewandt und sich darüber beschwert, dass die sehr angenehme orangefarbene Lichtstimmung mit guter Ausleuchtung jetzt durch das kaltweiße stark fokussierte LED-Licht ersetzt werde. Es gäbe doch auch LED-Leuchten in einer wärmeren Lichtfarbe.

Auf Nachfrage habe das Bayernwerk erklärt, dass die eingesetzte Lichtfarbe 3000 Kelvin beträgt, also warmweiß. Je höher die Kelvin-Zahl, desto kälter ist die Farbe des Lichts. Niedrige Werte haben einen wärmeren Farbton, sind angenehmer für die Augen und insektenfreundlich, verbrauchen aber auch etwa ein Viertel bis ein Drittel mehr Energie, um das gleiche Beleuchtungsniveau zu halten. Das habe aber auch Grenzen. Eine Lichtfarbe 1800 Kelvin sei nicht mehr insektenfreundlich. Da gelte es abzuwägen und die im Baugebiet gewählte Lichtfarbe sei daher ein Kompromiss zwischen guter Ausleuchtung, Insektenschutz und Energieverbrauch.

Starker Hell-dunkel-Kontrast

Das Bayernwerk beantwortete auch die Frage, warum der Unterschied zwischen hellen und dunklen Stellen jetzt deutlicher wahrgenommen wird. Die Bestandsleuchte mit 82 Watt wurde durch eine 26 Watt LED-Leuchte ersetzt, die eine deutlichere Abgrenzung zwischen hellen und dunklen Bereichen am Boden als Folge habe, denn die neue LED-Leuchte bringe im Verhältnis zur Leistung mehr Licht, aber in einem anderen Abstrahlwinkel, auf die Straße. Streulicht werde dadurch vermieden, denn das Licht strahlt nur dorthin, wo es wirklich benötigt wird und nicht auch in den Himmel oder in die Häuser. Durch die Bündelung erscheine es dem Betrachter dann allerdings viel intensiver, unabhängig von der tatsächlich abgestrahlten Lichtmenge.

Für die Wahl der Lichtfarbe ist aber auch die Nutzung der Straße entscheidend. Handelt es sich um ein Wohngebiet mit langsamem Verkehr und geringer Verkehrsdichte wie im Baugebiet »Am Sonnenhang« wird die Lichtfarbe 3000 K eingesetzt. Hier gibt die auf die Oberfläche treffende Lichtmenge den Ausschlag. Bei einem Blick aus dem Fenster erscheint die Straße dann fleckig angestrahlt, für einen Fußgänger oder Autofahrer wird dieselbe Beleuchtung aber weniger scharf abgrenzend wahrgenommen. In der Ortsdurchfahrt mit schnellerem Verkehr und hohem Verkehrsaufkommen musste bei der bereits erfolgten Umrüstung der Straßenlampen entsprechend den Vorschriften auf 4000 K zurückgegriffen werden.

Die Überprüfung der Ausleuchtung der Lennetreppe ergab eine nicht ausreichende Helligkeit. Geprüft werden soll jetzt, ob eine Solarleuchte Abhilfe schaffen kann. Durch eine Baumaßnahme wurde im Bereich des Oberen Geisberg eine Überspannleuchte entfernt. Da es für diesen Lampentyp keine Ersatzteile mehr gibt, soll in diesem Bereich statt des Wiedereinsatzes eines solchen Lampentyps jetzt eine neue Straßenlampe für 6200 Euro eingesetzt werden.

Hintergrund

Bestattungen: Seit 2016 waren im Ort die Preise der Bestattungsleistungen nicht mehr verändert worden. Zum 1. Januar 2023 werden sie erhöht. Erdbestattungen kosten künftig 643 Euro, Urnenbeisetzungen 226 Euro und Urnenwandbeisetzungen 119 Euro. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat die Erhöhungen und erteilte der Verwaltung den Auftrag, die Friedhofsgebührensatzung entsprechend anzupassen.

Feuerwehr: In der Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Breitenbuch wurde Oliver Weyrauch als Kommandant wiedergewählt, zu seinem neuen Stellvertreter Andre Schäfer gewählt. Einstimmig wurden sie vom Gemeinderat in ihren Ämtern bestätigt.

Rathaus: Einstimmig beschlossen wurde die Beschaffung und Einführung eines Ratsinformationssystems sowie dafür Fördergelder zu beantragen. Die Firma Komuna erhält den Auftrag, ein Zusatzmodul zum aktuellen Dokumenten-Managementsystem "kiC" zum Preis von 6100 Euro zuzüglich einer monatlichen Hostinggebühr von 65 Euro zu liefern. Die dazu notwendigen Mitarbeiterschulungen kosten 3500 Euro.

Bürgerversammlungen: Die Verwaltung hat eine Liste mit den Anregungen aus der Bürgerversammlung erstellt, die in den nächsten Sitzungen beraten werden.

Beförderung Kita: Den Eltern der betroffenen Ortsteilkinder wurden von der Verwaltung über die beschlossenen neuen Regelungen für die Busbeförderung informiert und um erneute Anmeldung gebeten. Danach haben sich jetzt die Anmeldungen geändert. Auf der Linie Preunschen/Buch werden vier Kinder die komplette Busbeförderung nutzen. Auf der Linie Watterbach/Breitenbuch/Ottorfszell werden auf der Hinfahrt drei Kinder mit dem Kleinbus befördert. Für die Rückfahrt liegen nicht genügend Anmeldungen vor, so dass sie künftig entfällt. Deshalb muss auch keine Busbegleitung gesucht werden.

Grundschule: Aufgrund der Anmeldungen findet eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr von Montag bis Donnerstag statt, die verlängerte Betreuung bis 16 Uhr nur am Mittwoch und am Donnerstag.

Sirenenalarmierung: Ein Fachunternehmen hat im Auftrag der Verwaltung für die sieben Sirenen im Ort eine Schallpegeluntersuchung vorgenommen. Es wurde eine Ist-Zustandsberechnung sowie eine Simulation mit elektronischen Sirenen mit dem Ergebnis vorgenommen, dass auch bei dieser Alarmierung eine Abdeckung der bewohnten Bereiche mit Ausnahme des Aussiedlerhof Schäfer sichergestellt werden kann. Da detaillierte Fragen aus dem Gremium nicht vollständig beantwortet werden konnten, werden die entsprechenden Auskünfte eingeholt und das Thema dann in einer der nächsten Sitzungen noch einmal beraten.

Prämierung: Die neue multifunktionale Marktplatzhalle der Gemeinde wurde von der Jury des Wettbewerbes "Sparkassen-Baupreis" für eine Prämierung vorgeschlagen. Im Rahmen der Anfang Juli stattfindenden Online-Abstimmung können auch Privatpersonen teilnehmen. Bei der Preisverleihung wird dann die Platzierung bekanntgegeben.

Trinkwasseruntersuchung: Aus dem Reinwasser aus den Sammelmessstellen wurden routinemäßige Proben entnommen und chemisch und mikrobiologisch untersucht. Es gab keine Beanstandungen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!