Eindrucksvolles Kriegerehrenmal neben Eisenbachs Pfarrkirche

75 Jahre Kriegsende: Von Leonhard Kloos überliefert

Obernburg
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

An Allerheiligen findet in Eisenbach jährlich am Kriegerdenkmal eine Gedenkfeier für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege statt. Foto: Alfons Opolka
Foto: Alfons Opolka
Ne­ben der Kir­che, am Fu­ße des Fried­hofs ste­hen in Ei­sen­bach ein Al­tar aus Sand­stein für die Ge­fal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs so­wie zwei Sand­stein­säu­len für die Ge­fal­le­nen und Ver­miss­ten des Zwei­ten Welt­kriegs.

Die Geschichte dieses Ehrenmals hat Leonhard Kloos überliefert, der von 1912 bis 1923 Bürgermeister in Eisenbach war. Sein mittlerweile verstorbener Enkel Armin Kloos hat die Schreibschrift »übersetzt« und die Familienchronik festgehalten.

Mit einem zweitägigen Fest feierte die Gemeinde Eisenbach Anfang Juli 1934 die Aufstellung des Kriegerehrenmals. Der Vorsitzende des Festausschusses Pfarrer Karl Seitz schilderte in seiner Ansprache die Entstehung des Denkmals, das vom Krieger- und Veteranenverein angeregt, und durch Grundabtretungen des Pfarrgutes und durch die gute Zusammenarbeit der Gemeinde und der Vereine zum Abschluss gebracht wurde. Steinmetz Fäth aus Fechenbach habe ein wahres Meisterwerk geschaffen, so Seitz.

Feierliche Segnung

Es folgten die Segnung des Denkmals und eine Ehrung der 21 Gefallenen und drei an den Strapazen verstorbenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Während Pfarrer Seitz deren Namen verlas, schritt jeweils ein weiß gekleidetes Mädchen mit Trauerflor hervor und steckte eine Kerze an. Bürgermeister Korn und einige Vereine legten jeweils einen Kranz vor dem Denkmal nieder. Zum Frühschoppen zog man dann zum Festplatz, und nachmittags bewegte sich ein großer Festzug durch die Ortsstraßen. Erhebend war der Festgottesdienst am Montag für die Gefallenen. Dabei dröhnte schwerer Kanonendonner über Eisenbach und Umgebung hinweg. Am Dienstag halfen alle Kriegervereinskameraden beim Abbau des Festzeltes mit. Zum Abschluss ging es in Schwanengarten, wobei es munter und fidel zuging, ob des schönen Wetters und des guten Verlaufs des Festes mit Musik und Bier, so der Auszug aus der Kloos-Chronik.

Gedenkfeier an Allerheiligen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden links und rechts des Denkmals zwei große Sandsteinsäulen ergänzt mit der Inschrift »Unseren Kriegsopfern 1939-1945«, sowie den Namen der Vermissten und Gefallenen. Traditionell findet auch heute noch an Allerheiligen nach der Nachmittagsandacht eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal statt.

Auch in Obernburg gibt es nach Aufzeichnungen von Heinz Janson vom Heimat- und Verkehrsverein Kriegergedenkstätten. So das Denkmal mit dem Löwen, das 1910 aus rotem Miltenberger Sandstein für die Opfer des Kriegs 1870/71 gefertigt wurde. Es schloss die dahinter neu entstandene Knabenschule gegen die Römerstraße ab.

Für die toten Soldaten des Ersten Weltkriegs wurde ein Gedächtnisaltar im Außenbereich der Annakapelle beschlossen und im Juli 1922 eingeweiht. Er wurde aus heimischem Buntsandstein vom Steinmetz Roos aus Obernburg gefertigt. Bei der Renovierung der Annakapelle und der Neugestaltung des Außenbereichs wurde der Altar entfernt. Dafür wurden am Leichenhaus im neuen Friedhof Gedenktafeln für die Gefallen und Vermissten beider Weltkriege angebracht.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!