Donnerstag, 06.05.2021

Neue Brücke über die Erf bei Bürgstadt hat die falsche Größe

14,5 Zentimeter fehlen

Bürgstadt
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Bürgstadt, neue Erfbrücke Foto: Annegret Schmitz BU: siehe Text
Foto: Annegret Schmitz
Bürgstadt neue Brücke über die Erf Foto: Annegret Schmitz BU: siehe Text
Foto: Annegret Schmitz
Chic sieht sie ja aus, die neue Brü­cke für Fuß­g­än­ger und Rad­ler, die ges­tern über die Erf ein­ge­setzt wer­den soll­te. Dumm nur, dass 14,5 Zenti­me­ter bei dem ei­nen Auf­le­ger fehl­ten.

Und nein, die Brücke wird auf dem Foto nicht eingehoben, sondern wieder abgehoben und auf der Wiese neben der Erf gelagert.  Nun muss berechnet werden, ob man was unterlegen kann, sagt Werner Glück von der Herstellerfirma.

Dabei war alles optimal vorbereitet worden: die Herstellerfirma aus Engen/Welschingen war um Mitternacht unter Polizeieskorte losgefahren und um 7 Uhr in Bürgstadt angekommen. Mittels Telekopkran wurde die 3,5 Tonnen schwere Brücke eingesetzt. Und dann die Überraschung: ein Aufleger liegt 14,5 cm zu tief. Die Brücke passte zwar in der Länge, aber in der Höhe fehlten an einer Seite die besagten 14,5 Zentimeter.

Die Gerüstbauer, die bereits mit dem Abbau der Ersatzbrücke beschäftigt waren, mussten hurtig wieder alles verschrauben und verstreben. Die Notlösung wurde ja weiter benötigt.

Eine Kindergartengruppe, die die neue Brücke ausprobieren wollte, erfuhr vom Bürgermeister Thomas Grün: "Die Brücke passt nicht" und er tröstete die Kleinen: "dann könnt ihr nochmal kommen und zuschauen, wie die Brücke eingesetzt wird". Die Kinder zeigten Verständnis, das passiere bei ihren LEGO-Bauwerken auch manchmal. Nur halfen in diesem Fall eben keine Legosteine.

Aber irgendwie lief mit dieser Brücke, ein sehr frequentierter Weg in Richtung Miltenberg, von Anfang an alles ein bisschen unrund. Im November 2019 hatte der Gemeinderat die Sanierung der hölzernen Rad- und Fußgängerbrücke beschlossen, der Zahn der Zeit hatte am Bodenbelag genagt. Bei der Demontage der Brücke zeigte sich die erste Überraschung: auch die hölzerne Unterkonstruktion wies Schäden auf. Der Rat blieb bei seiner Entscheidung, die Brücke zu sanieren. Ein Autokran hob im Juli 2020 die Brücke aus den Widerlagern und ein LKW brachte sie in ein Holzwerk. Man hoffte noch, die verfaulten Holzteile ersetzen zu können. Doch ein Gutachter und eine Sanierungsfachkraft kamen nach Bohrungen und Fäulnismessungen zu dem niederschmetternden Ergebnis, dass die Brücke ist nicht mehr zu retten.

Nun war guter Rat teuer, eine neue Brücke musste möglichst schnell beschafft werden, immerhin querten die Radler und Fußgänger seit Ende Juli die Erf über eine mobile Brückenkonstruktion, auf der kein Begegnungsverkehr möglich war und ist. Nach ausführlichen Beratungen entschieden sich die Räte für eine Brücke aus Aluminium, die auf den bestehenden Auflagern errichten werden sollte. Diese Brückenvariante überzeugte aufgrund der langen Lebensdauer, der sehr geringen Unterhaltskosten und der Nachhaltigkeit des Wertstoffs, das einen hohen Recyclinganteil enthält. Und mit ihren hübschen Streben, der dunkelgrauen leicht glänzenden Metallfarbe ist die Brücke auch ein echter Hingucker, davon kann man sich jederzeit überzeugen, nur darüber fahren, das geht leider noch nicht.

Wie der Fehler passiert ist? Das müsse jetzt geprüft werden, so Werner Glück. Seine Frima habe mit zwei Bestandsplänen geplant. Da habe alles gepasst, "vor Ort war es dann anders", sagt Glück.  Hoffen wir beim nächsten Mal auf "Nomen est omen".

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