Brauereichef, Fastnachter und großer Athlet

Nachruf: Zum Tod von Hans-Hermann Faust

Miltenberg
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Hans-Hermann Faust. Archivfoto: Anja Keilbach
Foto: unbekannt
»Nur nicht ste­hen, son­dern im­mer in Be­we­gung blei­ben«, das hat Hans-Her­mann Faust nicht nur ge­sagt, son­dern bis ins ho­he Al­ter be­her­zigt. Noch mit über 90 Jah­ren war der lei­den­schaft­li­che Sport­ler fast täg­lich auf dem Fahr­rad in Mil­ten­berg zu se­hen. Am Dienstagmorgen ist der Seniorchef der gleichnamigen Brauerei im Alter von 96 Jahren gestorben.

In jungen Jahren war Faust ein begnadeter Athlet, der sich als Turner, Ruderer und in vielen anderen Sportarten erprobte. Seine größten Erfolge feierte er aber als Leichtathlet mit Titeln bei bayerischen und deutschen Meisterschaft. Die anvisierte Olympiateilnahme vereitelte der Krieg.

Die berufliche Laufbahn war vorgezeichnet. In dritter Generation sollte Hans-Hermann Faust den Betrieb seines Vaters Carl, damals noch Löwenbrauerei, übernehmen. Dazu studierte er nach 1945 Brauereiwesen in Weihenstephan, sammelte in anderen Brauhäusern Erfahrungen und kehrte 1952 in den Familienbetrieb zurück, den er ab 1956 mit seinem Bruder Gottfried leitete. 1951 hatte er seine Frau Irmgard, geborene Zöller, geheiratet. Das Paar bekam sechs Kinder.

Hans-Hermann und Gottfried Faust legten zusammen mit fortgesetzten Investitionen und Modernisierungen den Grundstock für Wachstum und heutige Position des Miltenberger Brauhauses. Folgerichtig gaben dann auch 1993 der Löwenbrauerei ihren Namen und benannte sie in Faust um. 1996 übergaben die Brüder die Brauereiführung an ihre Söhne Johannes und Cornelius.

Trotz seiner Verantwortung als Firmenchef nahm Hans-Hermann Faust sich immer Zeit das Vereinsleben. Er war über zwei Jahrzehnte Vorsitzender des Turnvereins, blieb aber auch selbst in vielen Sportarten aktiv. Unter den zahlreichen Auszeichnungen war er auf die BLSV-Verdienstnadel in Gold mit großem Kranz und die goldene Ehrennadel des Turngaues Main-Spessart besonders stolz. Zu seinem ehrenamtlichen Engagement gehörte auch die mehrjährige Präsidentschaft bei den närrischen Bürgersitzungen. Auch außerhalb des Faschings bewies er Humor und trat im privaten Kreise als Redner auf.

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