Gleiche Chancen für alle auf medizinische Versorgung

Gesundheitsregion plus:Arbeitsgruppe legt Ziele fest

Miltenberg
3 Min.

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Gesundheits-Puzzle: Mit blauen Punkten legen die Teilnehmer am Mittwoch fest, welche Themen in den nächsten Monaten Priorität genießen sollen. Foto: Heinz Linduschka
Foto: Heinz Linduschka
Wenn Kreis­aus­schuss und Kreis­tag ein­stim­mig be­sch­lie­ßen, die Ein­rich­tun­gen der Ge­sund­heits­re­gi­on plus auch nach dem Aus­lau­fen der För­de­rung durch den Frei­staat min­des­tens fünf Jah­re wei­ter­zu­füh­ren und not­falls die jähr­li­chen Per­so­nal- und Sach­kos­ten von rund 60 000 Eu­ro selbst zu tra­gen, muss es da­für gu­te Grün­de ge­ben.

Warum die Kreisräte trotz Zurückhaltung beim Schaffen neuer Planstellen so großen Wert darauf legen, an der Gesundheitsregion mit der Geschäftsstelle festzuhalten, konnte man am Mittwochabend ahnen, als gut zwei Dutzend Teilnehmer der Arbeitsgruppe »Gesundheitsförderung und Prävention« in ihrem insgesamt 10.Treffen zwei Stunden lang darüber diskutierten, welche konkreten Folgen aus der Tagung »Gesundheitliche Chancengleichheit im Landkreis Miltenberg« gezogen werden sollen.

Folgen aus Fachtagung

Diese Fachtagung hatte im November 2018 in Erlenbach zentrale Aussagen dazu erarbeitet, wie im partnerschaftlichen Prozess »Gesundheit für alle« bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter, bei jungen Erwachsenen und Familien mit Kindern und bei älteren Erwachsenen und Senioren« gefördert werden kann. Ein sichtbares Ergebnis der Herbsttagung war der Abschluss einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Gesundheitsregion und dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit« für den kommunalen Partnerprozess »Gesundheit für alle«.

Mit Landrat Jens Marco Scherf und unter der Moderation der Geschäftsführerin der Gesundheitsregion Lena Ullrich machten die Vertreter von Verbänden, Beratungsstellen, Kassen, Sozialverbänden und von drei Kreistagsfraktionen deutlich, dass es nicht bei hehren Erklärungen bleiben soll, sondern dass ganz konkrete und praxisnahe Maßnahmen für gesundheitliche Chancengleichheit in Angriff genommen werden sollen.

Kommunikation verbessern

Wie immer begann es mit einer detaillierten Auflistung der Angebote, die es im Kreis bereits gibt. Die hatte man schon beim vorigen Treffen im März aufgelistet und war sich darin einig, dass bereits sehr viele Angebote und Einrichtungen vorhanden sind, um Benachteiligungen in Sachen Gesundheit abzufedern.

Eines aber war schnell klar: Unbedingt besser werden muss die Kommunikation zwischen den einzelnen Einrichtungen und Trägern, die Vernetzung muss konkreter und dichter werden, und vor allem müssen gangbare Wege gefunden werden, um Betroffene schnell und intensiv zu informieren und effektive Hilfen anzubieten. Wie »einfache Sprache« Sprachprobleme auch und vor allem bei Migranten lösen kann, wie in Kitas und Schulen der Weg zu gesundem Essen geebnet werden kann, ohne dass das am Preis scheitern darf, wie man Barrieren durch »Lotsen« überwinden kann, welche Rolle beispielsweise den Ärzten in diesem Prozess zufällt, und wie man es schafft, in den einzelnen Einrichtungen Ansprechpartner zu finden, um die Wege zu den Informationen zu ebnen und sie auch als vermittelnde Instanzen einsetzen zu können - nur einige Themen, die intensiv besprochen wurden.

Wie wichtig das zentrale Thema »Vernetzung« in der Gesundheitsregion ist, wurde auch in dieser Sitzung wieder deutlich, als in der gemeinsamen Suche nach gangbaren Wegen von den zwei Dutzend Teilnehmern immer wieder praxisnahe und praktikable Lösungen ins Gespräch gebracht wurden.

Ernährung in Kitas und Schulen

Ganz konkret wurde es, als alle am Ende darüber abstimmten, welche der offenen Fragen und welche Themen bei der nächsten Sitzung im Oktober auf der Tagesordnung stehen sollten: Mit 17, 16 und 15 Stimmen wurden drei Felder als besonders dringlich angesehen: Elternbeiräte und Kitas sollen eingeladen und für das Thema »Ernährung in Kita und Schulen« sensibilisiert werden, das Thema »Suchtprävention« bei Kindern und Jugendlichen soll intensiv aufgegriffen werden und man will sich schnell auf die Suche nach Ansprechpartnern in Kindergärten, Schulen, aber auch in den Arztpraxen machen, um zuverlässige, kompetente »Lotsen« auf dem schwierigen Weg hin zur gesundheitlichen Chancengleichheit im Landkreis Miltenberg zu gewinnen.

Am Ende wiederholte Landrat Scherf die gute Nachricht, die er schon in der letzten Kreistagssitzung angedeutet hatte: In einem Schreiben sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml zu, dass auch in den nächsten fünf Jahren der Freistaat die Gesundheitsregionen fördert.

Hintergrund: Gesundheitsregion plus

Derzeit werden 50 Projektregionen vom Freistaat gefördert, um vor Ort starke Netzwerke in Sachen Gesundheit aufzubauen. In Miltenberg treffen sich zweimal im Jahr im Plenum des Gesundheitsforums Akteure aus dem Gesundheitswesen und aus der Kommunalpolitik.

Die Geschäftsstelle mit Lena Ullrich koordiniert die Aktivitäten, dazu gibt es eine Steuerungsgruppe und aktuell drei Arbeitsgruppen: »Gesundheitsversorgung«, »Gesundheitsförderung und Prävention« und »Pflege, Palliativ- & Hospizversorgung«.

Zielsetzungen: Optimierung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung und -vorsorge; Nutzung von Synergieeffekten durch Vernetzung und Kooperation; Frühwarnsystem bei Entwicklungen von Über-, Unter- oder Fehlversorgungen; Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen; Fachkräftesicherung im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich; Förderung und Erhalt der Gesundheit des Einzelnen und der gesamten Bevölkerung.

Gesundheitstag: Am 6. Oktober wird von 13 bis 17.30 Uhr in der Frankenhalle der 28. Gesundheitstag des Landkreises Miltenberg stattfinden, der unter dem Motto steht: »Frauen- und Männergesundheit - gesund und fit bleiben«. Die möglichen Kooperationspartner sind angeschrieben, das Programm dieses »aktiven Tages« wird in den nächsten Wochen vorgestellt. ()

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