Kanalsystem in Kleinheubachs Altort unter die Lupe genommen

Sinnvolle und wirtschaftliche Optimierung der Hydraulik wird angestrebt

Kleinheubach
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Ma­rio Pa­ni von der Lau­den­ba­cher In­ge­nieur­ge­sell­schaft Ste­en­ken & Brei­ten­bach hat am Di­ens­tag in der Klein­heu­ba­cher Ge­mein­de­rats­sit­zung Be­rech­nung­s­er­geb­nis­se der Ka­nal­hy­drau­lik im Klein­heu­ba­cher Al­tor­tes vor­ge­s­tellt. In sei­ner Prä­sen­ta­ti­on kon­zen­trier­te er sich auf den Teil­be­reich öst­lich der Bahn­li­nie und den Al­tort.

Zu Beginn erklärte der Ingenieur, dass der untersuchte Bereich zum Main hin entwässere. Genauso wie der nördliche Teil der Gemeinde. Auf der anderen Seite der Bahnschienen erfolge die Entwässerung über die Seehecke. Die Bahnlinie trenne das Ortsnetz, was ein Vorteil für den Altort darstelle. Somit bekomme der Altort nicht auch noch die Abflüsse westlich des Schienenverkehrs.

Zuletzt sei das Kanalsystem der Marktgemeinde 1978 gesamtheitlich betrachtet worden, fuhr Pani fort und zeigte den dazugehörigen Kanalentwurf per Beamer. Seitdem habe sich einiges an städtebaulichen Entwicklungen getan.

»Im heutigen Bestand haben wir relativ viele Großeinleiter und eine relativ hohe Versieglung im Ort. Im gesamten Gebiet kommen wir auf eine Versieglung von circa 65 Prozent. Wir müssen noch schauen, wo wir Lösungen für die Großeinleiter wie die Firma Scheurich oder das Schloss Löwenstein finden«, ging der Referent ins Detail.

Während seiner Untersuchungen habe das Ingenieurbüro die Flächenaufteilung der Straßen, Höfe und Dachflächen per Luftbilder und einen digitalen Kanalbestand einschließlich erfolgter Teilvermessungen vorgenommen, Regendaten ausgewertet, den Oberflächenabfluss und Fließgeschwindigkeiten berücksichtigt. Außerdem fünf Rechenläufe mit einjährigem, dreijährigem und fünfjährigem Regenereignisses und jeweils 15- und 30-minütiger Regendauer, sowie eine Planungsberechnung mit dreijährigem Regenereignis und 15 Minuten Regen durchgeführt.

Weiter ging Mario Pani näher auf den Bereich Marktstraße/Bachgasse ein. So sei das Kanalnetz bei 15-minütiger Regendauer und dem fünfjährigen Ereignis »extrem überlastet«, das Netz leider relativ schnell am Limit. Beim Dreijährigen werde es »schon sportlich« und beim Einjährigen stehe es relativ gut da.

Im Anschluss stellte der Ingenieure fünf verschiedene Vorkonzepte zur Optimierung vor. Diese reichten von einer fiktiven Abflussdrosselung im Löwensteinring über Stauraumkanäle für zwei verschiedene Teilgebiete, einmal im Löwensteinring und einmal in der Marktstraße zwischen dem Rüdenauer Bach und der Löwengasse, bis hin zu einer Regenwasserentlastung durch anteilig reduzierte Großeinleiter und einer Mischwasserentlastung für die Marktstraße. »Wir versuchen jetzt alle Varianten durchzuspielen, um eine sinnvolle und wirtschaftliche Maßnahme zu generieren«, schloss Mario Pani seinen Vortrag.

Bürgermeister Thomas Münig (SPD) stellte daraufhin fest: »Jetzt haben wir einen guten Zwischenstand, den wir weiterentwickeln müssen«. Mit der Bitte, die Kanalpläne auch im Bereich der Firma Kerry Ingredients zu überprüfen, wandte sich Thomas Bissert (SPD) abschließend an den Ingenieur.

Marktgemeinderat Kleinheubach in Kürze

Wassergebühren: Jeweils einstimmig senkte der Gemeinderat die Gebühren für die Wasserversorgung auf 1,72 Euro pro Kubikmeter (bisher 2,06 Euro) und für Abwasser auf 2,20 Euro (bisher 2,50 Euro) für den Kalkulationszeitraum von 2022 bis 2025. Außerdem setzte das Gremium ebenfalls einmütig den kalkulatorischen Zinssatz im gleichen Zeitraum auf 2,8 Prozent (gleichbleibend) fest. Im Bereich der Wasserversorgung sei eine Überdeckung in Höhe von 238.000 Euro und im Bereich der Entwässerung eine Überdeckung von 138.000 Euro entstanden, diese gelte es nun im darauffolgenden Zeitraum auszugleichen, erklärte Bürgermeister Thomas Münig.

Odenwald-Allianz: Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Aufnahme der Marktgemeinde in die Odenwald-Allianz anzustreben, und beauftragte hierzu den Bürgermeister mit dem Allianzsprecher, Bürgermeister Peter Schmitt aus Amorbach diesbezüglich Kontakt aufzunehmen. Neben Amorbach sind bereits Kirchzell, Laudenbach, Miltenberg, Rüdenau, Schneeberg und Weilbach Mitglied in der Allianz. jel

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