Eine Zeit der Ruhe bei Kerzenschein

Adventskalender, Tag 1:Marga Hartig erinnert nachdenklich an Traditionen und an die Botschaft des Advent

Elsenfeld
2 Min.

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Marga Hartig bei der zweiten Station des Rück-Besinnungsweges, der Keramikskulptur "Mut" von Karin Laumeister, einer von sieben Stationen, die auf dem Weg künstlerisch und mit Texten an zentrale Werte erinnern. Bildunterschrift 2021-12-01 --> Marga Hartig bei der zweiten Station des Rück-Besinnungsweges, der Keramikskulptur »Mut« von Karin Laumeister, einer von sieben Stationen, die auf dem Weg künstlerisch und mit Texten an zentrale Werte erinnern. Foto: Heinz Linduschka
Foto: Heinz Linduschka
Es ist für sie ei­ne Art Le­bens­auf­ga­be, an wert­vol­le Tra­di­tio­nen und an wich­ti­ge Wer­te zu er­in­nern. Mar­ga Har­tig aus Rück war ei­ne der In­i­tia­to­rin­nen des Rück-Be­sin­nungs­we­ges, den in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren mehr als 20.000 Men­schen auf ih­rem Rund­gang von St.

Pius in Schippach über das Kloster Himmelthal zum Dorfplatz in Rück mit idyllischer Natur, nachdenkenswerten, meditativen Texten und eindrucksvollen Skulpturen gegangen sind.

Frieden, Mut

Dabei werden auf den sechs Kilometern Werte wie Frieden, Mut, Dankbarkeit oder Gelassenheit immer wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Marga Hartig ist nicht der Ansicht, dass früher alles besser war - im Gegenteil. Aber sie weiß auch, dass es Traditionen, Verhaltensweisen und Formen des Zusammenlebens gibt, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Das beweist ein Blick auf die vier Wochen, die heuer vom 28. November bis zum 24. Dezember reichen und die Bezeichnung »Advent« tragen. Diese Zeit scheint sehr wichtig zu sein. Wer im Netz nach »Adventskalender« sucht, findet bei google aktuell 57 Millionen Einträge, und selbst unter »Adventskalender 2021« wird man noch 30 Millionen Mal fündig.

Kalender für jeden Geschmack

Dort werden beispielsweise »23 Kosmetik- und Pflegeprodukte und ein besonderes Accessoire am 24.12.« für 75 Euro angeboten, »24 großartige Gin-Proben vom je 30 ml aus unterschiedlichen Ländern für 120 oder »Mikroschraubenzieher für Computer und Handy« für 50 Euro. Es geht auch billiger: Schon für 13 Euro hat man innerhalb der vier Wochen die Chance, im »Escape-Kalender« durch das »Tor zur magischen Welt« Harry Potters zu finden und selbst Hunde bekommen ihren eigenen Adventskalender.

Kern der Adventszeit

Ganz anders ist der Weg, auf den Marga Hartig in dieser Zeitung Leserinnen und Leser hin zur »Botschaft«, zum eigentlichen Kern der Adventszeit einlädt und mitnehmen will. »Adventus«, vollständig »adventus domini«, meint als »Ankunft des Herrn« die Jahreszeit, in der sich die Christen auf das Fest der Geburt Christi, auf Weihnachten, vorbereiten. Und diese Zeit erinnert Gläubige daran, dass man sein zweites Kommen erwarten soll.

Ohne große Worte will Marga Hartig kleine Impulse setzen, Impulse ganz unterschiedlicher Art. Mal sind es sehr authentische Zeilen in ihrer Mundart über den Advent, »Wou eischentlich e Zeit söll soi - in Ruh un Still bei Kerzeschoi«, mal ist es ein Backrezept, um das Warten zu verkürzen und Freunden und Familie süße Freude zu schenken, mal sind es Erinnerungen an den Advent der eigenen Kindheit. Dabei werden bei vielen Älteren sicher schöne Bilder und vielleicht auch vertraute Klänge wach werden.

Mehr kindliche Offenheit

Immer wieder lässt Marga Hartig in ihren Zeilen erkennen, dass für sie Humor untrennbar zu einem gelingenden Leben gehört. So überlegt sie, ob man wohl ein »Navi« braucht, um unfallfrei durch den heutigen Advent zu kommen.

In manchen ihrer Geschichten spielen Kinder eine wichtige Rolle. Vielleicht findet man ja nur mit kindlicher Naivität und Offenheit in unserer hektischen Zeit unverstellt zum Kern der Adventszeit, zu echter Nächstenliebe, zu wahrem Gemeinschaftsgefühl und zur Rückbesinnung auf die Werte, die wirklich tragen und zeitlos gültig sind? In Margas Worten: »Bedenket neu und haltet ein. erkennet in dem Kerzenschein das Wunder, das sich neu uns zeigt - in adventlich stiller Zeit.«

Sterne sollen leuchten

Ein schönes Motto, das über den Beiträgen stehen könnte, die in der Adventszeit in unserem Lokalteil täglich zu finden sein werden. Man darf gespannt sein, wie die Leserinnen und Leser sie aufnehmen, wie sie darauf reagieren und was ihnen der Advent 2021 bedeutet.

Was Marga Hartig uns allen wünscht, sagt sie in ihrem Adventskalender mit Blick auf ein bekanntes deutsches Volkslied so: »Nein, wir wissen es nicht, wie viele Sterne am Himmel stehen. Wir können sie nicht zählen und nicht greifen. Doch wir können uns wünschen, dass Sterne für uns leuchten.«

Hintergrund

Marga Hartig bei der zweiten Station des Rück-Besinnungsweges, der Keramikskulptur »Mut« von Karin Laumeister, einer von sieben Stationen, die auf dem Weg künstlerisch und mit Texten an zentrale Werte erinnern. Foto:

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