Damit es erst gar nicht zum Schlaganfall kommt

Gesundheit: Was der Erlenbacher Helios-Chefarzt zum weltweiten Aktionstag gegen Bluthochdruck empfiehlt

Erlenbach a.Main
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Mehr als ein Drit­tel der Deut­schen hat ei­nen zu ho­hen Blut­druck, je­doch nur die Hälf­te da­von ist gut ein­ge­s­tellt. Dar­auf weist der Che­f­arzt der Kar­dio­lo­gie in Er­len­bach, Mi­cha­el We­ber­pals, zum welt­wei­ten Ak­ti­ons­tag ge­gen Blut­hoch­druck an die­sem Di­ens­tag, 17. Mai, in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der He­li­os-Kli­ni­ken hin.

Etwa 50 Prozent aller Herzinfarkte und Schlaganfälle lassen sich durch frühzeitige Behandlung der sogenannten Hypertonie verhindern. Symptome können Kopfschmerzen, Schwindel und die bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags sein.

»Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte der Blutdruck regelmäßig, zum Beispiel beim Hausarzt kontrolliert und bei erhöhten Werten unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden«, erklärt Weberpals. Wenn aufgrund eines längerfristigen Bluthochdrucks die Herzwanddicke zunimmt oder die Dichtigkeit der Herzklappen gestört ist, führe dies unbehandelt zur Entwicklung einer chronischen Herzschwäche und letztlich zu einer reduzierten Lebenserwartung.

Komplexes Zusammenspiel

Reguliert wird der Blutdruck im menschlichen Körper über ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Organen, Neurotransmittern und dem Nervensystem. Warum es zum Bluthochdruck kommt, ist hinsichtlich der organischen Ursachen nicht eindeutig geklärt. Aber es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung von Bluthochdruck erwiesenermaßen begünstigen. »Dazu zählen im Wesentlichen Bewegungsmangel, Stress und Übergewicht, aber auch genetische Veranlagung - vor allem, wenn der Bluthochdruck im vorangeschrittenen Lebensalter auftritt. Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte und Diabetes lösen per se keinen Bluthochdruck aus, wirken dabei aber wie Brandbeschleuniger«, so Weberpals. Bei der Entstehung der Hypertonie komme den Nieren eine besondere Bedeutung zu. Durch eine Drüsenfunktionsstörung oder eine Nierenerkrankung könne deshalb auch bei jüngeren, fitten Patienten ein Bluthochdruck entstehen. Bei Frauen könne auch die Einnahme von Hormonen unter Umständen der Übeltäter sein, da sie eine ähnliche Wirkung entfalten können. Studien des Robert Koch-Instituts zeigen, dass etwa ein Drittel der Deutschen zu hohen Blutdruck hat, von dem jedoch nur die Hälfte erfolgreich behandelt ist. Der Rest weiß es nicht oder lässt sich nicht adäquat behandeln.

»Einen zu hohen Blutdruck spüren Sie nicht! Es bereitet ihnen zunächst erst mal keine Schmerzen oder merkliche körperliche Beschwerden, worunter die Therapietreue der Patienten leidet«, sagt Weberpals. Das hat meist schwerwiegende Folgen, denn zu hoher Blutdruck schädigt auf Dauer die Gefäße und damit alle Organe des Körpers, allen voran das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn und die Nieren. Neben erhöhtem Schlaganfallrisiko können Mikroinfarkte im Gehirn die Entstehung einer Demenz begünstigen. Eine nicht seltene Folge ist bei Männern auch Impotenz.

»Die regelmäßige Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten und die langfristige Veränderung des Lebensstils sind von entscheidender Bedeutung, um Organschäden zu verhindern. Mehr Bewegung, Gewichtsreduktion, eine salzarme Ernährung sowie die Einschränkung des Alkoholkonsums und der Verzicht auf Nikotin wirken sich positiv aus und die Medikation lässt sich in vielen Fällen deutlich reduzieren«, so der Kardiologe abschließend. js

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