Imposantes Haus mit Seele und wechselvoller Geschichte

Vortrag: Alexander von Wedel stellt beim Heimatverein das Kurhaus von Hettigenbeuern vor - Informationen und alte Fotos gesucht

Buchen-Hettigenbeuern
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Hettigenbeuern mit Kurhaus auf einer alten Postkarte aus den 60er-Jahren.
Foto: privat
Schon von wei­tem ist das Kur­haus zu se­hen, das am Berg hoch über Het­ti­gen­beu­ern thront. Ge­baut als Er­ho­lungs­heim wur­de es als Lun­gen­heil­an­stalt, Ho­tel, Pen­si­on und Bun­des­weh­rer­ho­lungs­heim ge­nutzt. Der neue Be­sit­zer Alex­an­der von We­del stell­te die in­ter­es­san­te, wech­sel­vol­ler Ge­schich­te des Backst­ein­ge­bäu­des vor.
»Ich habe mich in dieses Haus verliebt, weil es eine Seele hat«, begründete von Wedel zu Beginn seines Vortrags, warum er die Historie des sogenannten Kurhauses von Hettigenbeuern so aufwendig recherchiert hat.
Recherche mit Herzblut
Mit viel Herzblut informierte er im Anschluss an die Jahresversammlung des Heimatvereins über die Geschichte des imposanten Anwesens in Zusammenhang mit der des Ortes. Sein Ziel: Bis zum Jubiläum 100 Jahre Kurhaus soll die Chronik mit Unterstützung des Heimatvereins fertig sein. Seine Ausführungen untermalte der Referent mit alten Postkarten und Bildern, die den Ort und das ehemalige Hotel Diedrich zeigen.
Es sei ein ganz besonderes Gebäude, so Alexander von Wedel, das deutlichen Einfluss auf Hettigenbeuern gehabt habe. Das »Kurhaus« wie das große rote Gebäude im Volksmund bis heute genannt wird, war die Wiege des Tourismus’ im Erholungsort.
Laut Bauakten im Generallandesarchiv entstanden die Baupläne im August 1924. Sie zeigen, dass das Gebäude ursprünglich wie ein kleines Schlösschen aussehen sollte, jedoch in etwas anderer Form realisiert wurde. Die Bauherren waren Max Diedrich aus Hettigenbeuern und Kilian Meixner aus Zittenfelden. 1924 bis 1930 wurde oben am Berg permanent gebaut, so Alexander von Wedel.
Dunkles Kapitel: Drittes Reich
Die Jahre des Dritten Reiches müssen noch im Detail recherchiert werden. Es soll hier eine Kreisschule der NSDAP untergebracht gewesen sein. Von 1945 bis 1947 war es wohl eine Lungenheilanstalt. Nach dem zweiten Weltkrieg und einer Enteignung hat Max Diedrich das Haus zurückerworben und im Mai 1949 wiedereröffnet. 1953 wurde das Schwimmbad gebaut, 1964/65 eine große Terrasse errichtet. Bis 1968 wurde das Haus als Hotel und Pension Diedrich geführt. Ab 1968 bis 2006 gehörte es zum Bundeswehrsozialwerk.
Eine Verzahnung mit der Ortsgeschichte ergibt sich unter anderem über die Wasserversorgung. Die Klingenwiesenquelle wurde gefasst und es gab Pläne für die erste Wasserleitung. 1947 wurde das kleine Pumpenhäuschen gebaut. Das Schwimmbad des Hotels war einst der Löschwasserbehälter für den Brandschutz.
Sehr viele Postkartenverlage machten in den früheren 50er-Jahren Bilder vom schönen Morretal. Hier gibt es einen großen Fundus von einigen Postkartenverlagen. Alexander von Wedel zeigte eine Bildauswahl, die neugierig machte auf die weiteren Nachforschungen zur Geschichte des Kurhauses. Besonders in der Anfangszeit als Hotel bot es vielen Menschen einen Arbeitsplatz. Gerda Diedrich, die unter den Zuhörern war, konnte hier einiges Wissenswertes beifügen.
Alexander von Wedels Bitte zum Schluss: Wer Informationen oder Anekdoten, Postkarten, Fotos oder Dokumente zum Kurhaus besitzt, solle sich bei ihm melden.
Helga Schwab-Dörzenbach
bKontakt: Alexander von Wedel, Tel. 01 71 / 8 95 55 50, alexander.vonwedel@vonwedel.de.
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden
Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!