Mittwoch, 23.09.2020
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Stammzellenspender gesucht: Cuma Circi aus Erlenbach will leben

Der 40-Jährige leidet an Blutkrebs

Erlenbach a.Main
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Cuma Circi mit seiner Frau Zeliha und den Kinder Ayse und Ibrahim.
Foto: Fam. Circi
Cu­ma Cir­ci hat Blut­k­rebs. Die­se Diag­no­se er­hielt der 40-jäh­ri­ge Va­ter von zwei Kin­dern An­fang des Jah­res. Seit­dem ist nichts mehr wie es war. Im Kli­ni­kum Aschaf­fen­burg er­hält der Er­len­ba­cher der­zeit schwe­re Che­mo­the­ra­pi­en. Um über­le­ben zu kön­nen, be­nö­t­igt er drin­gend ei­ne Stamm­zel­len­spen­de. Ei­ne Ty­pi­sie­rung ist der­zeit nur per In­ter­net mög­lich. Das funk­tio­niert aber ganz ein­fach und tut nicht weh.

Cuma Circi hat Blutkrebs. Diese Diagnose erhielt der 40-jährige Vater von zwei Kindern Anfang des Jahres. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Im Klinikum Aschaffenburg erhält der Erlenbacher derzeit schwere Chemotherapien. Um überleben zu können, benötigt er dringend eine Stammzellenspende. Eine Typisierung ist derzeit nur per Internet möglich. Das funktioniert aber ganz einfach und tut nicht weh.

Wer helfen will, kann bei der Deutschen Knochenmarksspenderdatei DKMS online ein Registrierungsset bestellen. Die Wattestäbchen mit dem Wangenabstrich werden mit den unterschriebenen Unterlagen zurückgeschickt und im Labor untersucht. »Je mehr Menschen mitmachen, umso eher kann sich jemand finden, der als Spender geeignet ist«, sagt Cumas Ehefrau Zeliha Circi. »Das ist seine einzige Chance.«

Dabei denkt sie aber nicht nur an ihren Mann. »Es gibt viele andere Betroffene, die an Leukämie leiden, auch Kinder, denen auf diesem Weg vielleicht geholfen werden kann«, betont die 37-Jährige und hofft auf große Beteiligung.

Cuma Circi selbst ist zu schwach, um seine Notlage zu schildern. »Er kann kaum sprechen, hat Schmerzen, ist erschöpft, kämpft mit Übelkeit und Schlaflosigkeit«, erzählt Zeliha. Typische Folgen einer Chemotherapie. Sie kann Cuma derzeit nur telefonisch beistehen. Besuchen darf sie ihn in Corona-Zeiten nicht. »Sein Immunsystem ist ohnehin am Boden.«

Die Situation der Familie ist extrem schwierig. Vor wenigen Wochen noch konnte sie auf die Unterstützung von Verwandten und Freunden zählen. Viele von ihnen haben sich längst bei der DKMS registrieren lassen. Auch die Firma, bei der Cuma Circi arbeitet, hat Mitarbeiter zur Typisierung aufgerufen. Zeliha ist gerührt von der enormen Hilfsbereitschaft. Doch jetzt sitzt sie mit ihrem 12-jährigen Sohn und ihrer 18-jährigen Tochter isoliert zu Hause.

»Ich muss mich schützen, darf auf keinen Fall krank werden, sonst ist mein Mann verloren, wenn er aus dem Krankenhaus nach Hause kommt«, sagt Zeliha Circi. Um Einkäufe oder Besorgungen in der Apotheke kommt sie trotzdem nicht herum. Ihr Sohn wolle gar nicht mehr rausgehen aus Angst um seinen Papa. Ihre Tochter ist Auszubildende einer Rechtsanwaltskanzlei. Derzeit ist sie von der Arbeit freigestellt, weil sie auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. »Da ist das Risiko für eine Corona-Infektion hoch«, erklärt die Mutter und ist dankbar, dass die Arbeitgeberin der Tochter so viel Verständnis zeigt.

Zeliha Circi gibt trotz aller Belastungen die Hoffnung nicht auf. Ihre Kinder helfen ihr, wo sie können, und sie selbst ist eine starke Frau. Vergangene Woche war ihre Heizung kaputt. Einen Handwerker wollte sie aus Vorsicht nicht kommen lassen. Sie hat es geschafft, die Heizung selbst zu reparieren. »Ich hatte keine Ahnung und habe drei Tage gekämpft. Irgendwie habe ich es dann hingekriegt.«

Nun hofft sie, dass viele Menschen, auf ihren Hilferuf aufmerksam werden und sich auch in Krisenzeiten bei der DKMS registrieren lassen. »Damit kann man Leben retten«, sagt sie. »Ich möchte, dass mein Mann bei uns bleibt.«

Hintergrund: Stammzellspende und Registrierung

Alle 15 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs und nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender, heißt es auf der Homepage der Deutschen Knochenmarksspenderdatei DKMS. Jeder zehnte Blutkrebspatient sucht demnach vergeblich einen passenden Spender.

Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren Stammzellspender werden. Wer sich registrieren lassen möchte, kann dies bequem online tun und bei der DKMS das Registrierungs-Set bestellen. Mit drei Wattestäbchen wird ein Speichelabstrich genommen. Die Wattestäbchen werden dann zurückgeschickt und im Labor die Gewebemerkmale bestimmt. Nur anhand dieser Merkmale kann ermittelt werden, ob der Spender passend für einen Blutkrebspatienten ist.

Weitere Informationen: www.dkms.de oder www.dkms.de/gemeinsam-fuer-cuma

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