»Feuerwerk der Farben« von jungen Künstlern

Schaefler-Preis:700 Kinder und Jugendliche beweisen Fantasie und Kreativität - Preisträger der Drei Altersklassen in Eschau ausgezeichnet

Eschau
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Drei junge Künstler freuen sich über den diesjährigen Schaeflerpreis. Ricardo Krill (Klasse 1 b der Grundschule Großheubach) und Miray Chuseinoglu (3 b der Grundschule Bürgstadt) zusammen mit Landrat Jens Marco Scherf und Organisatorin Barbara Bertlwieser, die das Werk von Christian Getmanovich (7. Klasse der Mittelschule Leidersbach) präsentieren. Foto: Heinz Linduschka
Foto: Heinz Linduschka
Zum 14. Mal wur­de am Sonn­tag im Ka­na-Haus in Eschau der Schae­f­ler-Preis ver­ge­ben. Mit die­ser Ak­ti­on des Kunst­net­zes un­ter­stützt vom Kul­tur­re­fe­rat be­sitzt der Land­kreis Mil­ten­berg nach An­sicht von Land­rat Jens Mar­co Scherf ein »Al­lein­stel­lungs­merk­mal« über die Gren­zen Bay­ern hin­aus.

Rund 700 Kinder und Jugendliche von vier bis 17 Jahren, fast alle aus Kindergärten, Grund-, Mittel- und Förderschulen, haben im Herbst 2018 unter fachkundiger Anleitung von Margarete Bernhard, Barbara Klietsch, Cornelia König-Becker und Barbara Bertlwieser, in deren Händen auch die Organisationsleitung lag, in der Ausstellung »Im Garten der Farben« mit Bildern Ansgar Skibas ihr Lieblingsbild gemalt.

Werke aus eigener Sicht

Die Besonderheit: Die Vier- bis 17-Jährigen haben die Bilder nicht abgemalt, sie haben ihre ganz eigene Sicht aufs Papier gebannt. Als in Eschau die zwölf von einer sechsköpfigen Jury für das Finale ausgewählten Bilder mit Aquarellkreiden zu sehen waren, wollte niemand Barbara Bertlwieser widersprechen, als sie von einem »Feuerwerk der Farben« und von »ganz eigenen Werken sprach.

117 der 700 Bilder hatten zuvor schon die Besucher im Landratsamt begeistert, als sie vier Wochen lang das Foyer in eine reizvolle Galerie verwandelten. Keine Frage, dass diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt wird, zumal Christoph Schaefler das Projekt seit dem Start 2008 mit Grafiken aus dem Nachlass seines Großvaters als Preise für die Sieger in den drei Altersgruppen attraktiv unterstützt - eine großzügige Geste, die nach seinem Tod von seiner Witwe nahtlos fortgesetzt wird. Auch im Herbst dieses Jahres werden also wieder Hunderte von Mädchen und Jungen mit Malkreide, überbordender Fantasie und großer Kreativität ihre ganz eigenen Kunstwerke schaffen.

Es war viel Begeisterung beim Finale des diesjährigen Malwettbewerbs zu spüren, das stimmungsvoll und mit ganz eigenem Ton von der 14-jährigen Johanna Strüber aus Collenberg mit ihrer Interpretation von John Legends »All of me«, Rihannas »Stay« und dem »Sound of Silence« von Simon and Garfunkel musikalisch umrahmt wurde. Für die einfühlsame Klavierbegleitung gab es auch für ebenfalls 14-jährige Christina Popp viel Beifall.

Kunst als »Entwicklungshilfe«

Aber nichts ist so gut, dass es nicht noch steigerungsfähig wäre. Nicht nur die Organisatoren hoffen, dass sich in Zukunft weiterführende Schulen deutlich stärker am Wettbewerb beteiligen, denn auch für Mädchen und Jungen aus Gymnasien gilt, was Eschaus zweiter Bürgermeister Gerhard Rüth bei seiner Begrüßung gesagt hatte: »Kunst und Musik sind sehr wichtig für die Entwicklung junger Menschen, können soziale Kompetenzen und die Kreativität stärken, die ›soft skills‹, die immer wichtiger werden.«

Dass heuer fünf der Finalisten nicht ins Eschauer Kana-Haus gekommen waren, um ihre Preise entgegenzunehmen, spricht nicht gegen die Attraktivität des Projekts, war aber doch schade, gerade weil den anwesenden kleinen Künstlern Stolz und Freude anzusehen war, als sie die Gutscheine und Preise entgegennehmen konnten: Original-Kaltnadelradierungen von Fritz Schaefler mit Landschaftsmotiven.

Die Preisträger

Auf den ersten Plätzen ihrer Altersklassen landeten Ricardo Krill aus der Klasse 1 a der Kunstgrundschule Großheubach, Miray Chuseinoglu aus der Klasse 3 b der Grundschule Bürgstadt und Christian Getmanovich aus der Klasse 7 b M der Mittelschule Leidersbach.

Ein weiterer Wunsch könnte bald in Erfüllung gehen, wenn man Gerhard Rüth aufmerksam zugehört hat: Er wiederholte nicht nur einen Satz, der auch von Bürgermeister Michael Günther schon oft zu hören war: »Eschau ist stolz auf den Künstler Fritz Schaefler.« Er verriet auch, dass bald konkrete Taten folgen könnten, um vor Ort an diesen berühmten Sohn der Marktgemeinde zu erinnern. Offenbar arbeitet aktuell ein »Arbeitskreis Märkte« an konkreten Vorschlägen.

Zahlen und Fakten: Schaefler-Preis 2019

Der Künstler Fritz Schaefler, der »Expressionist aus dem Spessart«, wurde 1888 in Eschau geboren und lebte dort bis zu seinem elften Lebensjahr. Er studierte in München, wo er auch seine ersten Arbeiten schuf. Als einer der Revolutionäre der Münchner Räterepublik musste er nach deren Zerschlagung fliehen. Er lebte in Passau und am Chiemsee, wo ein reiches Aquarell- und Eitemperawerk entstand. 1927 zog er nach Köln. In den 30er-Jahren schuf er mehr als 100 Glasfenster, Altarbilder und Sgraffiti. 1938 wurden zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung »Entartete Kunst« gezeigt, alle Bilder Schaeflers aus deutschen Museen entfernt und teilweise vernichtet. Erst 1945 arbeitete Schaefler wieder künstlerisch und schuf ab 1950 vor allem abstrakte Bilder. Er starb am 24. April 1954 in Köln.

Die Jury des Schaefler-Preises 2019 bildeten Eschaus Bürgermeister Michael Günther, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Feußner, Schaefler-Experte Ulrich Schüren, Künstlerin Jutta Walter, Schaeflerpreisträger 2014 Maurice Sam und Thea Nodes, die viele Jahre den Schaeflerpreis organisiert hat.

Die Finalisten des diesjährigen Preises kamen vom Kindergarten Abenteuerland Elsenfeld (1), von der Kunstgrundschule Großheubach (4), aus der Grundschule Bürgstadt (2), der Grundschule Leidersbach (1), aus der Richard-Galmbacher Schule Elsenfeld (1) und auch den Mittelschulen Leidersbach (1) und Miltenberg (2). ()

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