Gartenschläfer im Winterquartier entdeckt?

Kreisgruppe Miltenberg im Bund Naturschutz über Forschungsprojekt zur heimischen Schlafmaus - Sichtungen melden

Miltenberg
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Beim Gartenschläfer handelt es sich laut Bund Naturschutz um eine heimische Schlafmaus. Foto: Jirí Bohdal
Foto: Ji?í Bohdal
Über das rich­ti­ge Ver­hal­ten beim An­tref­fen von Win­ter­schlä­fern wie dem Gar­ten­schlä­fer in­for­miert die Kreis­grup­pe Mil­ten­berg im Bund Na­tur­schutz (BN). Die bes­te Hil­fe für Win­ter­schlä­fer sei ein na­tur­be­las­se­ner Gar­ten, der im Herbst reich­lich Nah­rung und im Win­ter si­che­re Ver­ste­cke - Baum­höh­len oder Stein­hau­fen - bie­tet.

In einigen Regionen nutzen Gartenschläfer auch Nistkästen. »Winterschläfer sind optimal angepasst an die nahrungsarme Zeit. Sie fressen sich im Herbst ein dickes Fettpolster an und drosseln dann in der kalten Jahreszeit ihren Stoffwechsel so weit, dass sie monatelang ohne Nahrung überleben können«, betont Jacqueline Kuhn, Regionalkoordinatorin der Kreisgruppe im Schutzprojekt »Spurensuche Gartenschläfer«.

Hat man einen Gartenschläfer versehentlich im Winterschlaf gestört, sollte man das Tier und sein Nest nicht berühren und unbedingt am Ort belassen. Kuhn erklärt: »Die Störung des Winterschlafs bedeutet einen erheblichen Energieaufwand, so dass die Fettreserven dann nicht mehr bis zum Frühling reichen könnten. Auf keinen Fall dürfen winterschlafende Gartenschläfer einfach ins Freie gesetzt werden, da dies vermutlich ihren Tod bedeutet.«

Geschützte Wildtiere

Gartenschläfer sind demnach als Wildtiere durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Nur in Ausnahmefällen, wenn es nicht möglich sei, das Tier vor Ort zu belassen, dürfe unter Einbeziehung der Unteren Naturschutzbehörde eingegriffen werden. Sachkundige Hilfe bietet am Untermain die Kreisgruppe Miltenberg oder regionale Wildtierstationen, heißt es im Pressetext.

Bei milderen Temperaturen könnten Gartenschläfer ab und zu auch putzmunter angetroffen werden. Solche Pausen im Winterschlaf sind normal, weiß Kuhn, und bei gesunden Tieren unproblematisch. Direkte Hilfe bräuchten die Winterschläfer nur, wenn sie krank oder deutlich geschwächt seien. In der Regel zögen sie sich wieder in ihr Winterquartier zurück, sobald die Temperaturen sinken.

Forschungsprojekt

Im Projekt »Spurensuche Gartenschläfer« untersuchen der BN, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung auch das Verhalten der Gartenschläfer im Winter. Obwohl die Schlafmaus eine heimische Art ist, war sie bislang kaum erforscht., räumt der BN ein.

Gleichzeitig gehen ihre Bestände vielerorts dramatisch zurück. Die »Spurensuche Gartenschläfer« möchte deshalb Antworten finden, wie dem Gartenschläfer geholfen werden kann, passende Schutzmaßnahmen entwickeln und direkt umsetzen.

Bürger, die einen Gartenschläfer am Untermain gesehen haben oder denen Vorkommen der Mäuse bekannt sind, können das Projekt unterstützen, indem sie ihren Fund auf https://www.gartenschlaefer.de melden oder eine Nachricht an Regionalkoordinatorin an Jacqueline.Kuhn@bn-miltenberg.de schicken.

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbrauchersicherheit gefördert.

Weitere Informationen und Notfallkontakte: https://www.gartenschlaefer.de

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!