Wenn sich alles sehr schön fügt

Konzert zum Sonnenaufgang: Am Kloster Bronnbach hat der Tag einmal mehr mit klassischer Musik begonnen

WERTHEIM-BRONNBACH
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Sonnenaufgangskonzert am Kloster Bronnbach. Foto: Michael Geringhoff
Foto: Mihcael Geringhoff
Für das Klos­ter Bronn­bach ist es mitt­ler­wei­le ei­ner der Klas­si­ker im Jah­res­lauf - das Kon­zert zum Son­nen­auf­gang.

In einer idealen Welt ginge die Sonne exakt zum ersten Geigenklang auf, allerdings müsste man dafür schon um zehn vor sechs hellwach zwischen den Äpfeln und Quitten im Bronnbacher Klostergarten sitzen - was dann wieder etwas weniger ideal ist, weil eben doch recht zeitig.

Eineinhalb Stunden später ist es immer noch schön und die Sonne, sie zeigte sich am Sonntag warm und orange kurz nach dem Konzertbeginn gegen halb acht auf den Klostermauern, wurde dann allerdings schon wenige Minuten später offenbar anderswo mehr gebraucht. Immerhin hat sie kurz vorbeigeschaut und schließlich war ja der Kitzinger Musiker, international gefragte Geiger, Lehrer und Multifunktionalist Florian Meierott mit Musikerkollegen da. Alle zusammen ein Kammerorchester, halt ohne Kammer, aber mit viel freier Natur drumrum. »Die Atmosphäre hier draußen ist ganz anders und auf besondere Weise meditativ«, sagte eine 54-Jährige die fürs Konzert eigens vom Neckar her angereist war - und das schon zum vierten Mal in Folge. »Den Tag so einmal ganz anders zu beginnen, mit klassischer Live-Musik, das ist etwas ganz Besonderes, wo sonst kann man das schon haben?«

Aus Erlenbach bei Marktheidenfeld war Norbert Hörnig gekommen. Zwar seien die Damen ja meist musikbeflissener, sagt der 79-Jährige und spricht kurz das ebenfalls wichtige und im Anschluss für alle Konzertgäste gereichte Frühstück an. »Aber solch ein Konzert draußen, das hat schon eine ganz andere Qualität«, das Ensemble um Meierott und Bronnbach selbst täten ein Übriges, sagt er. Diana Killian (44) ist aus der Nähe von Buchen angereist. »Ich war vor vier Jahren schon einmal hier, die Atmosphäre hier unter freiem Himmel ist sehr besonders«, sagt sie. Robert Wenzel (73) aus Lauda hat schon die Anreise genossen: »Die Fahrt durchs stille Taubertal, dann das ruhige Ambiente hier im Kloster?« Es füge sich alles sehr schön.

Ein schöner Zufallsfund war das Ganze für die Aschaffenburgerin Anke-Astrid Bolsenkötter. Die 57-Jährige war erst durch das Neun-Euro-Ticket auf den Haltepunkt Bronnbach und das Kloster aufmerksam geworden. »Schon etwas sehr Besonderes«, sagt sie. Alle sind sich einig, auch Meierott sieht in der Veranstaltung offenbar genau das, was seine Gäste sehen: »Ein ganz toller Ansatz, morgens, wenn das Ohr noch frei ist, hier inmitten der Natur klassische Musik zu spielen und zu hören.«

Meierott bekannte sich nebenbei zur Hobby-Ornithologe, ordnete am Rande zu Hörendes und zu Sehendes fachkundig ein und outete seine Violine als italienisch und aus dem 18. Jahrhundert. »Ein sehr schönes Instrument, ein sehr schöner Klang, ich freue mich jedes Mal darauf, sie zu spielen und zu hören«, lediglich finanziell sei das Instrument »etwas aufwendig«, sagt er.

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