Basis für gute Pflege: schnelles Internet und mehr Personal

Arbeitskreis Pflege berät über aktuelle Herausforderungen - Gemeinsam Versorgung im Kreis Miltenberg auch in Zukunft meistern

Erlenbach a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Sitzung des Arbeitskreises Pflege in der Erlenbacher Frankenhalle am 20. Oktober 2021
Foto: privat
»Pf­le­ge stär­ken mit star­ken Part­nern« lau­te­te das Mot­to der jüngs­ten Sit­zung des Ar­beits­k­rei­ses (AK) Pf­le­ge der Ar­ge der frei­en Wohl­fahrts­ver­bän­de und an­de­rer So­zial­in­sti­tu­tio­nen im Land­kreis Mil­ten­berg in der Fran­ken­hal­le in Er­len­bach. AK-Sp­re­cher Ger­hard Schuh­ma­cher warf laut ei­ner Mit­tei­lung des Ar­beits­k­rei­ses zu­nächst ei­nen Blick in die Zu­kunft.

Es gebe viele Themen im Landkreis anzupacken, gerade unter Berücksichtigung des demografischen Wandels, so Schuhmacher. Die Digitalisierung nehme immer mehr Fahrt auf und die Versorgung vor Ort müsse langfristig gesichert sein und bleiben. Hierfür bedarf es laut Schuhmacher innovativer Lösungen, wie etwa eine Sozialgenossenschaft oder die Umsetzung des landkreisweiten Präventionsprogramms »Gesunde Kommune« und starke Partner.

Digitale Anwendungen, Robotik und künstliche Intelligenz unterstützten im Alltag und ermöglichen es älteren Menschen möglichst lange und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Auch die Elektromobilität ist laut Schuhmacher durch diverse Förderprogramme für Einrichtungen des Gesundheitswesens interessant. Wichtig beim Umsetzen der digitalen Themen bleibe jedoch der Ausbau der Wlan- und Breitbandinfrastruktur.

Sicherheit durch Transparenz

Anschließend erläuterte Gerd Meyer-Philippi von CompWare Medical die Digitalisierungs- und Zukunftsthemen. Er stellte eine Möglichkeit zur individuellen Verblisterung von Medikamenten vor, die durch Transparenz und Patientensicherheit einen Mehrwert für Krankenkassen, Apotheker, Kunden, Pflegedienste und Seniorenwohnheime gleichermaßen biete. Aufgrund vorgerichteter Medikamente und Überprüfung der Einnahme könnten alleinstehende Personen länger und sicher zu Hause versorgt werden.

Rene Eppig vom Erlenbacher Unternehmen Dialog stellte den Anwesenden laut Mitteilung des AK Pflege die Vielfalt der Elektromobilität vor und informierte detailliert über Elektrofahrzeuge und die Anschlussmöglichkeiten bis hin zur Ladeinfrastruktur.

Weiterhin beschäftigt alle Teilnehmer die Frage nach (mehr) Pflegepersonal. Aktuell sei es bereits sehr schwierig, bei kurzfristigen Ausfällen Pflegekräfte zu gewinnen, die einen (größtenteils zusätzlichen) Dienst übernehmen können. Hierfür stellten Guido Burckhardt und Yves Rausch von der TQ-soft GmbH und hlth.care eine Möglichkeit vor, dass Ausfallmanagement über eine digitale Anwendung zu steuern. Grundlage hierfür ist ein Pool von Pflegekräften, die im Bedarfsfall von den Pflegeeinrichtungen angefragt werden können. So könnten auch Pflegekräfte aktiviert werden, die bereits aus der Pflege ausgestiegen sind oder aufgrund von Elternzeit oder in Rente nur einen Teildienst übernehmen möchten. Das Thema ließ laut AK-Mitteilung einige Sitzungsteilnehmer aufhorchen und wurde als interessant bewertet. Näheres hierzu werde es wohl in einer gesonderten Veranstaltung 2022 geben.

Kollegen aus dem Ausland

Hinsichtlich des Personal Recruitings stellte Susanne König, Geschäftsführerin der Caritas Sozialstation St. Johannes, zwei interessante Programme vor. Eines davon, die »Berufliche Qualifizierung in Deutschland im Bereich Altenpflege« von der Bundesagentur für Arbeit wird in der Sozialstation in Erlenbach bereits umgesetzt. Dort werde ein Kollege aus Spanien nach Deutschkursen die Ausbildung zum Pflegehelfer und anschließend zum examinierten Pflegefachmann absolvieren, so König. Die Bundesagentur stehe dabei unterstützend zur Seite. Das Team freue sich auf die Verstärkung im Kollegenkreis.

Ein weiteres Projekt, TripleWin, vermittelt Pflegefachkräfte aus dem Ausland und unterstützt die Unternehmen im Prozess von der Arbeitgeberberatung bis hin zur Integration im Inland. Als gewiss beurteilt der AK Pflege, dass neue Wege gegangen werden müssen, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

Am Ende der Arbeitskreissitzung nahmen die Teilnehmer jede Menge Informationen zu innovativen Möglichkeiten und Lösungen mit. Sicher ist für alle: Um die angesprochenen Themen umsetzen zu können, ist eine gute Wlan- und Breitbandinfrastruktur sowie ein starkes Stromnetz für die Elektromobilität zwingend erforderlich. Für den AK Pflege ist jedoch auch klar: Gemeinsam werden wir die Versorgung im Landkreis auch in Zukunft meistern.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!