Hilfe aus dem Kreis Miltenberg für Zahnarztstation in den Bergen Nepals

Rotarier John Adderson unterstützt medizinische Einrichtung in Sanghutar

Miltenberg
2 Min.

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Patientenbehandlung für Kinder in der Zahnbehandlungsstation im abgelegenen Sanghutar den Bergen Nepals.
Foto: Rotary Club Miltenberg
In den ent­le­ge­nen Ber­gen Ost­ne­pals ist ein Vor­zei­ge­pro­jekt in punc­to Zahn­be­hand­lung und Pro­phy­la­xe ent­stan­den. Un­ter­stützt wird es vom Ro­ta­ry Club Mil­ten­berg mit sei­nem der­zei­ti­gen Prä­si­den­ten Hel­mut Ar­nold aus Obern­burg mit Spen­den­gel­dern. Zah­n­ärz­tin Rosh­ni, die in den Ber­gen Ne­pals nun die Zahn­be­hand­lungs­sta­ti­on führt, freut sich jetzt auch über per­so­nel­le Ver­stär­kung aus Dhu­lik­hel Sanghu­tar in Ne­pal.

Gegründet und errichtet wurde die Zahnbehandlungsstation in Sanghutar, etwa 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kathmandu, nach jahrelanger Vorarbeit durch den Kleinheubacher Zahnarzt und Rotarier John Adderson. Adderson errichtete die Station nach westlich-professionellen Standards und nahm sie 2021 in Betrieb. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Anlaufphase zwar nicht ganz einfach. Mittlerweile aber versorgen die einheimische Zahnärztin Doktor Roshni und die Dentalhygienikerin Sareeta ein Einzugsgebiet von weit über 40.000 Menschen. Die Zahl der Patienten steigt stark an und kann demnächst von einer Zahnärztin alleine nicht mehr bewältigt werden.

Die Universitätszahnklinik in Dhulikhel hat nun die Zusage gegeben, ihre auszubildenden Zahnärzte und Zahnärztinnen für jeweils einen Monat in Sanghutar einzusetzen, um den Patientenandrang zu bewältigen. Zusammen mit den regelmäßig einfliegenden, ehrenamtlich tätigen deutschen Zahnärzten, organisiert über die German Rotary Volunteer Doctors (GRVD), bedeutet dies praktisch eine Vollbesetzung der Station mit zwei Zahnärztinnen und einer Hygienekraft, so Doktor Roshni. Durch diese unerwartete Unterstützung durch die fünf Stunden entfernte Universitäts-Zahnklinik in Dhulikhel ist nun eine für nepalesische Verhältnisse geradezu exzellente Versorgung der Region um Sanghutar entstanden.

Zweiter Behandlungsstuhl nötig

Allerdings taucht damit ein unvorhergesehenes Luxusproblem auf. Wenn zwei Zahnärzte vor Ort arbeiten, aber nur ein Behandlungsstuhl existiert, entstehen Wartezeiten und Behandlungsverzögerungen. Auch könnten weniger Patienten behandelt werden. Ein zweiter Behandlungsstuhl würde hier Abhilfe schaffen und wäre auch im Falle von technischen Problemen wie einem Ausfall des einzigen Behandlungsstuhls sehr von Vorteil. Bei einem Anschaffungspreis von rund 3550 Euro sei dieses Vorhaben vor Ort allerdings derzeit nicht finanzierbar, betont Zahnärztin Roshni.

Zahnarzt und Rotarier John Adderson, der seit 2013 unermüdlich zweimal jährlich als Zahnarzt in Nepal ist, hatte sich Ende vergangenen Jahres erneut selbst ein Bild von der Lage gemacht. In den letzten Jahren hatte er vor Ort den Aufbau der Zahnbehandlungsstation initiiert, die Akquise der nötigen Mittel durch Spenden aus Deutschland betrieben und dabei viel eigene Zeit, Kraft und Mittel eingesetzt.

In einem Telefonat mit Rotary Miltenberg zeigt er sich froh darüber, dass die Station fachlich nun permanent so hervorragend ausgestattet sei und zitiert seine nepalesische Kollegin Roshni mit den Worten: »Die Region kann sich ob dieser hervorragenden Versorgung glücklich schätzen.« Auf die Frage, ob es nun an der Zeit sei, innezuhalten, das Erreichte zu genießen und etwas kürzer zu treten, antwortet der 82-jährige Zahnarzt: »Ich bin hocherfreut über die Entwicklung dieses Projekts, da ich die Fortführung der Zahnstation in verlässliche nepalesische Hände legen konnte.« Der Rotary Club Kavre Banepa ist nun für das Management der Praxisimmobilie und das Praxiskonto zuständig, die Universitätszahnklinik für Einstellung von Personal und fachliche Entscheidungen.

Somit ist das Projekt abgeschlossen und in nepalesischer Verantwortung. Beide Verantwortlichen arbeiten harmonisch zusammen. Rotarier John Adderson selbst und die von GRVD nach Nepal entsandten Zahnärzte überprüfen bei den Besuchen in Sanghutar den geregelten Ablauf und bringen gespendetes zahnärztliches Material mit, das in Nepal oft nicht erhältlich ist. Zudem braucht die Station erfahrene Zahnmediziner und Zahnmedizinerinnen aus den westlichen Ländern, die immer wieder eine gewisse Zeit vor Ort sind und ihr Wissen einbringen.

Nächster Flug im Mai

Zweimal jährlich fliegt Adderson für etwa sechs Wochen nach Nepal, wo er hilft, aufbaut und ausbildet. Adderson blickt voraus: »Im Mai plane ich den nächsten Aufenthalt. Und am liebsten würde ich bei meinem Flug einen zweiten Behandlungsstuhl im Gepäck haben. Dann könnten künftig auch beide Zahnärztinnen parallel ihre Patienten zahnmedizinisch versorgen«.

Der Rotary Club Miltenberg, John Adderson und einige Privatpersonen haben dieses Projekt über mehrere Jahre unterstützt. So sind bisher rund 84000 Euro Spendengelder und private Eigenmittel in dieses Projekt geflossen. Auch der benötigte zweite Behandlungsstuhl der rund 3550 Euro kostet und zwei Drucker werden im April 2022 bei der nächsten Auslieferung nach Nepal mitgehen. Für dieses Projekt werden gerne noch weitere zweckbestimmte Spenden angenommen.

Alle Infos und das Spendenkonto unter https://miltenberg.rotary.de/

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