Zahl der Urteile im Südwesten zurückgegangen

Justiz: Corona-Pandemie hat ihre Spuren im Alltag der baden-württembergischen Gerichte hinterlassen - 6100 Menschen weniger verurteilt

STUTTGART
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Das Gebäude der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim wird von einer Mauer mit einem Stacheldrahtzaun umschlossen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Foto: Bernd Weißbrod
Die Co­ro­na-Pan­de­mie hat ih­re Spu­ren auch im All­tag der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ge­rich­te hin­ter­las­sen. We­gen des mo­na­te­lan­gen Lock­downs im ver­gan­ge­nen Jahr sind Tau­sen­de Ur­tei­le we­ni­ger ge­spro­chen wor­den als im Jahr zu­vor.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2020 in Baden-Württemberg 103.800 Personen verurteilt, das sind fast 6100 weniger als im Jahr 2019. Vor Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der Urteile dagegen noch gestiegen, sagte die Präsidentin des Amts, Anke Rigbers, am Mittwoch in Stuttgart.

Überdurchschnittlich deutlich ging demnach die Zahl der Urteile gegen Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren zurück (minus 16 Prozent), bei den Heranwachsenden im Alter von 18 bis unter 21 Jahren waren es 10,4 Prozent weniger Schuldsprüche. Insgesamt sprachen baden-württembergische Richterinnen und Richter im vergangenen Jahr rechtskräftige Urteile gegen 3600 Jugendliche, 8100 Heranwachsende und 92.100 Erwachsene. Laut Justizministerin Marion Gentges (CDU) sind fast alle Formen von Delikten vom Rückgang der Urteilszahlen betroffen. »Fast«, denn bei Sexualstraftaten stieg die Zahl der Urteile um 5,8 Prozent - es ist der vierte Anstieg in Folge. Sorge bereite ihr dabei vor allem die Entwicklung bei jüngeren Menschen, so Gentges. Denn während zwei Prozent mehr Erwachsene im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt wurden, legten die Urteile gegen Heranwachsende in diesem Bereich um 30,4 Prozent und gegen Jugendlichen sogar um 33,3 Prozent zu.

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