Montag, 02.08.2021

Wolfgang Stein macht weiter im Wertheimer Rathaus - jetzt mit der ersten Reaktion vom neuen OB Torrez

Wertheim
OB-Wahl Wertheim 2019
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Wolfgang Stein bei der Pressekonferenz in Dertingen im Gasthaus zum Löwen
Wolfgang Stein bei der Pressekonferenz in Dertingen im Gasthaus zum Löwen
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus
Wolfgang Stein beim Pressegespräch in Dertingen im Gasthaus "Zum Löwen"
Foto: Manuela Klebing
Am Wahlabend des 3. Februar reichten sich Wolfgang Stein und sein Kontrahent Markus Herrera Torrez noch die Hände. Doch dann tauchte Bürgermeister Stein erst einmal ab. Am Freitagvormittag sprach er erstmals nun vor der Presse, zu seiner Zukunft.

Erste Botschaft: Wolfgang Stein wird sein Amt als Bürgermeister bis zum Ende seiner Amtszeit in vier Jahren weiterführen.  Das sagte er gleich zu Beginn des Pressegesprächs. Er habe schon mit vielen Vorgesetzten loyal zusammengearbeitet, das werde er auch mit dem neuen Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez tun.

Stein hatte die Vertreter der Presse ins Gasthaus "Zum Löwen" in Dertingen eingeladen.  Er betonte, er sei immer noch krank geschrieben, gleichwohl sei es ihm wichtig gewesen, sich jetzt zu äußern.  Keine Frage: Stein spricht die ersten 15 Minuten über seine Situation sichtlich bewegt und dabei immer wieder auch innerlich reflektierend.

Er beschreibt, dass er nach der Wahl in einer "Erstinterpretation", wie er sagt,  einige Dinge getan habe, wie etwa die Niederlegung des Kreistagsmandats.  Den Wahlausgang habe er so nicht erwartet und er habe ihn auch sehr geschmerzt.

Am Wahlabend hatte Stein dem deutlichen Gewinner Herrera Torrez im großen Sitzungssaal noch gratuliert. Vom Ergebnis habe er aus dem Internet erfahren, zu diesem Zeitpunkt sei er im Rathaus gewesen und dann rüber gegangen in den Sitzungssaal. Es habe seitdem  keinen weiteren Kontakt zwischen den beiden gegeben, Stein begründet dies damit, dass er krank geschrieben sei. Wie lange die Krankheit gehen werde, könne er nicht sagen. Er werde aber wieder gesund werden, sagte er. Aber jetzt bitte er um Verständnis, dass die Gesundheit im Vordergrund stehe. Auch seiner Frau gehe es nicht gut. Sie beide seien froh, dass sie in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erhalten hätten.

Wolfgang Stein tritt erstmals wieder vor die Presse
Quelle: Manuela Klebing

Zum Kreistag: Stein erläutert, dass er Listenführer der CDU bleibt.  Auch das aktuelle Kreistagsmandat, das er zunächst niedergelegt hatte, möchte er weiterführen.

Zum nach der Wahl laut gewordenen Vorwurf, Stein habe im Wahlkampf die sozialen Medien vernachlässigt, bleibt er bei seiner Einschätzung, dass der persönliche Kontakt wichtiger sei.

Zur Wahlniederlage sagt Stein, er übernehme die Verantwortung. Es sei sein Wahlkampf gewesen und seine Entscheidung zu  kandidieren. Nicht die der CDU. Deshalb sei auch keine Nominierungsversammlung nötig gewesen. Stein stellte auch klar, dass er nicht als originärer CDU-Kandidat angetreten sei, sondern  als Kandidat der Wertheimer.

Zur Frage, wie Stein im Wahlkampf beraten worden sei: "Ich habe jede Entscheidung selbst getroffen und verantworte dies auch."

Wolfgang Stein betonte von sich aus, es habe keine Hinterzimmerpolitik in der vergangenen Zeit gegeben. 

Wie und wann wird sich Stein nun zurückmelden? "Wenn ich wieder gesund bin, werde ich morgens ganz normal ins Rathaus kommen und meine Arbeit machen." Er habe Kontakt ins Rathaus, seine Arbeit sei aktuell auf mehrere Schultern in der Verwaltung verteilt.

Um 10 Uhr hatte des Pressegespräch begonnen.  Nach rund 50 Minuten löste sich die Runde auf. Wolfgang Stein legt seinen Schal um, bedankt sich fürs Kommen und verlässt ohne viel weitere Worte den oberen kleinen Gastraum im "Löwen".

Ein ausführlicher Bericht zum Auftritt von Wolfgang Stein folgt.

> Unser Redakteur Gunter Fritsch erhielt am Freitagvormittag auf Nachfrage beim Landratsamt  von Pressesprecher Markus Moll folgende Auskunft zum Kreistagsmandat  Steins:
Das Schreiben über die Rückgabe seines Kreistagsmandats für die CDU liege derzeit noch bei der Kreisverwaltung. Eine Entscheidung darüber wäre erst in der nächsten Kreistagssitzung am 4. April gefallen. Wenn Stein sein Mandat jetzt doch weiter führen wolle, dann nehme dies die Kreisverwaltung zur Kenntnis und erachte seine erste Entscheidung auf Rückgabe für nichtig.

> Auf Nachfrage teilte uns Wertheims neuer Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez am Freitagnachittag mit:

"Es freut mich zu hören, dass Herr Stein beabsichtigt nach seiner Genesung ins Rathaus der Stadt Wertheim zurückzukehren. Mein Angebot vom Wahlabend, einer zukünftigen Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt, hat natürlich Bestand. Die Grundvoraussetzung hierfür ist ein loyales Amtsverständnis und Dienstverhältnis. In Folge seiner bisherigen Tätigkeit habe ich keinen Grund dies in Zweifel zu ziehen. Herr Stein wird dank seiner Erfahrung eine wichtige Säule der Arbeit in der Stadtverwaltung bleiben.
Die Entscheidungen, die Herr Stein unmittelbar in den Tagen nach der Wahl getroffen hat, sind sicherlich aus dem Affekt der Enttäuschung entstanden. Wenn der Wille besteht, werden wir gemeinsam eine Lösung finden, diese getroffenen Entscheidungen zu heilen.
Wenn Herr Stein genesen ist, werde ich mich zeitnah mit ihm zusammensetzen und über den weiteren Weg der Zusammenarbeit sprechen. Der persönliche Austausch im Vier-Augengespräch ist hierfür unverzichtbar. Erstmal wünsche ich ihm gute Besserung.“

 

> Michael Bannwarth, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, war hörbar erleichtert, als die Redaktion ihn telefonisch über diese Entscheidung informierte. "Das habe ich gehofft", sagte er. "Das ist am Ende des Tages die richtige Entscheidung für Herrn Stein und uns." Für den Kommunalwahlkampf sieht er in Steins Entschluss eine große Erleichterung. "So können wir uns auf die Kandidaten konzentrieren und ein Nebenkriegsschauplatz fällt weg." Darüber, warum Stein in diesem Punkt seine Meinung geändert hat, könne er nichts sagen.

Lena Schwaiger/Manuela Klebing/Gunter Fritsch

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