Geschenk zum 900. Geburtstag von Breitenbrunn

Heimatforschung: Dritter Band des Odenwald-Forums veröffentlicht - Fünf Vorträge von Heidi Banse beleuchten Familiengeschichten

Lützelbach
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Neu erschienen: Der dritte Band des Odenwald-Forums. Foto: HGV Lützelbach
Foto: Heimat-, Geschichtsverein Lützelbach
Der Hei­mat- und Ge­schichts­ve­r­ein hat recht­zei­tig vor Weih­nach­ten den drit­ten Band des Oden­wald-Forums ver­öf­f­ent­licht. Ein Schwer­punkt­the­ma ist das 900-jäh­ri­ge Be­ste­hen von Brei­ten­brunn, das die­ses Jahr we­gen Co­ro­na nicht ge­fei­ert wer­den konn­te.

Fünf familiengeschichtliche Vorträge von Heidi Banse bringen das Buch auf 328 Seiten.

Enthalten sind eine eingelegte historische Karte von Breitenbrunn, 425 meist farbige Abbildungen, eine Tabelle mit 150 Odenwälder Bergleuten und eine Tabelle mit den Breitenbrunner Einwohnern, 42 Familien im Jahr 1748.

Auch nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges konnten die Menschen im Odenwald nicht in Frieden leben. Truppendurchzüge brachten fortwährend neues Leid. Belegt werden all diese Menschenschicksale durch die Einträge im Michelstädter Kirchenbuch.

150 Odenwälder Bergleute mit ihren Familien werden vorgestellt. Sie kamen aus den bedeutenden Revieren jener Zeit und brachten einen Wissenszuwachs in den Odenwald.

Das Kriegsende 1918/19 wird aus Odenwälder Sicht beleuchtet. Der Centralanzeiger für den Odenwald, die Schulchronik Bockenrod und die Tagebuchaufzeichnungen von Helmut Hosch wurden zu Rate gezogen. Erschütternd sind die Parallelen zwischen der Spanischen Grippe und der 100 Jahre später grassierenden Corona-Pandemie im Jahr 2020.

Die zweite Hälfte des Buches wird bestimmt vom Dorfjubiläum 900 Jahre Breitenbrunn. Grundlage ist das Urbar oder Zinsbuch des Stifts Bamberg, aufbewahrt im Staatsarchiv Bamberg, begonnen im Jahr 1120. In diesem Zinsbuch werden für Breitenbrunn bereits Einnahmen verzeichnet, für eine Kirche, einen Markt und Höfe auf neu gerodetem Land. Diese Neubrüche sind die Güter am Westhang des Ortes, die Schwannenhuben. Durch ihre erste Erwähnung im Zinsbuch wissen wir, dass es den Ort Breitenbrunn 1120 gibt; der alte Ort am Osthang des Tales ist viel älter.

Sechs Schwannenhuben und der Schafhof Hengmantel sind auf einer Karte aufgezeichnet, die der Bauer Johann Georg Marquardt 1692 seinen Streitigkeiten um die Abgaben an die Kellerei in Klingenberg beigelegt hatte. Diese Karte wurde über eine aktuelle Aufnahme von Google Earth geschoben. Die Übereinstimmung ist verblüffend. Aus den überlieferten Quellen wurde für jedes der Schwannengut ein Stammbaum erstellt, teilweise zurückgehend bis ins 15. Jahrhundert und ausgearbeitet mit den Bewohnern bis heute. Breitenbrunn ist die Keimzelle vieler bekannter Odenwälder Familiennamen wie Olt, Schäfer und Marquardt u.v.m. Teilweise wurden kleinste erhalte Puzzleteile zu den Hofgeschichten mit aufgenommen.

Viele historische Fotos geben Zeugnis von der harten Arbeit der Odenwälder Bauern- und Handwerkerfamilien. Apollonia Zöller geborene Leitmann ist die Namensgeberin der Ablone-Hütte am Wanderweg auf der Weiten-Gesäßer Höhe. Ihr Schicksal als Fruchthüterin mit all den kärglichen Lebensbedingungen wird beschrieben, genauso wie die Gefahren, die durch ein Abrutschen in die Kriminalität lauerten.

Die Geschichte der ältesten Landkarten der Grafschaft Erbach stellt Johann Heinrich Kumpf in einem Gastbeitrag vor. Die drei in der Reihe »Odenwald-Forum« erschienen Bücher haben die ältesten Odenwald-Karten von 1623, 1628 und der neueste Band nun die Karte von 1635 als Einband.

Zu beziehen ist das Buch beim Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach, im örtlichen Buchhandel sowie in den Lützelbacher Ortsteilen: in Breitenbrunn bei der Bäckerei Orth, in Haingrund bei der Metzgerei Grassau, in Lützelbach beim Blumenladen »fleißiges Lieschen« und in der Blumenwerkstatt in der Klingenstraße, in Rimhorn beim HGV-Vorsitzenden Thomas Hess und in Seckmauern bei der Metzgerei Münch. js

bInfos und Bezugsmöglichkeit im Internet: www.hgv-luetzelbach.de

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