Freiwillige Feuerwehr Amorbach feiert Jubiläum

Bernhard Springer taucht tief in die 150-jährige Geschichte - 700 Stunden Arbeit

Amorbach
2 Min.

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So sah die Wehr früher aus: Das älteste Foto des Amorbacher Kommandos aus dem Jahr 1900. Foto: Feuerwehr Amorbach
Foto: Archiv Feuerwehr
Brand am Amorbacher Kloster: Mit Glück und Hilfe der Weilbacher Motorspritze konnte am 29. September 1932 ein großer Schaden verhindert werden. Foto: Feuerwehr Amorbach
Foto: Archiv Feuerwehr
Für die Amor­ba­cher Feu­er­wehr hät­te es ein wun­der­ba­res Jahr 2020 wer­den sol­len: Ein gro­ßes Fest mit Freun­den, Un­ter­stüt­zern und vie­len Gäs­ten zum 150-jäh­ri­gen Be­ste­hen war in Ver­bin­dung mit dem Kreis­feu­er­wehr­tag ge­plant, al­le Vor­be­rei­tun­gen wa­ren ab­ge­sch­los­sen. Dann kam die Co­ro­na-Pan­de­mie.

Das Fest habe die Feuerwehr 2020 absagen müssen und darauf gehofft, dieses ein Jahr später nachholen zu können, blickt der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Gerald Berberich zurück. Bei den Mitgliedern sei mittlerweile allerdings eine gewisse Ermüdung festzustellen, hat er beobachtet. So habe sich der Verein entschieden, das Fest nicht noch einmal um ein Jahr zu verschieben. Sondern ersatzlos abzusagen.

Einen Lichtblick aber gibt es: Soeben ist die Chronik zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr erschienen - ein 270 Seiten starkes, prächtig bebildertes Werk, das keine Fragen zur Historie der Amorbacher Wehr offenlässt. Als Autor zeichnet Bernhard Springer verantwortlich, der bereits mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Dokumentation der Amorbacher Geschichte beigetragen hat.

2017 habe man Bernhard Springer angefragt, erinnert sich Gerald Berberich. Er habe nicht lange überlegen müssen und die Anfrage angenommen, sagt Springer. Für ihn ragt die Feuerwehr aus der Ansammlung von Vereinen heraus. »Der Brandschutz war für jede Kommune eine elementare Frage«, sagt Springer. Deshalb sei das Eintauchen in die Historie der Amorbacher Wehr für ihn ein »wahnsinnig spannendes Thema« gewesen.

Falsches Gründungsdatum

Zwei Jahre hatte Springer ursprünglich Zeit für die Erstellung der Chronik. Denn eigentlich war man davon ausgegangen, dass die Amorbacher Freiwillige Feuerwehr am 25. März 1869 gegründet wurde und demzufolge das Jubiläum im Jahr 2019 gefeiert werden sollte. Doch zu Springers Überraschung stellte sich beim Studium der alten Unterlagen heraus, dass die Feuerwehr erst 1870 gegründet wurde. Wie es zum falschen Gründungsdatum kam, lässt sich für den Historiker nicht mehr nachvollziehen. »Es bleibt rätselhaft.«

Klar war daraufhin, dass man erst 2020 feiern wird - Springer hatte also ein Jahr länger Zeit, die er gewissenhaft nutzte. Auf rund 700 Stunden Arbeit schätzt er sein zeitliches Engagement.

Herausgekommen ist nun nicht nur eine Aufstellung der 150-jährigen Historie der Wehr mit Hinweisen auf Uniformen, Feuerwehrhäuser und Einsätze. Springer geht in die Tiefe: Er berichtet von der allmählichen Entwicklung des Feuerwehrwesens, beginnend mit der Pflichtfeuerwehr. Er erklärt die Funktion der Landwehr und legt die Hintergründe der geplatzten Fusion der Amorbacher Feuerwehr mit dem Turnverein offen.

Der Autor befasst sich mit der Ausrüstung der Feuerwehren von Ledereimern, Leitern und Äxten über das Aufkommen der ersten Feuerspritzen bis hin zu modernsten Löschfahrzeugen, Drehleitern und Schutzausrüstung für alle Einsatzszenarien. Er geht auf die Entwicklung der Alarmierung ein und legt dar, wie sehr sich der Aufgabenbereich der Wehren verändert hat - von der Brand- und Waldbrandbekämpfung hin zu Hochwassereinsätzen, technischen Hilfeleistungen und der Bergung von Unfallopfern.

Fazit am Ende des Buches: Die Freiwillige Feuerwehr war und bleibt ein wichtiger Baustein in der Sicherheitsarchitektur. Mit etwa 40 Aktiven hat die Amorbacher Wehr zurzeit keine Existenzsorgen, glaubt Gerald Berberich. Da die Pandemie aber die Jugendarbeit zum Stillstand gebracht hat, brauche es alle Anstrengungen, die Jugend bei der Stange zu halten. Denn ohne genügend Nachwuchs wird es nicht möglich sein, die Brandbekämpfung in der Barockstadt auf Dauer sicherzustellen.

Hintergrund: Chronik »Und ruft die Glocke uns zum Brand...«

Die Chronik zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Amorbach mit dem Titel »Und ruft die Glocke uns zum Brand ... - Die Geschichte der Feuerbekämpfung in Amorbach« wurde von Bernhard Springer verfasst. Heinz Krug kümmerte sich um die Gestaltung, Sabine Steinöl übernahm das Lektorat. Das gebundene, 272 Seiten starke Werk (ISBN: 978-3-96049-074-6) ist soeben erschienen. Es ist für 25 Euro in Amorbach erhältlich im Getränkehandel de Leuner, in der Buchhandlung Rohmann sowie in der Bäckerei Schlossmühle. Die Chronik ist mit fünf Euro Versandkosten per Mail bestellbar: 1.vorstand@ffamorbach.de.

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