170 Besucher bei Diskussionsabend der Hallenbad-Gegner in Mömlingen

Zwei­ein­halb­stün­di­ge In­fo-Veranstaltung

Mömlingen
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Mehr zum Thema: Hallenbad Mömlingen
Für or­dent­lich Ge­sprächs­stoff hat der gut zwei­ein­halb­stün­di­ge In­for­ma­ti­ons­a­bend für das Bür­ger­be­geh­ren Hal­len­bad am Mon­ta­g­a­bend im Möm­lin­gen Pfar­r­heim ge­sorgt. Rund 170 Be­su­cher folg­ten der Ein­la­dung der In­i­tia­to­ren, die durch Jo­han­nes Fick­ler, Rai­ner Sch­le­sin­ger und Franz-Jo­sef Vo­gel ver­t­re­ten wer­den. Rund ei­nen Mo­nat zu­vor am 14. No­vem­ber hat­ten die In­i­tia­to­ren im Rah­men der Möm­lin­ger Bür­ger­ver­samm­lung das Be­geh­ren ge­star­tet und ers­te Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt.

Nach einer ersten Begrüßung und Beamerpräsentation seitens Vogel stand eine 90-minütige von Dorte Meyer-Marquart geleitete Diskussion auf dem Plan. Die Beraterin für Kommunen und Regionen legte dabei Wert darauf, persönliche Angriffe außen vor zu lassen und appellierte die Chance fundiert miteinander zu diskutieren zu nutzen.

»Keine Pflichtaufgabe«

»Wir lieben Mömlingen, das ist der Grund, warum wir aktiv geworden sind. Wir wollen, dass alle Kinder schwimmen lernen und Mömlingen ein attraktiver und lebenswerten Ort ist«, begann Franz-Josef Vogel die Präsentation. Gleichzeitig erklärte Vogel, dass er und seine Mitstreiter keine langfristigen unkalkulierbaren Risiken für die Kommune wollten und sich viele kleinere Projekte vorstellen könnten, die die Gemeinde attraktiver und lebenswerter machten.

Das Hallenbad sei keine Pflichtaufgabe der Gemeinde und eines mit Abstand der größten Investitionsprojekte. Außerdem werde das Bad neben der Investition der Gemeinde jahrzehntelang Folgekosten aufladen, die für andere Aufgaben fehlten. Darin sah Vogel das größte Problem.

Weiter ging der Befürworter des Bürgerbegehrens auf einen möglichen Zweckverband mit umliegenden Gemeinden als Alternative zum eigenen Hallenbaubad und Intensivschwimmkurse als Alternative zum Schulschwimmen ein. Auch die Umweltverträglichkeit mit geplanten Hackschnitzelheizung und die Verkehrsbelastung durch den Busverkehr spielten eine Rolle.

Gutachten hinterfragt

Hauptthema der anschließenden Diskussion waren jedoch die Investitionskosten und das Betreiberkonzept. Hierzu griffen die Initiatoren immer wieder Folien der Bürgerversammlung Ende Juli zum Thema Hallenbad auf. Gleichzeitig stellten sie auch das Prüfungsergebnis der Investitions- und Betriebskosten durch Andreas Ziegenrücker, Gutachter von der Bäderbetriebsberatung CMD, in Frage.

Laut Schätzung der Bürgerinitiative fehlten demnach rund drei Millionen bei den Investitionskosten und das Hallenbad käme inklusive Wärmenetz von rund 303000 Euro auf knapp 8,46 Millionen Euro statt der bisher angesetzten gut 5,6 Millionen Euro ohne Wärmenetz.

Irrtum korrigiert

Das Wärmenetz war irrtümlich im Juli vom Architekten bei den zunächst 5,47 Millionen Euro Investitionskosten mit genannt worden. Bürgermeister Siegfried Scholtka korrgierte diesen Irrtum in der Bürgerversammlung im November auf 5,6 Millionen Euro ohne Wärmenetz; dafür aber inklusive 83000 Euro für die Außenanlage.

Den Anfang zur Diskussion machte Bürgermeister Scholtka. Der Rathauschef betonte, dass die angesetzten Investitionskosten berechnet und Angebote dazu eingeholt und keine Zahlen wie in der gezeigten Präsentation geschätzt worden seien. Auch sei Mömlingen keine arme Gemeinde und werde in diesem wie auch im vergangenen und voraussichtlich im kommenden Jahr rund drei Millionen Euro an den Vermögenshaushalt zuführen.

Bezüglich eines möglichen Zweckverbandes erklärte Scholtka, dass dieser schon lange diskutiert werde und er auch schon mit Bürgermeisterkollegen gesprochen habe. Es aber aufgrund der nötigen zu erstellenden Bilanz und der durch den Verband entstehenden Kosten sowie einem wohlmöglichen Standort dann in Obernburg oder Großwallstadt keine sinnvolle Lösung sei.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt stehe nicht nur dem Bad zur Verfügung, entgegnete daraufhin Rainer Schlesinger. Zahlreiche Investitionen seien nötig und die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 956 Euro. »Andere Gemeinde mit keinen Schulden und höheren Rücklagen bauen kein Schwimmbad, wieso dann wir?«, hinterfragte Schlesinger weiter und sprach erneut die Gründung eines Zweckverbandes an.

»Das Bad muss her«

»Richtig, momentan liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei knapp 1000 Euro aufgrund der Investition in die Schule. Aber dem steht auch ein Guthaben von rund 1200 Euro pro Kopf gegenüber«, meldete sich daraufhin noch einmal der Bürgermeister zu Wort.

»Mir ist egal, wie hoch die Verschuldung pro Kopf ist. Hauptsache das Bad muss her«, äußerte sich ein Besucher und erhielt direkt danach Widerspruch von einer Besucherin: »Mir ist es nicht egal, wie viel das Bad kostet. Vielmehr muss sich jeder fragen, wollen wir diese Kosten unseren Kindern auflasten.«

Außerdem kamen noch die Regelung der Schwimmaufsicht, die Betriebskosten und Folgekosten eines neuen Hallenbades mehrfach zur Sprache. Ein ausführlicherer Bericht zum geplanten Bau des Hallenbades wird im Januar folgen. jel

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!