Farbenfroher Bildergarten im Landratsamt

Scheaflerpreis 2019: 117 Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen spiegeln ein »tolles, einzigartiges Projekt«

Miltenberg
3 Min.

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Großer Andrang bei der Vernissage mit Bildern von Kindern und Jugendlichen, die das Foyer des Landratsamtes bis zum 7. März in einen "Garten der Farben" verwandeln.
Foto: Heinz Linduschka
Besucher des Landratsamtes können sich in den nächsten vier Wochen an den Farben berauschen, die 117 Bilder von Kindern und Jugendlichen ausstrahlen.
Foto: Heinz Linduschka
Vier Wo­chen lang kön­nen Be­su­cher des Land­rat­samts in ei­nem Far­ben­rausch schwel­gen, denn 117 Bil­der von Kin­dern und Ju­gend­li­chen ver­wan­deln bis zum 7. März das Foy­er und den ers­ten Stock in ei­nen »Gar­ten der Far­ben«. So lau­te­te im Ok­tober und No­vem­ber der Ti­tel der gro­ßen Aus­stel­lung mit Öl­bil­dern Ans­gar Ski­bas, die in der Obern­bur­ger Kochs­müh­le zu se­hen wa­ren. Zum 14. Mal wird heu­er das gro­ße Po­ten­zial an Krea­ti­vi­tät und Ex­pe­ri­men­tier­f­reun­de, das in jun­gen Men­schen steckt, im Pro­jekt »Abenteu­er Kunst« ge­weckt und ge­för­dert und sch­ließ­lich durch den Schae­f­ler­preis ge­wür­digt.

Auch diesmal fanden wieder 38 kreative Führungen von Gruppen aus den Kindergärten, den Grund- und Mittelschulen und - leider auch heuer recht spärlich - in weiterführenden Schulen statt. Unter der fachkundigen Anleitung von Margarete Bernhard, Barbara Klietsch, Cornelia König-Becker und Barbara Bertlwieser, in deren Händen auch die Organisationsleitung lag, konnten die Mädchen und Jungen zwischen vier und 17 Jahren ihr Lieblingsbild in der Ausstellung herausfinden und das dann sehr kreativ - nein, nicht abmalen, sondern genau so auf das Papier mit Farbkreide und Wasser zaubern, wie sie es empfanden.

683 Bilder entstanden so in den vier Wochen, in denen die Ausstellung in der Kochsmühle zu sehen war, und 117 von ihnen sind nun fast vier Wochen lang im Landratsamt zu sehen. Besucher, die in diesem »Garten der Farben« spazieren gehen und die Skiba-Ausstellung versäumt haben, können sich in ausliegenden Katalogen davon überzeugen, wie phantasievoll und kreativ die Mädchen und Jungen mit den Ölbildern des bedeutenden Maler umgegangen sind, der 1959 in Dresden geboren wurde und dessen Werke weltweit in großen Ausstellungen zu sehen waren und sind.

Thosten Meyerer konnte als Stellvertreter des Landrats m Montagabend bei der Vernissage Hunderte von Besuchern begrüßen, darunter auch viele der jungen Künstlerinnen und Künstler. Galeristin Cornelia König-Becker zeigt sich von den Bildern der Mädchen und Jungen begeistert und wies unter Beifall darauf hin, dass nicht nur die drei Preisträger, die schließlich ausgewählt werden, zu den Gewinnern zählen, sondern alle, die sich mit Farbkreide und ganz viel Schwung und Mut an die Arbeit auf den großformatigen Blättern gemacht haben und so eindrucksvolle Werke zustande gebracht haben. Nicht nur Skiba habe mit seinen oft fast dreidimensional wirkenden Ölbildern ein »Fest der Farben« zelebriert, auch die Bilder im Foyer hätten das Amt in einen farbensprühenden Garten verwandelt.

Die Galeristin zeigte sich erleichtert, dass sie nicht als Mitglied der Jury die zwölf Arbeiten auswählen muss, die im März in Eschau, dem Geburtsort des Malers Fritz Schaefler, zu sehen sein werden, und auch nicht die drei Preisträger kürzen muss - je eine oder einen in den Altersgruppen Kindergarten mit 1. und 2.Klasse von Grund- oder Förderschulen, 3. bis 5. Klasse und 6.Klasse und älter.

Einige Stunden vor der Vernissage waren in der Haushaltsdebatte des Kreistags Kunstnetz und Schaeflerpreis als »kulturelle Leuchttürme der Landkreises« herausgehoben worden, Cornelia König-Becker sprach in ihrer Eröffnungsrede von einem »einzigartigen, tollen, erhaltenswerten Projekt« und dankte, wie auch Thorsten Meyerer, allen ehrenamtlich Aktiven, die dieses kulturelle Highlight nun schon seit 14 Jahren möglich machen.

Besonders genannt wurde der Neffe des »Expressionisten aus dem Spessart«, Christoph Schaefler, der - 2017 gestorben - von Anfang an das Projekt mit Grafiken aus dem Nachlass seines Großvaters unterstützt hat, die er als Preise kostenlos zur Verfügung stellte. Die Witwe Christoph Schaeflers, Andrea, setzt diese Tradition nahtlos fort und garantiert so, dass noch viele Jahre Kunst und Kreativität mit dem Schaeflerpreis gefördert werden können.

Die nächste Ausstellung im Herbst ist in der Planung schon weit gediehen und dann werden wieder viele Mädchen und Jungen bei den kreativen Führungen das »Abenteuer Kunst« erleben können. Stilvoll und mit anspruchsvollen Stücken umrahmt wurde die Vernissage vom Geigenspiel des elfjährigen Jonathan Moder aus Elsenfeld.

Zahlen und Fakten: Schaefler-Preis 2019

Der Künstler Fritz Schaefler wurde 1888 in Eschau geboren und lebte dort bis er elf Jahre alt war. Er studierte in München, wo er auch seine ersten Arbeiten schuf. Als einer der Revolutionäre der Münchner Räterepublik musste er nach deren Zerschlagung fliehen. Er lebte in Passau und am Chiemsee, wo ein reiches Aquarell- und Eitemperawerk entstand. 1927 zog er nach Köln. In den 30er-Jahren schuf er mehr als 100 Glasfenster, Altarbilder und Sgraffiti. 1938 wurden zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung Entartete Kunst gezeigt, alle Bilder Schaeflers aus deutschen Museen entfernt und teilweise vernichtet. Erst 1945 arbeitete Schaefler wieder künstlerisch und schuf ab 1950 vor allem abstrakte Bilder. Am 24. April 1954 starb er in Köln.

Die Jury des Schaefler-Preises 2019, der heuer zum 14. Mal vergeben wird, bilden Eschaus Bürgermeister Michael Günther, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Feußner, Schaefler-Experte Ulrich Schüren, Künstlerin Jutta Walter, Schaeflerpreisträger 2014 Maurice Sam und Thea Nodes, die viele Jahre den Schaeflerpreis organisiert hat. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 10. März, um 15 Uhr im Kana-Haus in Eschau statt.

Die Ausstellung im Landratsamt ist bis zum 7. März montags und dienstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr zu sehen.

hlin

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