Elsenfelder Gemeinderatsfraktionen schärfen ihr Profil

CSU, UBV und SPD/Grüne setzen aber auf Zusammenarbeit

Elsenfeld
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Luftbild - Luftbildaufnahme von Elsenfeld - Bahnhof
Foto: Axel Häsler
Die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des neu­en Ge­mein­de­rats ist über die Büh­ne und wirk­te nach au­ßen hin har­mo­nisch. Zehn neue Köp­fe zählt das Gre­mi­um, al­lein das ver­spricht Span­nung für die neue Wahl­pe­rio­de. Zu­dem hat die UBV, die bis­lang do­mi­nier­te, ih­re Vor­rei­ter­po­si­ti­on im Ge­mein­de­rat ver­lo­ren. Jetzt ist die CSU mit acht Man­dats­trä­gern und Bür­ger­meis­ter Kai Hoh­mann in der Über­zahl. Al­lei­ne »re­gie­ren« kann sie trotz­dem nicht, muss nach Mehr­hei­ten su­chen. Die Frak­ti­ons­sp­re­chern von CSU, UBV und SPD/Grü­ne set­zen auf Zu­sam­men­ar­beit, wol­len aber auch ihr ei­ge­nes Pro­fil schär­fen, wie sie im Ge­spräch mit un­se­rem Me­di­en­haus be­ton­ten.

»Wir haben den Wählerauftrag erhalten und müssen jetzt agieren«, sagt Andreas Hohm, Fraktionssprecher der CSU. Dabei betont er: »Wir müssen Lösungen gemeinsam mit den anderen Fraktionen erarbeiten.« Gerade im Hinblick auf die Krise ist ihm wichtig, dass alle Fraktionen auf dem gleichen Informationsstand sind. »Darauf haben wir uns unter den Fraktionssprechern verständigt, und die CSU hat deshalb auch keinen Gegenkandidaten bei der Wahl des zweiten und dritten Bürgermeisters gestellt.« Die Posten der stellvertretenden Bürgermeister sind mit Berthold Oberle (UBV) und Anna Becker (SPD) auf die beiden anderen Fraktionen verteilt.

In den vergangenen sechs Jahren hatte sich die CSU oftmals nicht ausreichend oder zu kurzfristig informiert gefühlt. »Bei den großen Projekten haben wir nur schwer den Fuß in die Tür bekommen«, so Hohm in der Rückschau. Das werde sich nun ändern, gibt er sich zuversichtlich. Bei der städtebaulichen Entwicklung des Märktezentrums sei noch nichts verloren.

UBV-Fraktionssprecher Thomas Becker, der jetzt ein siebenköpfiges Team anführt, spricht von einem guten Verhältnis der Fraktionssprecher. Auch mit Kai Hohmann habe man ein kooperatives Verhältnis. Aus seiner Enttäuschung über den Wahlausgang macht Becker keinen Hehl, Groll gebe es aber keinen. »Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und miteinander gute Lösungen finden.« Klar sei, dass dabei nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen herrschen könne. »Das bringt die Sache mit sich«, so Becker.

Werner Billmaier, Sprecher der neu im Rat vertretenen Fraktion von SPD und Grünen, ist froh, dass keine Gruppierung die absolute Mehrheit im Gremium hat. »Jetzt muss man aufeinander zugehen und Kompromisse finden, mit denen zumindest die Mehrheit der Bürger gut leben kann.« Die mit fünf Mitgliedern kleinste Fraktion im Gemeinderat könnte das Zünglein an der Waage sein. Fraktionszwang gebe es in seinen Reihen nicht, so Billmaier. Dafür sind die Personen wohl auch zu verschieden. Annette Weis und Billmaier sind Grüne, Anna Becker und Wolfgang Büttner gehören der SPD an, Heribert Luxem, Bruder des früheren Bürgermeisters, ist parteilos.

Interessant wird es für Billmaier auch deshalb, »weil wir jetzt einige Charakterköpfe im Gemeinderat haben. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.« Gerade im ökologischen und sozialen Bereich wollen SPD/Grüne künftig Profil zeigen. Mit bestimmten Leuten in der UBV sei die Schnittmenge da größer, so Billmaier. »Wir werden aber keine Fundamentalopposition gegen den Bürgermeister machen.«

Der frühere Bürgermeister Matthias Luxem gehört dem Rat nicht mehr an, obwohl er die drittmeiste Stimmenzahl für die UBV geholt hatte. Er verzichtete nach der Niederlage im Kampf um den Bürgermeisterposten auf sein Amt als Gemeinderat und gab einem Nachrücker den Vorzug. Nach 30 Jahren kommunalpolitischem Wirken - 18 Jahre als Gemeinderat und zwölf Jahre als Bürgermeister - habe er sich doch entschieden, einen Schnitt zu machen und aus dem direkten Geschehen auszusteigen, begründet Luxem seinen Rückzug. »Bei 50 Prozent Neubesetzung des Rates bleibt dem Gremium genügend Erfahrung erhalten und es entstehen die Ideen-Spielräume, gerade auch mit einem neuen Bürgermeister, sich auch neu orientieren zu können«, so Luxem.

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