Waldenhäuser wollen keine Flächensolaranlagen

Ortschaftsrat: Zunächst sollen die kommunalen Dächer mit Solarpaneelen bestückt werden

Wertheim
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Die Walden­häu­ser ha­ben in der Ort­schafts­ratssit­zung am Mitt­woch­a­bend im Feu­er­wehr­haus klar ge­macht, dass man kei­ne Flächen­so­lar­an­la­gen will. Nun hof­fen die Wal­den­häu­ser, dass da in Sa­chen So­lar »kei­ner mehr am Schal­ter spielt«.

Die Wertheimer Grünen hatten bereits im Februar bei der Stadtverwaltung den Antrag gestellt, Sondergebiete für Flächenphotovoltaikanlagen auszuweisen.

Aufhänger war der Solarpark zwischen Hundheim und Dörlesberg, dort ist mittlerweile auf über 100 Hektar Ackerboden höchster Güte mit Solarmodulen überdeckt. Die Verwaltung solle landwirtschaftlich benachteiligte Flächen mit schlechten Böden erfassen und größere Areale als Solar-Sondergebiete im Flächennutzungsplan ausweisen, zeitgleich ökologisch wertvolle Flächen ausschließen. Die Waldenhäuser sind sich sicher, dass auf ihrer Gemarkung somit kein Raum für einen Solarpark ist.

Als Experten hatte der Ortschaftsrat den örtlichen Landwirt Stefan Fröber eingeladen - Fröber ist im Hauptberuf Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Schon auf Wertheim insgesamt geschaut sieht er den Bau von Flächensolaranlagen kritisch, denn die Wertheimer Gemarkung sei im Regionalplan als Teil eines schützenswerten Grünzugs ausgewiesen. Solarparks seien Bauwerke im hier besonders geschützten Außenbereich.

Die benötigte Bevorrechtigung für jedwede Bauten sei nur der Landwirtschaft vorbehalten, machte Fröber geltend.

Ziemlich weit vorne

All das gelte so auch für Waldenhausen und noch schwerwiegender: »Bei uns gibt es keine benachteiligten landwirtschaftlichen Flächen minderer Bodengüte«, so Fröber weiter. Ganz generell sei zu bedenken, ob man die Wertheimer Gemarkung insgesamt mit weiteren Energieparks versehen wolle. Gemessen am Landesziel, wonach aktuell zwei Prozent der Fläche für die Energiegewinnung vorgehalten werden sollen, liege Wertheim mit dem Solarpark bei Dörlesberg und dem Windpark in Höhefeld sowieso schon ziemlich weit vorne, unterstrich Fröber.

Ortschaftsrat Ralf Herr sowie Ortsvorsteher Gerrit Lang appellierten, zunächst einmal die vielen kommunalen Dächer in den Blick zu nehmen und diese mit Solarpaneelen zu bestücken.

Das auch, wenn es notwendig sei, eine Verwaltungsvorschrift des Bunds außer Kraft zu setzen, die es den Kommunen derzeit noch unmöglich mache, Erträge aus eigenen Solardächern abzurechnen.

Die Ablehnung des Waldenhäuser Ortschaftsrats ist für die Wertheimer Verwaltung und den Gemeinderat nicht bindend.

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