Churfränkische Philharmonie gibt Benefizkonzert in Obernburger Stadthalle

Feinfühlig und virtuos für die Flüchtlingshilfe

Obernburg
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Einen hochmusikalischen Abend präsentiert die churfränkische Philharmonie unter der Leitung von Wolfgang Kurz beim Benefizkonzert in der Obernburger Stadthalle.
Foto: Ruth Weitz
Er­g­rei­fend, be­rüh­r­end, hoch­mu­si­ka­lisch, künst­le­risch aus­ge­feilt und emo­tio­nal: Die mög­li­chen At­tri­bu­te für das Be­ne­fiz­kon­zert der chur­frän­ki­schen Phil­har­mo­nie zu­guns­ten der Ukrai­ne-Hil­fe am Sonn­ta­g­a­bend in der Stadt­hal­le in Obern­burg rei­chen nicht aus, um das Ge­bo­te­ne in Gän­ze zu­sam­men­zu­fas­sen.

Unter der Leitung von Wolfgang Kurz hatten sich Streicher und Solisten bestens auf den Abend vorbereitet. Schön war außerdem, dass sie sich auf Augenhöhe und in direktem Kontakt zum Publikum befanden und nicht von oben herab auf der Bühne musizierten.

Corona-Dilemma

Mehrmals waren die geplanten Konzerte wegen der pandemischen Lage infolge Corona verschoben worden. Wolfgang Kurz berichtete von seinem Dilemma, während dieser Zeit immer wieder ein neues Programm zusammenstellen zu müssen und das Orchester mit »coronaresistenten« Musikern und Musikerinnen zu besetzen. Die beiden Musikschulen aus Erlenbach und Obernburg stellen das vorwiegend mit Streichinstrumenten ausgestattete Ensemble zur Verfügung, das sich aus Schülern, Lehrern und begabten Laien zusammensetzt.

Am Sonntagabend wurde dem Publikum ein wunderbares Konzert mit einem facettenreichen und gut aufeinander abgestimmten Programm beschert. Einen weiteren Pluspunkt setzte der Dirigent mit kurzweiligen und humorigen Erläuterungen zu den einzelnen Stücken. Nicht nur das Orchester bot mit seiner feinfühligen Interpretation und gut herausgearbeiteter Dynamik einen Ohrenschmaus. Die Soli von Benjamin Bächler (Saxofon) bei dem mitreißenden Stück »Oblivion« von Astor Piazolla und von der Violinistin Henrike Sommer, die das Allegro von Bachs Konzert für Violine und Orchester in D-Moll in beeindruckender Virtuosität umsetzte, ließen Gänsehautgefühl aufkommen. Hierbei agierte das Orchester im Hintergrund, spann den musikalischen Faden fein geknüpft zu den Soli.

Instrumente, die sich sonst eher als Teil eines philharmonischen Orchesters in die Darbietungen einfügen, erhielten am Sonntagabend einen starken Auftritt. Bratschen und Celli glänzten bei der Interpretation von Glasunows »Les Chanteurs de Noël«, wobei Ingmar Escher, Musikpädagoge in Obernburg, schon in der Einleitung des von Wolfgang Kurz bearbeiteten Stücks zeigte, was ein guter Cellist an virtuoser Kraft umzusetzen vermag.

Nach dem offiziellen Programm, das eigentlich mit Boccherinis Sinfonia in D-Dur enden sollte, erzwang das Auditorium mit frenetischem Applaus zwei Zugaben, und zwar gezupft statt gestrichen mit »Plink, Plank, Plunk« von Leroy Anderson und mit der ukrainischen Nationalhymne, bei der sich das Publikum von seinn Plätzen erhob und sich sichtbar ergriffen zeigte. So ist - wie Obernburgs Musikschulleiter Reiner Hanten bei der Begrüßung angeschnitten hatte - eine große Bereitschaft zur Hilfe für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet zu erkennen. Sie werden wohl Ende der Woche dort untergebracht, wo am Sonntag das Benefizkonzert stattfand, das in vielen Herzen und Ohren noch nachhallen wird.

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