Anne Luisa Kramb und Julius Asal in Amorbach: Ein Klangfeuerwerk

Klassisches Konzert

Amorbach
2 Min.

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Anne Luisa Kramb und Julius Asal nach ihrem Konzert im Grünen Saal in Amorbach.
Foto: Joni Maria Mies
Was »atem­be­rau­bend« im wahrs­ten Sinn des Wor­tes be­deu­tet, er­fuh­ren die Be­su­cher des Kon­zerts für Vio­li­ne und Kla­vier im Grü­nen Saal der ehe­ma­li­gen Be­ne­dik­ti­ner­ab­tei in Amor­bach. Am frühen Sonn­ta­g­a­bend spiel­ten dort die Er­len­ba­cher Vio­li­nis­tin An­ne Lui­sa Kramb und der Pia­nist Ju­li­us Asal.

Das Konzert fand im Rahmen des Kulturwochenherbstes im Landkreis Miltenberg statt. Dass die beiden Musiker seit fünf Jahren ein Duo sind, zeigte ihr zueinander perfekt abgestimmtes und eingeübtes Spiel. In der Welt der klassischen Musik sind Kramb und Asal preisgekrönt und treten auch international auf.

Mit dem Geigenspiel begann Kramb kurz vor ihrem vierten Geburtstag an der Musikschule Erlenbach in der musikalischen Früherziehung. Über das Konzertgeben in einem kleineren Rahmen, also bei einem Kammerkonzert sagt die Violinistin dennoch: »Teilweise bin ich aufgeregter, als vor einem dunklen Saal in einer großen Konzerthalle

Nicht nur der Grüne Saal von 1792, der im klassizistischen Stil gestaltet ist, verfügt über geschichtsträchtige Reize. Die Geige, die Kramb spielt, ist eine Stradivari von 1724. »Ich kann alles Musikalische, was ich im Kopf habe, abbilden. Alle technischen Möglichkeiten vom Instrument stehen mir zur Verfügung. Es gibt keine Barrieren. Die Geige ist wie eine Verlängerung des Körpers, wie eine Stimme«, beschrieb Kramb die Vorzüge dieser meisterhaft gebauten Violine.

Das Stimmen der Geige aus einem Hinterzimmer des Grünen Saals verklang, die Flügeltüren sprangen auf und unter kräftigem Applaus stellten die Musiker sich auf. Mit unglaublich flinken Fingern und der Sonate op. 80 in f-moll von Sergej Prokofiev begann das Konzert pünktlich. In vier Teilen folgten verschiedene musikalische Tempi, die beispielsweise durch Zupfelemente an der Geige oder sich gegenseitig wiederholende Stücke die volle Bandbreite von Stimmungen wiedergaben.

Bei einer solchen musikalischen Geschwindigkeit ist es nur praktisch, dass ein mit dem Fuß betätigtes Pedal elektronisch das Umblättern der Notenzettel auf I-Pads übernimmt. Nach dreißig Minuten gebannten Zuhörens - die Atmung sämtlicher Zuhörer schien gestoppt zu haben - fielen die zahlreich erschienenen Gäste in einen tosenden Applaus über. Die Musiker gingen ab und kehrten mit Richard Strauss` Sonate op. 18 in Es-Dur zurück. Die Klänge wurden etwas romantischer, mit einer leichten Melancholie behaftet. Auch die zweite Sonate zeigte vielfältige Facetten der Tempi und Stimmungen.

Eine faszinierende Darbietung ließ die Zuhörer schließlich erneut in stürmisches nicht abklingendes Händeklatschen verfallen. Als Zugabe spielte das Duo eine Serenade espagnole von Cecile Chaminade. Wieder wollte der Applaus nicht enden und es folgte eine weitere Zugabe: der 2. Satz von Rachmaninows zweiten Klavierkonzert. »Es ist wirklich erstaunlich und die zwei Künstler sind faszinierend, weil sie noch so jung sind und schon so eine Konzertreife haben«, resümierte eine Besucherin nach dem Konzert ihren Eindruck. Kramb spielt drei weitere Konzerte in der Region, eines davon wieder mit Asal. Für Infos schauen Sie unter https://www.anneluisakramb.com/concerts.

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